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Schüler arbeiten für die Erinnerung Bibliothek für den Augustaschacht

Von Barbara Müller

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Schüler der GMHütter Realschule haben die Bibliothek in der Gedenkstätte Augustaschacht mit aufgebaut. Foto: WöhrmannSchüler der GMHütter Realschule haben die Bibliothek in der Gedenkstätte Augustaschacht mit aufgebaut. Foto: Wöhrmann

Hasbergen. Mehr als 2600 Monografien, Broschüren und Dokumente zum Thema Zweiter Weltkrieg umfasst die Bibliothek, die jetzt in der Gedenkstätte Augustaschacht aufgebaut wurde. Die Bücher und Sammlungen behandeln die Schwerpunkte Zwangsarbeit, Faschismus und Rassismus. Gleichzeitig ist ein EDV-Arbeitsplatz entstanden. Einen Großteil der Arbeit, nämlich das Einrichten der Bibliothek, haben Schüler der Realschule GMHütte geleistet.

Zwei Jahre Vorlauf waren nötig, um die Voraussetzungen für Bibliothek und Onlinekatalog zu schaffen: Die benötigten Mittel stellten Landkreis und Innenministerium zur Verfügung. Die Bücher wurden ausgesucht und in Kartons angeliefert. Die Möbel entstanden in der Bramscher Werksgemeinschaft „Die Brücke“. Dann waren Schüler eines Wahlpflichtkurses Geschichte der Realschüler die Hauptpersonen vor Ort. „Über Monate waren sie damit beschäftigt, den in Kartons eingelagerten Buchbestand auszupacken“, beschreibt Dr. Michael Gander, Geschäftsführer der Gedenkstätte, die Aktion der Jungen und Mädchen, „sie sortierten ihn nach Themengebieten und Buchstaben, beschrifteten ihn und ordnete schließlich alle Bücher in die Regale ein.“

Die Bitte um Unterstützung aus der Gedenkstätte hatte Geschichtslehrerin Elisabeth Recker-Korte gern aufgegriffen: „Im Augustaschacht konnten wir graue Theorie ein Stück weit mit Leben füllen.“ Und ihre Schüler nutzten die Gelegenheit, einzutauchen in ein Kapitel aus der jüngsten deutschen Geschichte. „Die Bücher füllten die ehemaligen Schlafstätten der Inhaftierten“, sagt Massimo Weilke, „die nur über eine wacklige Holztreppe zu erreichen waren.“

In der Umgebung von Dunkelheit, Staub und Kälte haben sich die Schüler wohl gelegentlich in das Schicksal der Inhaftierten hineingedacht: „Es war häufig sehr still bei unserer Arbeit“, bestätigt Lennart Recker. Dass das Sichten und Ordnen nicht immer zügig voranschritt, war durchaus im Interesse der Verantwortlichen. Merkten sie doch, dass die Jungen und Mädchen diese Zeit auch zum Stöbern nutzten und darüber schon mal die Zeit vergaßen.

Parallel zu ihrer Arbeit richtete Dr. Michael Pittwalds Service-Büro Geschichte den EDV-Arbeitsplatz ein, der neben den zusätzlichen Recherchemöglichkeiten im Internet Zugang zu dem Onlinekatalog bietet. Die Bibliothek soll künftig gemeinsam mit dem Gestapokeller in Osnabrück genutzt werden.


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