Schülerzahlen weiterhin niedrig Gymnasialzweig in Hasbergen: CDU-Fraktion stößt neue Debatte an

Zu wenig Schüler: Aktuell reichen die Schülerzahlen nicht aus, um einen Gymnasialzweig an der Schule am Roten Berg in Hasbergen einzuführen.  Foto: Michael GründelZu wenig Schüler: Aktuell reichen die Schülerzahlen nicht aus, um einen Gymnasialzweig an der Schule am Roten Berg in Hasbergen einzuführen. Foto: Michael Gründel

Hasbergen. Zweimal stand ein möglicher Gymnasialzweig an der Schule am Roten Berg (SaRB) in Hasbergen bereits zur Diskussion. 2011 und 2016 scheiterte er allerdings an zu niedrigen Schülerzahlen. Nun will die CDU-Fraktion das Thema erneut auf die Tagesordnung setzen. "Wir wollen nicht, dass Hasbergen abgehängt wird", sagt Susanne Breiwe, die Fraktionsvorsitzende der CDU Hasbergen.

Weil in Hagen, Bissendorf, Belm, Ankum und anderen Gemeinden bereits ein Gymnasialzweig bestünde und in Bad Essen ein solches Angebot nun geprüft werde, müsse sich auch Hasbergen erneut in die politische Diskussion zu einem solchen Angebot begeben. Das fordert die CDU-Fraktion in einer Pressemitteilung. Zunächst sollte die Gemeinde Informationsveranstaltungen anbieten. Danach sollten die Eltern befragt werden.

Bürgermeister Holger Elixmann (CDU) zeigte sich von dem Vorstoß der CDU-Fraktion "irritiert". Bereits 2016 habe die Gemeinde überzeugend dargelegt, warum die Einführung eines Gymnasialzweigs in Hasbergen keine Aussicht auf Erfolg habe. Und er fügt hinzu: "Die Situation zu 2016 hat sich nicht grundlegend geändert." Elixmann verweist auch darauf, dass der Weg von Hasbergen in die umliegenden Gymnasien nicht weit sei. "Die Eltern nutzen die Möglichkeit und schicken ihre Kinder nach Osnabrück", sagt er auf Nachfrage unserer Redaktion. "Selbst unter den optimistischsten Annahmen werden die Kriterien nicht erfüllt." Die Fachbereichsleiterin für Schule, Kultur, Jugend und Feuerwehr, Mareike Mons, erklärte auf Nachfrage: 

"Die Schülerzahlen lassen es weiterhin nicht zu, den gymnasialen Zweig einzuführen."

Die CDU-Fraktion in Hasbergen will vorab die Eltern befragen, um den Bedarf zu ermitteln. "Im Schulauschuss vom 30. September wurde eine Befragung der Eltern für das Thema Nachmittagsbetreuung vorgeschlagen", sagt Susanne Breiwe (CDU) auf Nachfrage unserer Redaktion. "Ich würde mich sehr freuen, wenn die Verwaltung uns solch eine Elternbefragung auch für den Gymnasialzweig vorschlagen würde." Letztlich gehe es auch darum, den Standort der Oberschule zu erhalten. Ein gymnasialer Zweig würde die Attraktivität und auch Qualität der Schule am Roten Berg steigern.

Schülerzahlen sind im Vergleich zu 2016 gesunken

Kathrin Wahlmann, die stellvertretende Vorsitzende der SPD Hasbergen, sagt auf Nachfrage unserer Redaktion, dass sie es grundsätzlich begrüße, wenn Schüler vor Ort die Möglichkeit haben, ein gymnasiales Angebot wahrzunehmen. Jedoch zeigte auch sie sich skeptisch, ob die Schülerzahlen reichen. Die Verwaltung sollte prüfen, wie stark die Jahrgänge sind, die für einen künftigen Gymnasialzweig in Frage kommen, sagt Wahlmann. Dies müsse geschehen, bevor die Eltern befragt werden. Aktuell besuchen 291 Schüler der Klassen fünf bis zehn (sechs Jahrgänge) die Schule am Roten Berg. Gegenüber 2016 ist die Schülerzahl demnach leicht gesunken, wie die Zahlen aus der Gemeindeverwaltung zeigen.

Somit haben sich die Voraussetzungen für einen Gymnasialzweig aktuell sogar verschlechtert. Wie Mareike Mons mitteilt, beträgt die Mindestschülerzahl je Schuljahrgang 75 Schüler. Davon müssten mindestens 27 Schüler für den gymnasialen Zweig in Frage kommen. 

Breiwe pocht aber darauf, dass die Schülerzahlen steigen, wenn die SaRB erst einmal einen Gymnasialzweig eingeführt hat. Außerdem weist sie darauf hin, dass die Oberschule Hagen einen gymnasialen Zweig einrichten konnte, obwohl die Schülerzahlen dafür eigentlich zu niedrig waren. Die Landesschulbehörde hatte dies im vergangenen Mai überraschend genehmigt. Die Eltern, die sich für ein Gymnasialzweig in Hagen eingesetzt hatten, konnten jedoch aufzeigen, dass die erforderlichen Zahlen perspektivisch erfüllt werden.  

Was ist ein Gymnasialzweig?

Eine Oberschule mit Gymnasialzweig richtet ab der sechsten Klasse in den Fächern Mathematik, Deutsch und Englisch neben den G-Kursen (Hauptschulniveau) und E-Kursen (Realschulniveau) auch Z-Kurse ein. In den Z-Kursen unterrichten Lehrer die Schüler auf Gymnasialniveau. Ab Klasse 7 kann die Schule eine komplett eigene Gymnasialklasse einrichten. Nachdem die Schüler die Klasse 10 der Oberschule erfolgreich absolviert haben, haben sie die Möglichkeit, ohne Abschlussprüfung nahtlos in die Klasse 11 eines Gymnasiums, Fachgymnasiums oder einer integrierten Gesamtschule zu wechseln.


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