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Jenseits der Volksmusik Akkordeonorchester „Tanzende Finger“ beeindruckt in der Christuskirche Hasbergen

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Vor etwa 100 Zuschauern in der evangelischen Christuskirche Hasbergen spielte das Akkordeonorchester „Tanzende Finger“ aus Lengerich. Foto: Egmont SeilerVor etwa 100 Zuschauern in der evangelischen Christuskirche Hasbergen spielte das Akkordeonorchester „Tanzende Finger“ aus Lengerich. Foto: Egmont Seiler

Hasbergen. Was haben die Musiktitel „Hotel California“, der „Libertango“ und Lehárs „Lustige Witwe“ gemeinsam? Man kann sie alle auf dem Akkordeon spielen. Und wer gut ist auf diesem Instrument wie die Musiker vom Akkordeonorchester „Tanzende Finger“, der kann mit diesen Stücken und einigen weiteren ein herrliches Konzert geben.

So geschehen am Sonntag in der evangelischen Christuskirche, wo das seit 32 Jahren bestehende Ensemble zum Konzert „Tastentänze“ eingeladen hatte. Vor einigen Jahren waren die aus dem westfälischen Lengerich stammenden Musiker schon einmal in Hasbergen zu Gast, als sie bei der Eröffnung des Naturbades aufspielten. Jetzt stellten sie sich mit ihrem neuen Programm vor, das aus Melodien aus Operette, Musical und Pop zusammengesetzt ist.

Die knapp 100 Zuschauer kamen in den Genuss eines besonderen Musikvergnügens. Zu Unrecht wird das Akkordeon hierzulande gern dem Genre der Volksmusik zugeordnet, doch aus dem Kasteninstrument mit dem großen Luftbalg kann mehr kommen als Shantyromantik oder Schuhplattlerbegleitung. Die in Hasbergen lebende Ensembleleiterin Irina Liebrecht zeigte mit ihren 15 Musikern, dass es auch anders geht, und präsentierte großartige Interpretationen populärer Titel.

Gleich zu Beginn startete das Orchester mit Astor Piazzollas „Libertango“, dem Prototyp des Tango nuevo, der in den 1970er-Jahren die Wiederentdeckung dieses Genres einleitete. Schon bei diesem ersten Titel wurde ein besonderes Stilmittel deutlich, das sich durch das gesamte Konzert fortsetzte: Die Stücke besaßen in der Mehrheit lange Intros, deren Arrangements voll Spannung und handwerklicher Präzision waren.

Deutlich wurde dies auch bei „Hotel California“, dem vielleicht besten Stück des Konzerts. Es mussten erst gut zwei Minuten vergehen, bis das weltbekannte Thema zum ersten Mal angespielt wurde. Aber dann kam es mit aller Macht, und die Finger der Musiker tanzten in begeisternder Manier über die Knöpfe und Tasten ihrer Instrumente.

Egal ob es um Walzer wie beim Potpourri aus der „Lustigen Witwe“ oder Pop wie beim Abba-Medley ging, das Orchester zeigte sich allem gewachsen. Es agierte homogen und einfallsreich und forderte das Publikum zu immer neuem Beifall auf. Das Konzert wird noch einmal am Sonntag, 25. März, in der evangelischen Kirche in Lengerich-Hohne zu hören sein.


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