Stollen am Hüggel wird eröffnet Reise zu den Schätzen im Silbersee in Hasbergen

Mit Helm und Leuchten unter Tage: Besucher können nun den Silberseestollen am Hüggel erkunden. Foto: LandkreisMit Helm und Leuchten unter Tage: Besucher können nun den Silberseestollen am Hüggel erkunden. Foto: Landkreis

Hasbergen/Hagen. Eintauchen in das Stollensystem eines rund 100 Jahre untertägigen Gesteinsabbaus. Staunen über ein 240 Millionen Jahre altes Urwattenmeer. Grabgänge von Krebsen und Muscheln über den Köpfen, Spuren von Ursauriern und ein Panzerwrack aus dem Zweiten Weltkrieg. Aber: Wo ist das Wasser des Silbersees geblieben? Um das Gewässer ranken sich zahlreiche Mythen und Geschichten. Viele neue und überraschende Fakten werden nun auf engstem Raum präsentiert. Ab kommenden Sonntag können die Besucher den Stollen in Begleitung von ausgebildeten Tourguides erleben.

Ein Steg wurde im Innern verlegt und dient gleichzeitig als abgesicherte Wegeführung. Bis zu 15 Besuchern pro Führung können mit Helm und Leuchten den Stollen erkunden. Geplant ist, künftig rund anderthalbstündige Exkursionen an festen Wochenendterminen anzubieten.

Am Sonntag, 27. April, werden nach der offiziellen Eröffnung um 11 Uhr ab 13.30 Uhr in halbstündigem Rhythmus zehn Schnupperführungen angeboten, um einen ersten Eindruck zu vermitteln. Es wird empfohlen, sich in der Geschäftsstelle von Terra-Vita anzumelden, da an diesem Tag höchstens 150 Besucher den Stollen besichtigen können, Telefon: 0541/501-4217. Treffpunkt ist der Parkplatz des Gasthauses Jägerberg, Zum Jägerberg 40, in Hagen.

Der Natur- und Geopark Terra-Vita hatte sich vor sieben Jahren aufgemacht, das Silberseephänomen erlebbar zu machen. Mit zahlreichen Helfern aus der Region, darunter die Grundeigentümer Michael Sünkler und Gerd Mäscher, sowie finanzieller Unterstützung des Landes, der EU, den Gemeinden Hasbergen und Hagen, des Landkreises Osnabrück, der Stiftung Stahlwerk Georgsmarienhütte und der Firma Holz Speckmann, wurde das Projekt realisiert. Dabei mussten die Arbeiten zweimal ruhen, da der Stollen sowohl 2008 als auch 2010 überflutet worden war. Weitere Herausforderungen waren die bergrechtliche Zulassung zum Betrieb eines Besucherbergwerkes sowie das Vorlegen eines Notfall- und Rettungskonzepts.

Die fundierte wissenschaftliche Basis wurde mit Hilfe eines Paläontologen gelegt, der auch einen Exkursionsführer erarbeitet hat. Im Auftrag des Landkreises Osnabrück wurde zudem ein Film über den Hüggel und den Silberseesteinbruch gedreht.


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