Konzert in der Töpferei Niehenke Pottbäcker machen Platt in Hasbergen

Von Michael Pohl

Willy van Welling, Armin Seelig und Bernd Niehenke (von links) bilden das Trio „Pottbäcker“, das am Wochenende in der Töpferei Niehenke auftrat. Foto: Michael PohlWilly van Welling, Armin Seelig und Bernd Niehenke (von links) bilden das Trio „Pottbäcker“, das am Wochenende in der Töpferei Niehenke auftrat. Foto: Michael Pohl

Hasbergen. Die Töpferei Niehenke ist in den Gemeinden am Hüggel für ihre handwerklichen Fähigkeiten bekannt. Am Samstag ließen die Pottbäcker einmal die Töpferscheibe ruhen und gingen mit ihrem Publikum auf eine musikalische Reise ins plattdeutsche Land um Hasbergen.

Obwohl sich die Mitglieder der Band, Bernd Niehenke, Armin Seelig und Willy van Welling schon seit mehr als dreißig Jahren kennen, spielen sie erst seit vier Jahren in dieser Besetzung. Mit ihren plattdeutschen Stücken möchte die Band unter anderem zu Erhalt der norddeutschen Mundart beitragen. Es sei sehr schade, dass die jüngere Generation nicht mehr überall mit dem „Platt“ aufwachsen würde, war sich die Band auf Nachfrage einig.

Trotz dessen fanden sich in der guten Stube der Töpferei rund 60 Gäste zwischen 30 bis 90 Jahren ein. Der eigentliche Ausstellungsraum war mit Sofas und gemütlichen Stühlen sowie einem zur Theke umfunktionierten, rustikalen Tisch ausgestattet. Durch diese Einrichtung und den Geruch von verbrannter Asche, aus dem großen erkalteten Kamin, entstand eine heimelige Atmosphäre. Hierdurch gewann das Konzert der drei Musiker echten Wohnzimmercharakter.

Auch Nachdenkliches

Musikalisch zeigte die Band zu Beginn auch, dass plattdeutsche Musik durchaus politisch sein kann. Klar distanzierte van Welling sich von den grausamen Ereignissen im Irak und Syrien. In seiner Anmoderation zog er Parallelen zwischen den Taten der Terrormiliz IS und denen der Nationalsozialisten in Deutschland. Aus diesem Grund leitete die Band den Abend mit einem nachdenklichen Stück über den Abschied eines Sohnes von seiner Familie vor dessen Kriegseintritt ein.

Kurze Zeit später jedoch nahm Niehenke und seine Mitstreiter die Gäste mit „rus up´t Land“ und ließ mit vielen Anekdoten aus dem gemeinsamen Bandleben die traurigen Nachrichten vergessen. Weiter ging die Fahrt mit „Königinnen“ und dem Zwist zweier Männer um die gleiche Frau. Mit vielen weiteren Geschichten von „den Kerls und de Wichten“, lag der Schwerpunkt des Abends auf den Tücken des Lebens und der Liebe. Neben handgemachter Musik gab es mit Bratwurst, Chili und Bier mit Brezel auch kulinarisch allerlei zu entdecken.