Neue Aspekte in der Digitalisierung der Landwirtschaft Bundesministerin Klöckner besucht Amazonen-Werke in Hasbergen

Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner (Mitte) hat sich beim Amazone-Werk in Hasbergen über neue Trends in der Digitalisierung der Landwirtschaft informiert. Foto: Lea BeckerBundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner (Mitte) hat sich beim Amazone-Werk in Hasbergen über neue Trends in der Digitalisierung der Landwirtschaft informiert. Foto: Lea Becker

Hasbergen. Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner hat sich bei einem Besuch des Landmaschinenwerkes Amazone in Hasbergen über neue Möglichkeiten der Digitalisierung in der Landwirtschaft und eine umweltschonendere Produktion informiert.

Die Landwirtschaft steht vor ständig neuen Herausforderungen, berichtete Amazone-Geschäftsführer Justus Dreyer. Die Pflanzenschutzmittel müssten reduziert, die Düngeeffizienz gesteigert, der CO2-Ausstoß gemindert und der Klimawandel berücksichtigt werden. "Die Lösung besteht nicht alleine in der Digitalisierung, aber sie ist ein wichtiger Baustein", sagte Dreyer. Und sie schreite immer weiter voran.

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"Im smart-farming, also der Automatisierung der Geräte, sind wir entwicklungsmäßig schon sehr weit", berichtete der Geschäftsführer. Darauf aufbauend müsse das "precision Farming" vorangetrieben werden. Dabei wird stärker teilflächenspezifisch gearbeitet und beispielsweise Dünger nur dort eingesetzt, wo er gebraucht wird. "Das ist technisch auch schon lange möglich, aber es hat sich noch nicht in der Breite durchgesetzt."

Apps sollen Bedienung erleichtern

Dreyer setzt viel Hoffnung auf die Landwirtschaft 4.0., der Vernetzung der Landwirtschaft durch Apps, wie die mySpreader-App für die Düngesteuerung. Es geht nicht nur um die Maschinen an sich, sondern auch um das drumherum. "Wir wollen Apps entwickeln, die direkte Mehrwerte für unsere Maschinen haben, die die Bedienung erleichtern und bessere Arbeitsqualität ermöglichen."

Amazone-Gruppe

Der Landmaschinenhersteller Amazone wurde 1883 gegründet und ist seitdem im Familienbesitz. Das Stammwerk befindet sich in Hasbergen. Der Gesamtumsatz belief sich im vergangenen Jahr auf rund 481. Millionen Euro. Der Exportanteil liegt bei 80 Prozent. Weltweit hat die Amazone-Gruppe 1900 Mitarbeiter.

So wird aktuell in zwei Forschungsprojekten weiter an dem Feldroboter BoniRob gearbeitet. Der Fokus liegt darin, eine universelle Roboterplattform zu entwickeln, die für verschiedenste Anwendungen verwendet werden kann. Die Apps sollen dann das Verhalten des Roboters komplett steuern und somit wie eine Einheit autonom agieren.

Ohne Pflanzenschutzmittel geht es nicht

"Es ist spannend, an welchen neuen Aspekten und Effizienzsteigerungen hier gearbeitet wird", sagte Klöckner bei ihrem Besuch in Hasbergen. Amazone sei schon sehr weit in der Entwicklung, lobte die Ministerin. Besonders fasziniert war sie von dem intelligenten Sensor-Düsen-System AmaSpot. Dies kann Grünpflanzen von unbewachsenem Boden unterscheiden und Herbizide punktgenau auf Einzelpflanzen anwenden. Der nächste Schritt ist laut Dreyer nun, dass die Maschine mit Hilfe einer Kamera Unkraut von Nutzpflanzen unterscheiden kann, woran Amazone bereits arbeitet. 

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Durch AmaSpot lassen sich bei der Anwendung von Glyphosat-Mitteln im Vergleich mit Ganzflächenbehandlungen bereits bis zu 80 Prozent einsparen. "Der Einsatz wird sehr stark reduziert und man spart nicht nur finanziell, sondern schont auch die Umwelt. Das ist sehr beeindruckend", sagte Klöckner. Auf Pflanzenschutzmittel könne nicht komplett verzichtet werden. "Es wird keine gesunden und sicheren Ernten ohne Pflanzenschutzmittel geben", stellte Klöckner klar. Aber der Einsatz müsse reduziert und präzisiert werden.

Und wie stellt sich die Ministerin die Landwirtschaft in 20 Jahren vor? "Den Landwirt wird es immer noch geben, die Digitalisierung soll ihn nicht ersetzen, sondern sie soll seine Arbeit unterstützen, präziser machen und erleichtern."


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