Mit russischer Seele Don Kosaken Chor Serge Jaroff in Hasbergen

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Sehnsucht nach Russland verkörperten die ursprünglich Vertriebenen Don Kosaken auch bei ihrem Auftritt in der Christuskirche in Hasbergen. Foto: Astrid SpringerSehnsucht nach Russland verkörperten die ursprünglich Vertriebenen Don Kosaken auch bei ihrem Auftritt in der Christuskirche in Hasbergen. Foto: Astrid Springer

Hasbergen. Stimmgewaltig, mit vielen bekannten Melodien und noch mehr russischer Seele – so präsentierte sich der Don Kosaken Chor Serge Jaroff bei seinem Auftritt in der evangelischen Christuskirche in Hasbergen. Gut 100 Besucher zeigten sich begeistert von den opulenten Klängen.

Fast schien es während des eindreiviertel Stunden langen Auftritts, als wären die Stimmen der ausgebildeten Profis zu mächtig für die eher kleine Kirche. Problemlos füllten die 15 Sänger den wegen seiner guten Akustik vom Organisator des Konzerts, dem Kunst- und Verkehrsverein, gewählten Raum. Immer wieder erstrahlte so der Klang der Tenöre, Baritone und Bässe – mächtig und stark, laut und leise, sehnsuchtsvoll und hoffnungsfroh, perfekt intoniert und bis auf den einen oder anderen letzten Ton auch immer wunderhübsch synchron.

Über diesen Klanggemälden erstrahlten immer die Stimmen einzelner Solisten wie ein Adler über der russischen Taiga. Knapp die Hälfte der Männer erhob sich so immer wieder über den gewaltigen Klangkörper, erzählte von Russland, Sehnsucht und Erinnerungen an die Heimat der Vertriebenen.

Keine Frage: Mit seiner Musik und der einmaligen Interpretation hat der 1921 gegründete und vor 90 Jahren erstmals öffentlich in Wien aufgetretene Chor das westliche Bild vom musikalischen Russland geprägt und geformt. So muss das Land dies- und jenseits des Chorals klingen, in diesem Chor und seiner Musik spiegelt sich die russische Seele für hiesige Ohren wie in keinem anderen Chor. Die Don Kosaken wissen das und bedienen das Bild, sehr zur Freude ihrer Fans und Zuhörer.

Die zeigten sich von den Klangwelten begeistert, zollten mit minutenlangem Applaus und immer wieder auch mit stehenden Ovationen Respekt und erklatschten sich am Ende des Abends drei Zugaben. Die gab der einstmals von Serge Jaroff gegründete Chor auch gerne. Bei seinem Auftritt in Hasbergen wurde er nicht von seinem eigentlichen Leiter Wanja Hlibka dirigiert. Dieser war an dem Abend verhindert. Aber auch Ersatzdirigent Vladimir Pasdrij hatte die Männer gut im Griff und geleitete den Chor sicher durch laute und leise Passagen.

Fast den ganzen Auftritt über stand der Chor mit seinen markanten Uniformen die Hände verschränkt hinter dem Rücken. Lediglich beim bekannten und beliebten „Kalinka“, dessen Ankündigung allein die Besucher schon zu begeistertem Applaus verleitete, zeigten die Herren einen Ansatz von Show und Komik: Bei den lang gehaltenen Tönen zu Beginn der Strophen und des Refrains taten die übrigen Sänger so, als würde ihnen das alles viel zu lange dauern. Das Publikum amüsierte sich darüber ebenfalls prächtig.


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