Armut keine Chance geben Hasberger Kleiderkammer „Jacke und Hose“ feiert Geburtstag

Von Barbara Müller

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Mit herzlichem Beifall dankten die 70 Gäste der Benefiz-Gala des Vereins „Jacke und Hose“ den ehrenamtlichen Helfern, die zweimal in der Woche (montags von 9 bis 12 Uhr, donnerstags von 15 bis 18 Uhr) bedürftigen Familien aus Hasbergen bei der Kleidungswahl zur Seite stehen. Ganz links steht Marita Benne, der „gute Geist“ des Teams, ganz rechts ist Kinder- und Jugendreferentin Katrin Schmidt zu erkennen. Foto: Werner BarthelMit herzlichem Beifall dankten die 70 Gäste der Benefiz-Gala des Vereins „Jacke und Hose“ den ehrenamtlichen Helfern, die zweimal in der Woche (montags von 9 bis 12 Uhr, donnerstags von 15 bis 18 Uhr) bedürftigen Familien aus Hasbergen bei der Kleidungswahl zur Seite stehen. Ganz links steht Marita Benne, der „gute Geist“ des Teams, ganz rechts ist Kinder- und Jugendreferentin Katrin Schmidt zu erkennen. Foto: Werner Barthel

Hasbergen. Seit fünf Jahren versorgt Hasbergens Kleiderkammer „Jacke und Hose“ sozial schwache Familien mit gut erhaltener Kleidung. Allein das wäre eine Feier wert. Dass es zum fünfjährigen Bestehen schließlich gar eine Benefiz-Gala wurde, hatte zwei Gründe: Einmal wollte Kinder- und Jugendreferentin Katrin Schmidt das Engagement der Ehrenamtlichen würdigen. Zum anderen bat man im evangelischen Gemeindezentrum an der Martin-Luther-Straße um Spenden, um Kindern aus bedürftigen Familien einen Weihnachtswunsch erfüllen zu können.

Organisatorin Katrin Schmidt überraschte ihre 70 Gäste mit einem stimmungsvollen Rahmen: Evergreens aus mehreren Jahrzehnten gab das Duo Markus Ferner und Hanno Eulefeld zum Besten, die Jugendband „Three Days“ sorgte für Stimmung, und die Cateringfirma der Schule Am Roten Berg hatte ein leckeres Buffet zusammengestellt. Moderiert wurde der Abend von Pastorin Maria Beisel von der Christuskirche.

Von einer „Erfolgsgeschichte“ sprach Schirmherr Bürgermeister Frank Stiller in seiner Ansprache: „Man weiß nicht, was man mehr loben soll – den selbstverständlichen Einsatz der rund 15 ehrenamtlichen Helfer, die seit fünf Jahren fast unbemerkt von der Öffentlichkeit in der Kleiderkammer Ihren Dienst verrichten oder die Hasberger Familien, die vom ersten Tag an neuwertige Kleidung der Kleiderkammer Am Amazonenwerk 88 in Gaste zur Verfügung stellen.“ Auch die Wahl dieses Standortes habe sich als vorteilhaft herausgestellt: Die Räumlichkeiten von „Jacke und Hose“ befinden sich in einem Haus, das der Gemeinde gehört. Es liegt abseits vom Hasberger und Gaster Zentrum, ermöglicht einen anonymen Zutritt und kostet obendrein keine Miete.

Mit Film und Vortrag stellte Katrin Schmidt die Einrichtung vor. „Wir sind zunächst von einer Erprobungszeit von zwei Jahren ausgegangen und wollten auf keinen Fall einen Verein gründen“, sagte sie, „aber schon bald zwang uns das beispiellose Spendenaufkommen, unsere Meinung zu ändern, um nicht die Gemeinnützigkeit zu verlieren.“ Kurze Zeit später konnte man auch die Angebotspalette erweitern: Neben Kleidungsstücken können Bedürftige inzwischen auch Spielzeug oder Bücher erwerben. Letztere sind zu Centbeträgen zu haben, am teuersten ist ein Wintermantel. Er kostet zwei Euro.

Allein im Jahr 2013 sind 4400 Euro durch die Weitergabe von Kleidung eingenommen worden. Das bedeutet, dass 8000 Kleidungsstücke weitergegeben wurden. Diese Einnahmen werden genutzt, um Hasberger Familien in vielfältigen Notfällen zu helfen: Gutscheine für dringend benötigte Schuhe sind ebenso dabei wie eine finanzielle Unterstützung bei Klassenfahrten von Kindern einkommensschwacher Familien. Auch das regelmäßige Mittagessen für mittellose Kinder ist 2013 eingeführt worden. Elf Kinder dürfen sich über eine warme Mahlzeit an Wochentagen freuen.

In dieser Jahreszeit denkt der Vorstand von „Jacke und Hose“ verstärkt über Weihnachtsgeschenke für Kinder nach. Mit den Spenden dieser Benefiz-Gala erhofft man sich einige bedürftige Familien ansprechen zu können, um sie nach einem Weihnachtswunsch für ihre Kinder zu fragen. „Wünsche, angefangen bei einem eigenen Süßigkeitenteller, über einen Weihnachtsbaum bis hin zu einem Weihnachtsessen für die gesamte Familie werden dann an uns herangetragen“, erläuterte 1. Vorsitzende Marita Benne, „manchmal ist es ein Atlas, den das Familienbudget nicht hergibt, gelegentlich bringt auch ein Gutschein für eine andere dringende Anschaffung viel Freude.“

Mit herzlichem Beifall wurden anschließend die ehrenamtlichen Helfer bei ihrer Ehrung bedacht. Bürgermeister Frank Stiller und Kinder- und Jugendreferentin Katrin Schmidt überreichten allen symbolisch eine Sonnenblume als Dankeschön. Hervorgehoben wurde dabei das Engagement Marita Bennes, dem „guten Geist“ des Teams.


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