Der Serienkiller vom Hüggel Tina Schick liest in Hasbergen aus „Osnabrücker Kamikatze“

Von Danica Pieper

In gemütlicher Atmosphäre las Tina Schick in der Töpferei Niehenke aus ihrem Krimi „Osnabrücker Kamikatze“. Foto: Danica PieperIn gemütlicher Atmosphäre las Tina Schick in der Töpferei Niehenke aus ihrem Krimi „Osnabrücker Kamikatze“. Foto: Danica Pieper

Hasbergen. Einen besseren Ort für ihre Lesung hätte sich Tina Schick kaum aussuchen können, spielt die Töpferei Niehenke in ihrem Krimi „Osnabrücker Kamikatze“ doch eine prominente Nebenrolle. Aber nicht nur der Ort, auch einige Personen aus dem Roman waren bei der kurzweiligen Veranstaltung in kleiner Runde anwesend.

Ein wenig verdutzt schaut Hündin Emma schon aus, schließlich ruft Tina Schick ständig „Sitz, Emma“ und „Komm, Emma“. Doch die Autorin meint nicht Emma, die es sich am Kamin der Töpferei Niehenke gemütlich gemacht hat, sondern ihr literarisches Gegenstück in „Osnabrücker Kamikatze“. Genau wie ihrem Frauchen Petra, die ebenfalls anwesend ist, kommt Emma eine besondere Rolle zu: Sie findet unter dem Laub am Boberg die Leiche einer jungen Frau.

Zuvor hatte Schick vorgelesen, wie Janka vergeblich versucht, aus dem „Bulgarenhaus“ am Rosenplatz zu fliehen. Ist sie die Tote in dem blauen Müllsack? Bevor das Rätsel gelöst ist, tauchen noch zwei weitere Leichen auf: Eine an der Gedenkstätte am Augustaschacht und eine am Wanderparkplatz am Steinbrink. Kommissarin Johnny Kramer muss herausfinden, ob ein Serienmörder am Hüggel sein Unwesen treibt. Unterstützung erhält sie dabei von ihrer Freundin Lisa von Suttner und deren Katze Chilly.

„Osnabrücker Kamikatze“ ist nach „Osnabrücker Bandsalat“ und „Osnabrücker Festersturz“ der dritte Krimi mit Kommissarin Johnny und Fotografin Lisa. Am Anfang sei es ihr sehr schwer gefallen, jemanden zu ermorden, gestand Schick: „Aber beim zweiten Fall war es schon leichter.“ Für den dritten Band hat Schick, die hauptberuflich als Lehrerin arbeitet, besonders viel Zeit auf die Recherche verwendet, damit die Geschichte möglichst realistisch erscheint.

Das Ergebnis ist ein Roman, der trotz aller Brutalität mit viel Humor und noch mehr Lokalkolorit punkten kann. Nur schade, dass gerade einmal ein gutes Dutzend Zuhörer gekommen waren, um Schick zu lauschen. Wann die Fortsetzung von „Osnabrücker Kamikatze“ in die Regale kommt, steht derzeit noch nicht fest: „Ich tue mich etwas schwer damit, den vierten Band zu schreiben, da ich dies hier im Moment nicht toppen kann“, so die Autorin.