Erlöses großteils für Bolivien 350 Sternsinger in Gellenbeck, Hagen und Hasbergen

Von Werner Barthel

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Hagen/Hasbergen. Das Leitwort der diesjährigen Sternsingeraktion „Segen bringen, Segen sein“ stand auf den hellblauen Armbändern der Sternsinger, die am Wochenende von Haus zu Haus zogen, um für notleidende Kinder in aller Welt, aber auch in ihren Gemeinden zu sammeln. Rund 8000 Jungen und Mädchen beteiligen sich im Bistum Osnabrück an dieser Aktion. 350 davon kamen aus Hagen, Gellenbeck und Hasbergen.

Als wenn sie es geahnt hätten, dass Wetterkapriolen ihnen die letzten Einsatzbesprechungen erschweren könnten, hatten die Hagener und Gellenbecker ihre Sternsinger bereits Anfang voriger Woche zusammengerufen. Jedem Balthasar, Melchior oder Caspar war eingeprägt worden, dass man sich eine Viertelstunde vor Beginn des Hochamts treffen wollte, um in die Gewänder zu schlüpfen. Diese hatten freiwillige Helfer ausgelegt und mit Namensschildchen versehen, damit jegliches Durcheinander vermieden wurde.

Hochbetrieb herrschte dagegen bei der letzten Zusammenkunft am Donnerstag in Hasbergen, wo Jutta von Heine, Gemeindereferentin der katholischen Kirchengemeinde, alle Sternsinger zu einer letzten Informationsveranstaltung eingeladen hatte. Von den rund 30 Gruppen – genauso viele wie in Hagen und Gellenbeck – war allerdings nur die Hälfte erschienen. Das war jedoch vorhersehbar: „Heute sind vor allem die Jüngsten hier“, erklärte von Heine, „die Älteren kennen Bedeutung der Tradition und den Ablauf bereits aus den letzten Jahren.“

Auch die Bedeutung der drei Kreuze und der Inschrift auf den Aufklebern, die an die Haustüren befestigt werden, wurde erklärt. Jutta von Heine: „Die Kreuze stehen für die Dreifaltigkeit, und die Buchstaben deuten nicht in erster Linie auf die drei Könige hin, sondern sind die Anfangsbuchstaben eines lateinischen Satzes, der übersetzt ‚Gott segne dieses Haus‘ heißt.“

In diesem Jahr kommt der Erlös der Sternsingeraktion zu großen Teilen Bolivien zugute. Aus gutem Grund: In dem Land leben 36 verschiedene Volksgruppen unter insgesamt zehn Millionen Einwohnern. Viele haben Angst, sie könnten wegen ihrer Herkunft angefeindet und ausgegrenzt werden. Sie verstecken deswegen typische Kleidungsstücke und verzichten auf traditionelle Riten. Darüber hinaus werden von den Spendengeldern Projekte für Kinder und Jugendliche in rund 100 anderen Ländern gefördert, um Schulen zu bauen, die medizinische Grundversorgung sicher zu stellen oder Bedürftige mit einer warmen Mahlzeit zu versorgen.

Bei der diesjährigen Aktion wurde aus dem oben genannten Grund ein zusätzliches Motto eingeführt: „Respekt für dich, für mich, für andere – in Bolivien und weltweit“ lautet die Botschaft, die auch Kinder verstehen. Begegneten sich alle mit dem nötigen Respekt, gäbe es weniger Gewalt und Krieg in der Welt. Deswegen fließt ein Teil des Erlöses in das Projekt „Palliri“ in Bolivien. Hier gibt es neben Fußballschule und Kindergarten auch Jugendzentrum und Nähzentrum. 215 Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene unterschiedlicher Herkunft besuchen zur Zeit diese Einrichtungen, die dringend ausgebaut werden müssten.

Bei dem Projekt „Leben retten“, das sich die Sternsinger ebenfalls auf ihre Fahnen geschrieben haben, soll den Menschen mehr Aufmerksamkeit gewidmet werden, in deren Heimat Krieg und Gewalt herrschen und die ihr Heil allein in der Flucht sehen.

Wohin man schaute am Samstagabend in Gaste oder am Sonntag Nachmittasg in Hagen, Gellenbeck oder Hasbergen, überall sah man nur zufriedene Gesichter. „Wir wurden mit offenen Armen empfangen“, so lautet Jonas‘ knapper Kommentar zum Beispiel in Gaste.

Gespannt wartet Klein und Groß jetzt auf das Ergebnis dieser einzigartigen Sammelaktion. 2015 kamen bundesweit 45, 5 Millionen Euro zusammen.


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