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Projekt Moos wird erweitert Kreismusikschule Osnabrück spendiert Hasberger Hüggelschülern ein Jahr Unterricht

Für das Zeitungs-Foto durften die Schüler schon einmal die Aufstellung für ihr Abschlusskonzert am Ende des Schuljahres proben. Foto: Egmont SeilerFür das Zeitungs-Foto durften die Schüler schon einmal die Aufstellung für ihr Abschlusskonzert am Ende des Schuljahres proben. Foto: Egmont Seiler

Hasbergen. Fehlende Spielfreude kann man den rund 60 Erstklässlern der Hüggelschule nicht vorwerfen: Halten sie ihr Instrument erst einmal in der Hand, flöten, klimpern und trommeln sie, was das Zeug hält. Grund für die eigenwilligen Klänge ist das Projekt „Ohne Moos nix los“, das seit diesem Schuljahr auch in Hasbergen vertreten ist.

Initiator von Moos, das für Modell Osnabrück steht, ist die Kreismusikschule. Sie hat es sich zum Ziel gesetzt, jedem Erstklässler einer bestimmten Schule kostenlosen Instrumentalunterricht zu ermöglichen. Zu Beginn des Projekts im September 2008 nahmen drei Schulen in Bramsche und Bad Laer teil, mittlerweile sind es 21 Grundschulen im ganzen Landkreis.

Zunächst kauft die Kreismusikschule ausreichend Gitarren, Geigen, Melodikas, Trompeten, Blockflöten und Trommeln, die sie dann der betreffenden Schule zur Verfügung stellt. Einmal in der Woche kommen zudem Lehrer an die Schulen, die den Kindern zeigen, wie man auf den Instrumenten spielt. Bevor es jedoch so weit ist, bringen sie den Schülern in zehn Theoriestunden grundlegende Kenntnisse wie etwa das Notenlesen bei.

Danach lernen die Erstklässler die verschiedenen Instrumentenklassen kennen und können sich je einen Monat an Blas-, Zupf-, Streich-, Tasten- und Schlaginstrumenten versuchen. Am Ende des Schuljahres geben dann alle Schüler ein kleines Abschlusskonzert. Obwohl sie mit jedem Instrument höchstens vier Unterrichtsstunden verbracht haben, sind sie dann in der Regel schon in der Lage, zusammen ein einfaches Lied zu spielen. Haben sie Gefallen an einem Instrument gefunden, können sie weiterführenden Gruppenunterricht belegen, dann jedoch gegen Gebühr. Im Durchschnitt machen 30 Prozent aller Schüler weiter, so Georgi Gürov, Regionalleiter der Kreismusikschule für Hasbergen.

Erste Kostprobe

„Wir spielen Gitarre, und das ist krass!“, singen die Schüler der Gitarrenklasse. Dort lernen sie zurzeit anhand des „Gitarrenrap“, wie die verschiedenen Saiten heißen. Das hört sich dann so an: „Der Mittelfinger nimmt das H, das klingt doch schon ganz wunderbar.“ Mit etwas Anleitung durch die Lehrerin schaffen die Kinder es sogar, „Oh Tannenbaum“ zu singen und dazu zu zupfen. Noch nicht im Einklang, aber sie befinden sich auf einem guten Weg.