Festgottesdienst für Theiling Hasberger Organist feiert 50-Jähriges

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Hasbergen. Viel Musik gab es am Sonntag im Festgottesdienst in der evangelischen Christuskirche anlässlich Dieter Theilings 50-Jährigen als Organist. 38 Jahre begleitete er bisher die Gottesdienste in Hasbergen, zuvor war er in Georgsmarienhütte tätig.

„Singet dem Herrn ein neues Lied, denn er tut Wunder“, die Worte des Psalm 98,1 waren das Motto des Festgottesdienstes anlässlich des Jubiläums. „50 Jahre Dieter Theiling auf der Orgelbank, zwölf Jahre in der Lutherkirche in Georgsmarienhütte, 38 Jahre in Hasbergen – eigentlich gehört es sich, dass der Jubilar dies genießt und hier vorne sitzt, aber das geht nicht, es ruft die Orgelbank“, erklärte Pastor Guido Schwegmann-Beisel zu Beginn des Gottesdienstes, und er fügte hinzu: „Herr Theiling, sie gehören da oben hin – dort sind sie glücklich, Grüße von unten.“ Tatsächlich fühlte sich der Jubilar offensichtlich oben auf der Orgelbank umgeben von anderen Musikern wohler als unten im Mittelpunkt des Geschehens, wohin er zwischendurch dennoch musste.

Schließlich war aus seiner Zeit in Georgsmarienhütte unter anderem der damalige Diakon und späterer ehemalige Pastor Henning Wobbe gekommen. Er hielt auch einen Teil der Predigt. Außerdem erhielt der Jubilar eine Urkunde des Landesbischofs Ralf Meister, und der Kirchenvorstand sowie das Pastorenehepaar Maria Beisel und Guido Schwegmann-Beisel überreichten ihm einige Präsente – unter anderem einen Miniatur-Notenständer. Denn Theiling bleibt der Gemeinde zwar erhalten, trennte sich aber von dem Notenständer, den er 40 Jahre lang genutzt hatte. Dessen untere Kante besteht aus Sperrholz, die Farbe blättert ab und die Höhenverstellung funktioniert nicht mehr. „Alle haben gesagt, der muss mal weg, das wird Zeit“, erklärte Theiling schmunzelnd und fügte hinzu: „Aber sie kannten die Geschichte auch nicht.“

Zu Fuß von Hankenberge nach GMHütte

Denn: Der Notenständer gehörte Theilings Vorgänger in Georgsmarienhütte, Heinrich Stahlmann. Dieser war Organist und Chorleiter sowie Leiter der ehemaligen Volksschule neben der Lutherkirche. In der Nazi-Zeit sei Heinrich Stahlmann den damals Regierenden ein „Dorn im Auge“ gewesen, weiß Theiling: „Denn er hatte gewagt, Widerstand zu leisten, und sie wollten ihn von der Orgel wegdrängen.“ Doch auch eine Versetzung an die Schule nach Hankenberge habe Stahlmann nicht vom Orgelspielen abgehalten. Jahrelang sei dieser sonntags zu Fuß nach Georgsmarienhütte gegangen, um seinen Auftrag in der Lutherkirche zu erfüllen. Und als ein Notenständer gebraucht wurde, habe er sich ein eigenes Modell im Werkraum seiner Schule gebaut.

Später landete das gute Stück beim Entrümpeln auf dem Müll. „Da gehörte er nicht hin, ich habe ihn vom Müll geholt“, berichtete Theiling, der nun sein Jubiläum zum Anlass nahm, diesen besonderen Notenständer der Enkelin seines Vorgängers zu überreichen. „Sie ist extra aus Flensburg gekommen, und das ist eine gute Zäsur.“

Viele spielten mit

Doch nicht nur der Notenständer hatte seine Geschichte, auch das erste Musikstück des Gottesdienstes am Sonntag steckte für Theiling voller Erinnerungen: Mit dem „Präludium d-moll“ von Johann Pachelbell bestand Theiling vor 50 Jahren seine Prüfung als Kirchenorganist. Und nach welchen Kriterien hat er die anderen Stücke des Festgottesdienstes ausgewählt? „Querbeet, von jedem musste etwas dabei sein, von Paul Hindemith bis Bach“, so der Jubilar, der – wie sollte es auch anders sein – selbst ebenfalls ein Stück Musik zum Jubiläum erhielt: Die Chorgemeinschaft Sutthausen-Hasbergen sang für ihn „Die Himmel erzählen die Ehre Gottes“ von Josef Haydn. Darüber hinaus begleiteten Theiling der Posaunenchor der Christuskirche, der durch ein Bläserquartett ergänzt wurde, die Trompeter Claus Cronemeyer und Fritz Albert sowie Carsten Mohrbutter am Saxofon.


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