Tag der offenen Tür am Samstag Hasberger DRK-Ortsverein feiert 100-jähriges Bestehen

Von Michael Pohl

Der Hasberger Ortsverband des Deutschen Roten Kreuzes feiert am Wochenende sein 100-jähriges Bestehen. Symbolfoto: dpaDer Hasberger Ortsverband des Deutschen Roten Kreuzes feiert am Wochenende sein 100-jähriges Bestehen. Symbolfoto: dpa

Hasbergen. Seit 100 Jahren helfen die Mitglieder des Hasberger Ortsvereins vom Deutschen Roten Kreuz (DRK) Menschen in Notsituationen. Damit führen sie das Erbe von Henry Dunant aus dem 19. Jahrhundert fort. Mit einer großen Feier soll das Jubiläum am kommenden Wochenende auch in der Hüggelgemeinde gebührend gefeiert werden.

Nach Angaben der Sprecherin des Hasberger Ortsvereins, Stephanie Seidel, freut sich der Vorstand um den ersten Vorsitzenden Christian Böckenförde am Freitag um 19 Uhr in der Freizeitlandhalle nicht nur auf die derzeit 385 Fördermitglieder, sondern auch auf zahlreiche Freunde und Besucher aus der ganzen Bevölkerung der Hüggelgemeinde. Am Samstag präsentiert sich der Ortsverein ab 11 Uhr mit einem Tag der offenen Tür und zahlreichen Aktionen auf dem Tomblaineplatz den Besuchern. Zusätzlich finden am Donnerstag und Samstag Umtauschaktionen von Verbandskästen statt.

Die Geschichte des Hasberger DRK-Ortsvereins geht zurück auf einen „Zweigverein“ des „Vaterländischen Frauenvereins vom Roten Kreuz“. Dieser Frauenverein wurde zunächst 1866 durch die deutsche Kaiserin und Königin von Preußen Augusta Marie Luise Katharina von Sachsen-Weimar-Eisenach gegründet. Der Zweigverein in Hasbergen gründete sich am 4. Oktober 1914. Wie aus der Gründungsurkunde hervorgeht, musste der Verein bereits während des Ersten Weltkriegs für die Pflege von Kriegsopfern 3600 Reichsmark ausgeben. Dabei führten sie stets das Anliegen von Dunant, der Idee der Pflege von durch Krieg traumatisierten Menschen fort.

Der am 8. Mai 1828 in eine Kaufmannsfamilie geborene Schweizer Dunant wollte eigentlich Kaiser Napoleon III. um wichtige Dokumente für seine Geschäfte bitten, als er sich am Morgen des 24. Juni 1859 unmittelbar in der Schlacht von Solferino in Norditalien wiederfand. Zum damaligen Zeitpunkt standen sich 100000 Soldaten gegenüber. So kam es, dass sich Dunant freiwillig und nur mithilfe der vor Ort lebenden Bevölkerung um die Sterbenden und Verwundeten dieser Schlacht kümmerte. Seine gedruckten „Erinnerung an Solferino“ schickte er 1862 an die Herrscher Europas. Unter diesen Eindrücken wurde das Internationale Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) in Genf gegründet.

Trotz seines fehlenden wirtschaftlichen Erfolgs setzte sich Dunant weiter für die Verbesserung der Versorgung von Kriegsopfern und Gefangenen ein. Mit der Verleihung des Friedensnobelpreises im Jahr 1901 würdigte das Nobelpreiskomitee das Lebenswerk des Visionärs, der am 30. Oktober 1910 starb.

Zurück nach Hasbergen: Bestanden die Aufgaben des Vereins in der Hüggelgemeinde im Krieg vorwiegend in der Pflege von Verwundeten, so kam in Friedenszeiten rasch die Betreuung von sozial schwachen Bevölkerungsteilen hinzu. Ein weites Feld war vor allem die Mütterberatung und Säuglingsfürsorge. Auch dem DRK brachte die Zeit des Nationalsozialismus Unannehmlichkeiten. Durch eine zwangsweise angeordnete Umorganisation erfolgte die Auflösung des Frauenvereins und die Gliederung des DRK nach Wehrkreisen. Aufgrund des daraus folgenden militärischen Charakters erhielt das DRK erst 1950 die Wiederzulassung.

In Hasbergen war Heinrich Pott die treibende Kraft des Wiederaufbaus im Jahre 1951. Unter seinem Nachfolger Wilhelm Ardelmeier erhielt der Hasberger Ortsverein einen aktiven Sanitätszug. Bis 1978 entwickelte sich der Ortsverein kontinuierlich weiter. Eine endgültige Bleibe fanden die Mitglieder in einem Anbau am Gerätehaus der Feuerwehr, welches mit einem Richtfest am 4. November 1978 gefeiert wurde.

Heute nimmt der Ortsverein neben dem notfallmedizinischen Dienst unter anderem auch die Organisation der regelmäßigen Blutspenden wahr