Rasante Kutschfahrten in der Haslage Turnier des Reit- und Fahrvereins Hasbergen zum ersten Mal mit Vierspänner-Championat

Team Gruhn aus Hasbergen bewältigt im Zweispänner die Hindernisse beim Geländefahren. Foto: Carolin HlawatschTeam Gruhn aus Hasbergen bewältigt im Zweispänner die Hindernisse beim Geländefahren. Foto: Carolin Hlawatsch

Hasbergen. Der Reit- und Fahrverein Hasbergen e.V. veranstaltete am letzten Wochenende sein, alle zwei Jahre stattfindendes Fahrturnier in der Haslage. Besonderheit war die niedersächsische Premiere des Weser-Ems-Championats mit Pony-Vierspännern.

Insgesamt 66 Gespanne, sprich Mensch-Pferd-Kutsche-Teams, traten verteilt auf 29 Prüfungen in drei verschiedenen Disziplinen an, wobei vor der Kutsche jeweils ein, zwei oder vier Pferde oder Ponys liefen. Während es am Samstag beim Dressurfahren und auf dem Hindernisplatz eher gediegen zuging, war am Sonntag beim Geländefahren sportliche Rasanz gefragt. 

In stilechter Kleidung mit Zylindern auf den Köpfen lenkten die Teilnehmer ihre historischen Kutschen durch die Dressur-Prüfung und präsentierten dabei die Gangarten Schritt und Trab. Mit dem anschließenden Hindernisfahren nahm das Tempo zu und die Gespanne richtig Fahrt auf. Es galt aufgestellte Kegel zu umkreisen, ohne dass die darauf gelegten Bälle hinunterfallen. Einen Platz an der Wettkampfspitze sicherte sich hier wer mit schnellen, geschickten und gehorsamen Pferden unterwegs war. 

Am Sonntagmorgen umkreisten zahlreiche Gespanne trabend das Turnier-Areal. „Die Pferde müssen sich vor dem Geländelauf aufwärmen, das ist Pflicht und erster Teil der allgemeinen Verfassungsprüfung durch den Tierarzt“, erklärte Juliane Weßling, Pressewartin des Reit- und Fahrvereins Hasbergen. Die Fahrer auf den Kutschen trugen am Sonntag Sportkleidung anstatt Zylinder, es wurde nun galoppiert und ein Beifahrer versuchte in Kurven die schnelle Kutsche durch Gewichtsverlagerung zu stabilisieren. Dabei wurden Hindernisse wie Tore, Stäbe, Hügel und Wassergraben um- und durchfahren. 

Besonders anspruchsvoll und somit der Höhepunkt des Turniers war das Bewältigen der Hindernisse beim Geländelauf mit vier Ponys vor der Kutsche. Aufgeregt spannte das Team rund um Carl Holzum die Deutschen Reitponys Gips, Schoko, Jona und Ofir ein. „So ein Vierspänner-Turnier ist selten. Ich trete sonst mit dem Zweispänner an. Mal sehen wie es heute mit dem tierischen Quartett vorne so läuft“, so Holzum, der mit großem Pferdetransport aus Steinfeld im Landkreis Vechta angereist war. 

Für die Teilnahme an solch einem Kutsch-Turnier ist das Fahrabzeichen Voraussetzung, reiten müsse man dafür laut Veranstalter nicht unbedingt können. Und auch den Kutschenführerschein, den man zum Bewegen einer Kutsche im öffentlichen Straßenverkehr benötige, müssen die Teilnehmer bei Anmeldung nicht vorlegen. 

Das Team Holzum aus Steinfeld trat mit Deutschen Reitponys im Vierspänner-Wettkampf, dem Weser-Ems-Championat in Hasbergen an. Foto: Carolin Hlawatsch

Das Fahrturnier in der Haslage findet im jährlichen Wechsel mit dem Reitturnier des Hasberger Vereins statt. „Nächstes Jahr wird es aber anlässlich unseres hundertjährigen Jubiläums eine extra große Veranstaltung mit sowohl Fahr- als auch Reitprüfungen geben“, verrät Fahr-Sportwart Hartmut Gruhn. „Dann wird auch die Interessengemeinschaft der Esel- und Mulifreunde wieder mit von der Partie sein“, ergänzt ihn Vereinskollegin Juliane Weßling, bevor sie die Meldestelle verlässt um bei der feierlichen Siegerehrung dabei zu sein. 

Das Weser-Ems-Championat der Pony-Vierspänner Klasse M gewann Jens Pieper von der Reit- und Fahrgemeinschaft Falkenberg e.V.. Zweiter wurde Karl-Heinz Wanstrath vom Reit- und Fahrverein Fürstenau e.V. und auf Platz drei landete Carl Holzum von der Fahrsportgemeinschaft Oldenburger Münsterland e.V.. Christoph Gruhn vom Reit- und Fahrverein Hasbergen konnte sich über den Sieg der Kreismeisterschaft des Reiterverbandes Osnabrück Stadt und Land freuen, den er im Zweispänner mit seinen Ponys Ronja und Hanna errang. 


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