Fotokunst auf Glas gebracht Glaswerkhaus Hasbergen fertigt besondere Türausschnitte

Von Michael Pohl

Viele bekannte Künstler, wie Apanachii Fotoart 24, liefern Erich Städing die Vorlagen für seine Werke. Foto: Michael PohlViele bekannte Künstler, wie Apanachii Fotoart 24, liefern Erich Städing die Vorlagen für seine Werke. Foto: Michael Pohl

Hasbergen. „Handwerk hat goldenen Boden“, lautet ein Sprichwort, welches sinnbildlich für berufliche Sicherheit und Erfolg steht. Seine handwerklichen Erfahrungen setzt Erich Städing heute ein, um filigrane fotorealistische Darstellungen auf Glas zu zaubern.

Nach dem Abschluss der Volksschule begann der 1952 in Bramsche geborene Glasdesigner seine Ausbildung zunächst als Schreiner. Hier lernte er erste Grundlagen eines guten Handwerkers. „Dinge wie der Goldene Schnitt sind heute noch von Bedeutung“, erläutert Städing diese für ihn wertvollen Erfahrungen. Die berufliche Entwicklung zog ihn aber als Bautechniker und späteren Maurermeister weiter in andere Berufsfelder, die ihm Einblicke in vielfältige Produktionsbereiche ermöglichten.

Mit diesen Kenntnissen ausgestattet fertigte Städing seine ersten Handzeichnungen an, die er mithilfe von Glasern auf zerbrechliche Flächen brachte. „Es ist immer wieder faszinierend zu sehen, wie genau sich Punkte darstellen lassen“, erläuterte der Fachmann seine Motivation für diese ungewöhnliche Idee der Verzierung von gläsernen Elementen. War Städing bei seinen ersten Entwürfen noch auf die Hilfe Dritter angewiesen, so gelang es ihm später, mit der ersten Computertechnik genauere Projektionen anzufertigen. Zu damaliger Zeit wurde das rohe Glas mittels eines Sandstrahls bearbeitet. Weil dabei das Glas in einer Weise beschädigt wurde, die immer eine gewisse Unschärfe aufwies, waren den Möglichkeiten des Designers technische Grenzen gesetzt.

Moderne Technik 

Die fortschreitende Technik eröffnete jedoch auch diesem Bereich des Handwerks neue Möglichkeiten. Mittels moderner Laser werden heute die Materialien punktgenau erhitzt. „Dabei wird beschichtetes Glas verwendet“, erklärt Städing diese Form der Herstellung. Der Laser erwärmt die Beschichtung derart, dass einzelne Bläschen als sogenannte Punktewolke verschiedene Schattierungen darstellen. Weil ein Laserstrahl sich viel genauer steuern lässt als etwa ein Sandstrahl, sind die unterschiedlichsten Motive realisierbar. Die Augen des Experten leuchten als er mit den Worten „den Motiven sind keine Grenzen gesetzt“, die Vielfalt der Möglichkeiten seiner außergewöhnlichen Arbeit beschreibt.

Renommierte Künstler

Mit stetig wachsendem Kundenstamm änderte sich auch die Nachfrage nach moderneren Elementen. Heute fertigt Städing in seinem „Glaswerkhaus“, neben individuell gestalteten Glasausschnitten für Türen, auch großformatige Bilder aus dem zerbrechlichen Material. Dabei kann er inzwischen auf die Expertise international renommierter Designer und Fotografen zurückgreifen. „Jette Joop und ich haben eine Vorauswahl getroffen“, verriet Städing das Detail eines Projekts für einen Großkunden. Diese Großkunden sind es, die heute seine mit moderner Lasertechnik hergestellten Kunstwerke vertreiben. Durch die Zusammenarbeit mit erfahrenen Fotokünstlern, wie Apanachii Fotoart 24, kam es schon zu Ausstellungen von Offenbach bis Berlin. Daher kann sich Städing über eine mangelnde Nachfrage nicht beklagen. Die Bilder von Menschen, über abstrakte Formen, bis zu Tieren, etwa Elefanten, sind so begehrt, dass sie unlängst bis in die Schweiz exportiert wurden.


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