L89-Ausbau erst 2015 fertig Baustelle in Hasbergen sorgt für Ärger

Die Sperrungen der Landesstraße 89 in Hasbergen (in Rot) umfassen nur wenige Hundert Meter. Die Umleitungsstrecke (in Blau) ist aber weiträumig über Holzhausen, Hagen und Natrup-Hagen ausgeschildert. Vor allem nicht Ortskundige stellt das manchmal vor arge Probleme. Symbolfoto: Colourbox.deDie Sperrungen der Landesstraße 89 in Hasbergen (in Rot) umfassen nur wenige Hundert Meter. Die Umleitungsstrecke (in Blau) ist aber weiträumig über Holzhausen, Hagen und Natrup-Hagen ausgeschildert. Vor allem nicht Ortskundige stellt das manchmal vor arge Probleme. Symbolfoto: Colourbox.de

Hasbergen. Auf der Prioritätenliste der Landesstraßenbaubehörde war Projekt „L89-Ausbau in Hasbergen“ jahrelang nur im Schneckentempo vorwärtsgekommen. Doch Ende November 2013 ging es endlich los. Damals war die Fertigstellung für Dezember 2014 angekündigt worden. Doch das wird jetzt nichts, zum Ärger vieler Autofahrer.

„Uns hat das Wetter der vergangenen Wochen mit dem Dauerregen einen Strich durch die Rechnung gemacht“, berichtete Cord Lüesse, Leiter des Geschäftsbereichs Osnabrück der Niedersächsische Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr. Daher habe die Fahrbahndeckschicht noch nicht auf die L89 eingebaut werden können. Die Anliegergrundstücke seien aber über die „Osnabrücker Straße“ jederzeit erreichbar. Wann der Einbau der Deckschicht erfolgen könne, hänge sehr von der weiteren Wetterlage nach den Feiertagen ab“, so Lüesse weiter. Sobald die Deckschicht aufgebracht sei, könne die Aufhebung der Vollsperrungen erfolgen.

Diese Sperrungen sorgten bei Autofahrer immer wieder für Ärger: Manche wollten nur „auf die andere Seite des Berges“ und landeten in Lengerich, andere standen mehrfach von verschiedenen Straßen kommend vor der Baustelle und konnten sie ohne genaue Ortskenntnis nicht umgehen. „Am Anfang als die Autofahrer hier gar nicht mehr in die Osnabrücker Straße konnten, war es extrem“, erklärte eine Mitarbeiterin der Wulfskotten Apotheke. Damals hätten sehr viele nach dem Weg gefragt. Seitdem die Straße bis zur Tankstelle wieder frei sei, sei dies besser geworden. „Aber ich weiß, dass sich der Verkehr im Ort ganz schön knubbelt“, so die Apotheken-Mitarbeiterin weiter. Die Baumaßnahme sei halt ein Projekt, das Geduld erfordert.

Dies kann Magdalene Rathmann vom Geschäft „Casa“ nur bestätigen: „In den vier Monaten als komplett gesperrt war, war es hier kurz vor einer kompletten Katastrophe.“ Inzwischen sei es etwas besser, doch der Durchgangsverkehr fehle ihrem Geschäft. „Es halten hier normalerweise viele aus Lengerich an“, so Rathmann.

Auf die Frage, ob sie vielen verirrte Autofahrer den Weg erklärten müsse, antwortete Andrea Kassens, die im Imbiss „Heidis Bude“ arbeitet: „Gerade war wieder einer hier. Die Leute fragen schon oft, beziehungsweise wollen wissen, bis wann die Baustelle noch hier ist.“ Auch die Mitarbeiter der Aral-Tankstelle müssen immer wieder helfen. „Hier kommen ziemlich viele Fremde hin, die wissen wollen, wie sie nach Lengerich kommen“, berichtete Tankstellen-Pächter Georg Worpenberg, der auch wusste: „Die oberhalb des Berges wohnen sind alle stinksauer, ob der Baustelle.“ Und auch er habe derzeit beim Benzin Umsatzeinbußen von 50 Prozent. Deshalb hoffe er auch: „Dass die im Sommer wirklich fertig sind – und nicht erst im August September.“

Auf der anderen Seite des Berges spürt Pottbäcker Bernd Niehenke ebenfalls Auswirkungen der Baustelle. „Einige Seniorengruppen haben abgesagt, die haben sich nicht durch die Baustelle zu mir getraut, so der Musiker und Töpfermeister. Und bei seinen Konzertankündigungen würde er nun immer den Umweg über die Schulstraße mit dazu schreiben. „Seitdem die Zeitung das auch mit abdruckt, geht es“, so Niehenke, den einige Konzertbesucher vorher mitunter auch nur mit einiger Verspätung erreichten. Klarere Worten fanden seine Bandkollegen: „Ich fahre jetzt immer von der anderen Seite, von Hagen aus hier her, man weiß ja nie, ob man durch die Baustelle durchkommt.“, so Willy Knigge, der als Musiker regelmäßig von Wellingholzhausen nach Hasbergen fährt. „Mir ist unerklärlich, wie man sich über so einen langen Zeitraum mit so etwas beschäftigen kann“, so der Musiker weiter, und sein Bandkollege Armin Seelige erklärte in Bezug auf die Baustelle: „Das ist eine Katastrophe. Ich komme aus Schledehausen und brauche jetzt immer mindestens 20 Minuten länger, um hierher zu fahren.“ Außerdem bemängelte er die Umleitungsbeschreibung und wünschte sich: „Eine richtige Umleitung, die auch ein Außenstehender versteht.“

„Fakt ist, dass bezüglich der Ausschilderung der Umleitungsstrecke in der jetzigen Baustellensituation an mich selbst bislang noch keine Probleme herangetragen worden sind“, erklärte in des Cord Lüesse, Leiter des Geschäftsbereichs Osnabrück der Niedersächsische Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr. Ob Beschwerden oder Rückfragen beispielsweise an die Gemeindeverwaltung Hasbergen oder an die zuständige Verkehrsbehörde, den Landkreis Osnabrück, gerichtet wurden, entzöge sich seiner Kenntnis.

„Es trifft zu, dass der auf der L 89 laufende durchgehende Verkehr ganz bewusst nicht über Gemeindestraßen und damit durch angrenzende Wohngebiete geleitet wird“, führte Lüesse weiter aus. „Dazu eignet sich die ausgewählte und ausgeschilderte Umleitungsstrecke über Natrup-Hagen, Hagen und Holzhausen sehr viel besser.“ Diese Umleitungsstrecke sei übrigens für beide Fahrtrichtungen eingerichtet, also sowohl für diejenigen Verkehrsteilnehmer, die von Osnabrück aus in Richtung Lengerich fahren wollen als auch für diejenigen, die in umgekehrter Richtung die Landesstraße befahren. „Ortskundige suchen sich dann aber in der Regel eine eigene, bevorzugte Fahrstrecke, die seitens der beteiligten Behörden nur selten beeinflusst werden kann“, ergänzte Lüesse.


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