Kreative Prozesse eröffnen neue Horizonte Der Körper als Medium: Tanz-Theater- Projekt in Hasbergen

"Tanzen mit Musik ist wie Träumen in Bewegung" heißt derzeit das theaterpädagogische Projekt für Ferienkinder in Hasbergen. Die Gemeinde organisiert das Unterfangen in Kooperation mit den Theaterpädagogischen Werkstätten bereits zum vierten Mal. Foto: Monika Vollmer"Tanzen mit Musik ist wie Träumen in Bewegung" heißt derzeit das theaterpädagogische Projekt für Ferienkinder in Hasbergen. Die Gemeinde organisiert das Unterfangen in Kooperation mit den Theaterpädagogischen Werkstätten bereits zum vierten Mal. Foto: Monika Vollmer
Monika Vollmer

Hasbergen. Für Ferienkinder hat die Gemeinde Hasbergen aktuell ein Theater-Tanzprojekt angeboten, bei dem die Teilnehmer eine Woche lang lernen, eine Bühnenrolle mit Leben zu füllen. Kreative Ausdrucksrepertoires und spielerischer Umgang mit dem Körper stehen dabei im Fokus.

Im evangelischen Gemeindezentrum in der Martin-Luther-Straße treibt an diesem Morgen ein imaginärer "Wusch" sein Unwesen. Mal ist er federleicht, dann richtig schwer. Mal stinkt er, mal springt er. Sieben Kinder schauen fasziniert durch den Raum, in ihren Gesichtern ist eine seltsame Mimik zu beobachten, ihre Körper sacken dazu in Zeitlupe zu Boden oder schrauben sich zentimeterhoch in die Luft. „Ihr dürft den ,Wusch' so annehmen, wie er daherkommt und dann alles mit ihm machen“, gibt Theatertherapeut Robert Lieli seinen Schülern die Regieanweisung.

Einer, der mit dem nicht realen "Wusch" völlig im Einklang zu sein scheint, ist Frank. „Meine Mutter sagt, ich hätte Begabung für das Theater. Darum schickte sie mich hierher“, gesteht der Zehnjährige fröhlich. Eine Textvorgabe gibt es für die Kinder nicht, vielmehr handelt es sich um ein Playback-Theater, mit kleinen improvisierten Szenen bei denen empfundene Gefühle mit Körper und Stimme frei zum Ausdruck gebracht werden.

Foto: Monika Vollmer

„Tanzen mit Musik ist wie Träumen in Bewegung“ heißt das theaterpädagogische Projekt, das Katrin Schmidt, Kinder- und Jugendreferentin der Gemeinde Hasbergen, in Kooperation mit der Theaterpädagogischen Werkstatt (tpw) veranstaltet, und das von Lieli und Theaterpädagogin Johanna Bethge geleitet wird. Beide versuchen die Acht- bis Zehnjährigen niederschwellig an die Theater- und Tanzkultur heranzuführen. „Es geht dabei nicht um die perfekte Aufführung, sondern der Weg ist das Ziel“, weiß Bethge.

So lernen die Teilnehmer, ihre Umgebung mit anderen Augen zu sehen und Bilder fantasievoll in eine Körpersprache umzusetzen. Durch verschiedene kreative Prozesse werden den Schülern neue Horizonte aufgezeigt, das Improvisationsvermögen wird gefördert und das Selbstvertrauen gestärkt. Das stellen Schmidt sowie Bethge immer wieder fest. „Die Kinder werden aus sich heraus kreativ, blühen richtig auf und es ist großartig für uns, das mit anzuschauen“, sagt Schmidt, die das Projekt zum vierten Male organisiert.

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Die vier Mädchen und die drei Jungen bewegen sich mittlerweile zu tibetanischer Klangschalenmusik tänzerisch und fast schlafwandelnd durch den Raum. „Das macht richtig Spaß“, findet Mariam (9), die auch in ihrer Freizeit gerne tanzt. Ihr Bruder Okalan ist nicht so der große Tänzer, aber auch er interpretiert die Musik entsprechend und fühlt sich wie eine von Musik hypnotisierte, windende Schlange im Dschungel. Den Kindern ist die Begeisterung anzumerken, auch nach zwei Stunden Proben.

Der tägliche, vierstündige Workshop ist vollfinanziert durch den Landesverband Theaterpädagogik Niedersachsen, das Niedersächsische Ministerium für Wissenschaft und Kunst sowie der Theaterpädagogischen Werkstatt. Er findet an fünf Tagen statt und am Ende der Ferienwoche wird den jungen Künstler die Möglichkeit geboten, ihre Interpretation Eltern, Geschwistern, Großeltern und Freunden vorzustellen.


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