Katze Kikis unglaubliche Reise Katze aus Hasbergen nach fünf Monaten aus Belgien zurück

Von Danica Pieper

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Wieder glücklich vereint: Familie Vieira und ihre Katze Kiki. Foto: Danica PieperWieder glücklich vereint: Familie Vieira und ihre Katze Kiki. Foto: Danica Pieper

Hasbergen. Pünktlich zum Weihnachtsfest erlebte Familie Vieira aus Hasbergen eine ganz besondere Überraschung: Nach fast fünf Monaten tauchte ihre verschwundene Katze Kiki wieder auf. Das Tier war im August an einer belgischen Raststätte ausgebüxt.

Unter dem Tisch zwischen den Stühlen hat Kiki es sich bequem gemacht. Kaum ist ihr Versteck entdeckt, schießt die Katze wie ein schwarzer Blitz durch das Wohnzimmer in den Flur. „Als ob nichts gewesen wäre“, meint Anabela Vieira, immer noch ein wenig verdutzt.

Die Hasbergerin erinnert sich noch genau an den Tag, der das Leben ihrer Familie auf den Kopf stellte: Am 1. August des vergangenen Jahres machten sich Miguel und Anabela Vieira und ihre Kinder Dinis (9), Constança und Afonso (beide 4) auf den Weg in den Urlaub nach Portugal. Hinter der belgischen Grenze legte die Familie eine Pause an einer Raststätte ein. Auch Kiki durfte aus ihrer Box: „Sie sollte auch frische Luft schnappen“, erzählt Anabela Vieira. Doch Kikis Freiheitsdrang war wohl etwas zu groß: Sie zog kräftig an der Katzenleine, die daraufhin zerriss, und ehe Familie Vieira sichs versah, war die schwarze Katze in dem Wald hinter der Raststätte verschwunden. Zwei Stunden suchten Vater, Mutter und die Kinder nach Kiki, riefen ihren Namen – vergeblich. „Wir mussten dann weiterfahren, also habe ich auf Französisch einen Zettel an der Raststätte hinterlassen“, so Anabela Vieira.

Ohne Kiki war die Urlaubsstimmung natürlich dahin. „Der Älteste hat noch an der Raststätte geweint“, erinnert sich die Hasbergerin. „Das war ganz schrecklich“, erzählt Dinis. Kiki ist seine Katze und seine Bindung zu dem Tier daher besonders eng. Seine Mutter hingegen blieb optimistisch: „Ich habe immer gesagt: Gebt Kiki ein Jahr, und sie ist wieder bei uns zu Hause.“ Mit der Zeit kamen jedoch auch Anabela Vieira Zweifel, ob sie Kiki jemals wiedersehen würde: „Ich habe es gehofft, aber man muss ja auch realistisch sein.“ Vater Miguel war überzeugt, dass Kiki von einem Fuchs gefressen wurde. Freunde versuchten, der Familie Mut zu machen: „Viele haben gesagt, dass Katzen sich eher wehren können als Hunde.“

Tasso hilft

Ein Jahr vor ihrem Verschwinden war Kiki den Vieiras während ihres Urlaubs in Portugal zugelaufen. „Sie hat nur 470 Gramm gewogen. So ein kleines Würmchen!“, meint Anabela Vieira. Die Familie päppelte Kiki auf und ließ sie noch in Portugal vom Tierarzt chippen und tätowieren. Gleichzeitig registrierten die Vieiras Kiki in der Datenbank von Tasso. Der Verein, der sich ausschließlich über Spenden finanziert, bringt verlorene Tiere und ihre Halter wieder zusammen. Nach Angaben von Tasso sind über sieben Millionen Tiere in der Datenbank registriert. 2013 habe man mehr als 57000 entlaufene Vierbeiner an ihre Halter zurückvermittelt.

Der Tasso-Registrierung ist es zu verdanken, dass Kiki mittlerweile wieder zu Hause in Hasbergen ist. Einige Tage vor Heiligabend bekam Anabela Vieira von Tasso die Nachricht, dass der Tierschutz Kiki an einer Raststätte in der Nähe von Düsseldorf aufgelesen hatte. Die Familie konnte ihre Katze im Tierheim in Düsseldorf in Empfang nehmen. Zuvor hatte Anabela Vieira ihr Handy mit der SMS von Tasso auf den Frühstückstisch gelegt, damit Dinis sie sehen konnte. Perplex las der Neunjährige die Nachricht, schaute seine Mutter an, und las sie noch mal. „Ich habe einfach nicht mehr daran geglaubt“, erklärt Dinis, „aber als ich dann die Nachricht gelesen habe, da habe ich mich tierisch gefreut.“

200 Kilometer auf 4 Pfoten

Wie Kiki von Belgien nach Düsseldorf gekommen ist, weiß keiner genau. Anabela Vieira glaubt, dass die Katze die Strecke gelaufen ist – und dass sie auf dem Weg zurück nach Hasbergen war. „Ich habe mir das auf der Karte angeschaut: Düsseldorf liegt genau auf der Luftlinie Richtung Osnabrück!“ Fast 200 Kilometer habe Kiki zurückgelegt. „Hätte man sie laufen lassen, wäre sie nach einem Jahr wieder bei uns gewesen“, davon ist die Hasbergerin überzeugt – und das, obwohl Kiki daheim die meiste Zeit im Haus verbracht hat.

Auch für Kiki gab es eine Überraschung: Die Kater Spikey und Tommy ergänzen mittlerweile den Haushalt. Ein Leben ohne Vierbeiner konnten sich die Vieiras, die bereits vor Kiki Katzen hielten, nicht vorstellen, deshalb nahmen sie die beiden Jungkater bei sich auf. Inzwischen hat sich Kiki mit ihren neuen Mitbewohnern arrangiert. „Sie hat sofort klargemacht, dass sie die Hosen anhat, und die beiden haben es verstanden“, sagt Anabela Vieira schmunzelnd.

Nehmen die Vieiras denn ihre drei Katzen nächstes Jahr mit in den Urlaub? „Nein, auf keinen Fall!“, lacht Anabela Vieira. „Wir haben schon einen Katzensitter.“ Das Paar, von dem die Familie Kater Tommy adoptiert hat, hat sich angeboten, auf die drei aufzupassen. Sicher ist sicher.


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