Waldwoche Hasberger Kinder verbringen eine Woche im Wald

Von Danica Pieper

Pilze bestimmen, Buden bauen, Tierspuren lesen: 14 Kinder haben sich bei der Waldwoche der Evangelischen Familienbildungsstätte Osnabrück und der Gemeinde Hasbergen im Hüggel ausgetobt. Foto Danica PieperPilze bestimmen, Buden bauen, Tierspuren lesen: 14 Kinder haben sich bei der Waldwoche der Evangelischen Familienbildungsstätte Osnabrück und der Gemeinde Hasbergen im Hüggel ausgetobt. Foto Danica Pieper

Hasbergen. Von wegen nur Computer: Dass Kinder auch mit Stöcken, Steinen und Blättern viel Spaß haben können, beweist jeden Sommer die Waldwoche der Evangelischen Familienbildungsstätte Osnabrück und der Gemeinde Hasbergen. In diesem Jahr waren es 14 Hasberger Kinder, die in den Wäldern des Hüggels auf Entdeckungstour gingen.

Den Hüggel kennen Louis (6), Ole (6) und Markus (7) mittlerweile wie ihre Westentasche. Zielsicher laufen sie vom Wanderparkplatz am Steinbrink in die Hasberger Wildnis, wo sie zwischen Bäumen und Erdhängen ihr Lager aufgeschlagen haben. Die drei Jungen nehmen gemeinsam mit elf anderen Hasberger Kinder an der Waldwoche teil, einer naturpädagogischen Ferienbetreuung, die die Evangelische Familienbildungsstätte Osnabrück zusammen mit Katrin Schmidt vom Familienservicebüro der Gemeinde Hasbergen durchführt.

Unter der Aufsicht von Natur- und Wildnispädagogin Björg Dewert verbringen die zukünftigen Erstklässler jeweils acht Stunden täglich im Wald, wo sie spielerisch etwas über die Tiere und Pflanzen des Hüggels lernen. Frederik (6) holt einige kleine, herzförmige Blätter hervor und steckt sie in den Mund. „Das ist Sauerklee“, erklärt er. Je mehr man darauf kaue, desto saurer schmecke er. Auch einen lila schimmernden Pilz haben die Kinder zwischen den Blättern entdeckt – laut Fachbuch handelt es sich dabei um einen amethystblauen Lacktrichterling. „Wir machen hier keine Naturkunde, aber wir regen zum Nachforschen an“, berichtet Dewert. So haben die Teilnehmer unter anderem Spuren im Wald ausfindig gemacht, identifiziert und eingegipst, zum Beispiel von Rehen, Füchsen und Fahrradfahrern. Besonders stolz sind die Kinder jedoch auf ihre selbst gebaute Waldbude. Sie haben Baumstämme auf eine Anhöhe gehievt und so aneinandergelehnt, dass mehrere Personen darunter Schutz finden. In der Bude befinden sich zwei Steine, mit denen Pflanzen zerkleinert werden – die sogenannte Kräutermühle – und Steine und Stöcke, mit denen die Kinder trommeln. Einer der Baumstämme dient zudem als Turnstange. Daneben haben die Teilnehmer mit Ästen und Blättern auch noch zwei Waldtoiletten errichtet – „in diesem Jahr zum ersten Mal überdacht“, wie Dewert erzählt.

Trotz dieser Aktivitäten beschäftigen sich die Kinder selbst, sie toben durch den Wald oder schnitzen an Zweigen. „Sie erleben die Natur mit allen Sinnen. Das ist eine ganz andere Erfahrung als am Lerncomputer“, meint Schmidt. Zudem lernten die Kinder, die Natur, aber auch sich zu respektieren. Oberstes Ziel der Waldwoche sei jedoch: „Jedes Kind glücklich zu machen, von Herzen“, so Dewert. Die Teilnehmer selbst sind auf jeden Fall begeistert von ihrer Zeit im Wald. Louis: „Das ist viel besser als im Kindergarten!“