Zum Wandern auch nach Afrika Hasbergen: Kunsthandwerkermarkt des Kulturvereins

Von Michael Pohl


Hasbergen. Viel handwerkliches Geschick bewiesen die über 60 Aussteller am Sonntag im Schulzentrum. Dabei reichte die Palette der Angebote von Weihnachtsartikeln über einen Drechsler bis zur Schmuckverarbeitung.

Der Kunst- und Kulturverein hatte zum wiederholten Mal in die Räume der Schulen am Roten Berg eingeladen. Der Vorsitzende Werner Wessel zeigte sich in einem Gespräch mit unserer Zeitung sehr zufrieden mit dem Besucherandrang. „Trotz schlechten Wetters haben wir etwa genauso viele Besucher wie im Vorjahr“, so Wessel weiter. Damit hätten nach seiner Einschätzung wieder über 1000 Gäste den Weg zum Kunsthandwerkermarkt gefunden. Die Aussteller präsentierten in diesem Jahr nicht nur bereits fertig- gestellte Waren, sondern ließen sich auch bei dem ein oder anderen Handgriff über die Schulter schauen. Helmut Temmeyer findet es zum Beispiel gut, dass er die Schmuckstücke für die Wandläufer seiner Frau Brigitte „abends auf dem Sofa“ fertigen kann. Das Ehepaar unterstützt sich seit über zehn Jahren in der Herstellung von Dekorationselementen für Wände und Türen. Die Idee für die kunstvollen Gegenstände aus Aluminiumdraht habe seine Frau gehabt, so Temmeyer. Von ihm stamme nur die weitere Verfeinerung.

Am Stand gegenüber drehte sich alles um die korrekte Kleidung von Puppen. „Mit Porzellanpuppen fing es an“, antwortete Annette Büscher auf die Frage, wie sie zu ihrem Geschäft gekommen sei. Zu Beginn habe sie noch die Puppen vom Modellieren über das Brennen bis zum Anziehen selber gefertigt. Aber die modernen Puppen aus Kunststoff hätten mittlerweile denen aus Porzellan den Rang abgelaufen. Deshalb sei ihr nur noch die Herstellung und der Vertrieb der Bekleidung geblieben, so Büscher abschließend.

Durch die Vielzahl von Ständen mit advent- und weihnachtlichem Schmuck, etwa Sternen, Engeln oder Christbaumkugeln, kam so mancher Besucher in eine besinnliche Stimmung. Wer dann spontan beschloss, sich auf eine Pilgerreise zu begeben, der konnte am Stand von Gerhard Meier den dazu passenden Wanderstock erstehen. In seinem Handwerk lässt Meier nach eigenen Angaben seiner Faszination für die Natur freien Lauf. Darüber hinaus sei es ihm wichtig, mit seiner Arbeit einen Teil der Tradition der Handwerksgesellen weiterzuführen. Diese sei aus der Tatsache entstanden, dass die Handwerker, wenn sie auf die Walz zogen, einen Stock zum Wandern benötigten, so Meier.

altes Handwerk

Ein weiteres altes handwerkliches Kunstgewerbe wurde in der Aula der Hüggelschule vorgestellt. Seit über 500 Jahren ist in Deutschland die Technik des Blaudrucks bekannt. Dabei werden Stoffe mit handgeschnitzten Stempeln bedruckt. Das Ehepaar Brand, welches eigens aus Voxtrup anreiste, war begeistert. Weil die Kinder des Ehepaares Katzenliebhaber seien, würden die Decken mit den Tiermotiven in die engere Wahl kommen, so Johannes Brand. Zum Schluss entführte Mohammed Adam die Besucher in seine afrikanische Heimat. Der aus Kumasi in Ghana stammende Künstler zauberte dabei auf gebrauchte Einweckgläser kunstvolle Motive aus der afrikanischen Tierwelt. Diese setzte Adam mit leuchtenden Kerzen eindrucksvoll in Szene.