Neuanfang in Flüchtlingspolitik Freies Internet für Asylbewerber in Hasbergen

Flüchtlinge und Hasberger haben in der Baracke am Eisenbahnweg gemeinsam einen neuen Freizeitraum eingerichtet. Hier könnte bald auch ein Computer stehen, an dem jeder via Skype mit seiner Familie telefonieren und sie in Videokonferenzen sogar sehen kann. Archiv-Foto: Gert WestdörpFlüchtlinge und Hasberger haben in der Baracke am Eisenbahnweg gemeinsam einen neuen Freizeitraum eingerichtet. Hier könnte bald auch ein Computer stehen, an dem jeder via Skype mit seiner Familie telefonieren und sie in Videokonferenzen sogar sehen kann. Archiv-Foto: Gert Westdörp

Hasbergen. Nach der Debatte um den desolaten Zustand der Flüchtlingsbaracke, den Hasbergen jahrelang duldete, startet die Politik nun einen Neuanfang in der Flüchtlingspolitik. Der Rat beschloss nach einem entsprechenden SPD-Antrag einstimmig, Asylbewerbern einen ihrer wichtigsten Wünsche zu erfüllen: freies Internet.

Zudem wird die Politik in Hasbergen das Thema Asylsuchende in Hasbergen als ständigen Tagesordnungspunkt für die Sitzungen des Verwaltungsausschusses aufnehmen. Darüber hinaus soll bei jeder Sitzung des Familienausschusses über die Situation der Flüchtlinge informiert werden.

Der Vorsitzende des Hasberger Familienausschusses, Ubbo Weerts (SPD), der die Unterkunft am Eisenbahnweg als „Schande für Hasbergen“ bezeichnet hatte und damit die Debatte angestoßen hatte, die dazu führte, dass die Gemeinde die Unterkunft schließen will, zeigte sich erfreut über diese Wertschätzung. „Ich bin froh über diese Diskussion.“ Im Arbeitskreis und im direkten Kontakt mit den Flüchtlingen erlebe er, wie groß das Bedürfnis ist, mit Diensten wie Skype kostenlos über das Internet mit der Familie in der Heimat zu telefonieren.

Der SPD-Fraktionschef Hardy Fischer fügte hinzu, welche Bedeutung das Internet für den Kontakt mit Behörden hat, um Anträge herunterzuladen, abzuschicken und die Verfahren zur Aufenthaltsgenehmigung damit entscheidend zu beschleunigen. „Wir sind denen das schuldig. Wir sollten bei dem Thema Flagge zeigen und uns für die Schwächsten einsetzen“, brachte Fischer es auf den Punkt. Um Bedenken bezüglich einer laut CDU „unsicheren Rechtslage für eine öffentliche WLAN-Nutzung“ auszuräumen, wurde in dem Antrag ergänzt, dass die Möglichkeit der Internetnutzung „rechtssicher“ sein muss.

Der stellvertretende CDU-Fraktionschef Robert Schirmbeck-Nölke war damit rundum zufrieden und betonte, dass man bei diesem Antrag nun absolut einer Meinung sei. Da die Gemeinde sich „in den letzten Jahrzehnten nicht ganz so intensiv um die Flüchtlingspolitik gekümmert hat“, war ihm und den anderen Fraktionen dieses einstimmige Votum bei diesem sensiblen Thema besonders wichtig.

Zur neuen Flüchtlingsunterkunft und zur Suche nach neuem Wohnraum sagte Bürgermeister Holger Elixmann, dass es „einige Mietangebote unterschiedlicher Qualität“ gebe. Diese würden nun geprüft. Zudem zeigte er sich zuversichtlich, dass in dem Container vis à vis der Baracke bald ein zusätzliches Fenster eingesetzt werden könne. In der kommenden Woche habe die Verwaltung dazu einen Termin mit einem Fensterbauer.


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