Töpferei als stilvolle Kulisse Hasbergen: Kunsthandwerk in historischem Ambiente

Von Frank Muscheid

Friedrich Fischer (links) gab eine Einführung in die Bilder von Hans Schröder, bevor er als Schirmherr die Kunsthandwerkerausstellung mit Kreationen unterschiedlichster Couleur eröffnete. Foto: Frank MuscheidFriedrich Fischer (links) gab eine Einführung in die Bilder von Hans Schröder, bevor er als Schirmherr die Kunsthandwerkerausstellung mit Kreationen unterschiedlichster Couleur eröffnete. Foto: Frank Muscheid

Hasbergen. Etwas fürs Auge und fürs Ohr war wieder die Kunsthandwerkerausstellung mit mehreren 100 Besuchern, die der gelernte Grafiker Hans Schröder am Wochenende in Bernd Niehenkes Töpferei auf die Beine gestellt hat. Zu weihnachtlich angehauchtem Kunsthandwerk griffen Hausherr und Band kunstvoll in die Saiten und Tasten. Noch mehr Musik gibt es am 6. Dezember mit den legendären „Hiss“.

Schon in den 1920ern, wenn der Brennofen angefeuert war und drei Tage und Nächte im Auge behalten werden musste, erzählt Bernd Niehenke, holten sein Opa und dessen sieben Brüder die Instrumente heraus.

In der inzwischen 7. Töpfer-Generation seien neben den Terrakotta-Hüggelzwergen auch Weihnachtskugeln aus Ton als Windlichter gefragt: „Gedreht auf der Töpferscheibe. Danach werden die Muster mit einem Skalpell ausgeschnitten“, aber im richtigen Moment, „wenn die Kugeln lederhart sind“, sonst könnten sie zusammensacken, bevor sie mit flüssigem Ton überzogen werden.

Seit Ende der 70er Jahre gibt es in der Töpferei Tage der offenen Tür. Inzwischen holt der naturalistische Maler Hans Schröder anderes Kunsthandwerk ran: Bad Iburger Klöppelarbeiten von Anja Turmann, Gislinde Schmidt, Anni Holtmann, Carmen Wiewel und Kerstin Klein, Holzarbeiten des Georgsmarienhütters Manfred Hülsmann, Fotodrucke vom Hasberger Michael Rateike, Schmuck und Windlichter von Gerda Kaiser aus Werther oder auch Schwibbögen und Pyramiden von Heinz-Peter Riesenbeck aus Lienen. Ein Familienwerk – er konstruiere und setze zusammen, auch Sohn und Frau helfen, die Feinsägearbeiten übernehme die Tochter perfekt: „Mit zehn Jahren hat sie das erste Motiv ausgeschnitten.“

Martina Hinz-Semper präsentierte farbenfrohe Kreationen aus Stoff und Filz: „Eulen sind nach wie vor im Trend“, bei ihr schon seit Jahren die Arbeit mit Stoff, erzählt sie. Seit sie einen Stift halten könne, zeichne sie, berichtete Beate Pott aus Hasbergen. Mit Grafikprogramm setzt sie die Werke zu persönlichen Geschenkkarten oder Bildern zusammen: „Ich habe inzwischen ein großes Archiv.“ Sie sei ständig auf Motivsuche.

Schirmherr war wieder der Hasberger Friedrich Fischer, der als Religionspädagoge lange an der Uni Osnabrück gelehrt hat. Für seine vielen Religionsbücher habe er sich immer mit Kunst beschäftigt. Er ging auf Schröders Werk ein, das kompositorisch und perspektivisch perfekt und zum Greifen plastisch sei.

Für Fischer ist die Töpferei Niehenke ideal für eine Kunsthandwerkausstellung: „Die nötige Atmosphäre ist schon da, die muss man nicht künstlich erzeugen.“ Der aus Stillleben zusammengestellte Kalender von Hans Schröder mache Appetit auf regionale Spezialitäten und liefere die Rezepte gleich mit. Fast alle Kalender seien verkauft, je 225 Euro des Erlöses gingen an das Kinderhospiz Osnabrück und an Renovabis zugunsten mittel- und osteuropäischer Waisenkinder, so der Maler.