Auch regionale Produkte im Angebot Wochenmarkt Hasbergen: Händler verkauft Früchte aus aller Welt

Jedes Produkt selbst ausgesucht: Früchtehändler Frank Schmieding achtet, wo möglich, auf Regionalität. Foto: NIklas GolitschekJedes Produkt selbst ausgesucht: Früchtehändler Frank Schmieding achtet, wo möglich, auf Regionalität. Foto: NIklas Golitschek

Hasbergen. Regionale und internationale Produkte finden sich auf den Tischen von Frank Schmieding. Der Früchtehändler bietet auf dem Wochenmarkt in Hasbergen eine große Auswahl und nimmt dafür auch lange Fahrtwege auf sich.

Beim Anblick von Frank Schmiedings Stand auf dem Wochenmarkt in Hasbergen wird sofort klar: seine rund 100 Produkte kommen aus aller Welt. Das machen auch die einzelnen Etiketten kenntlich: Pfifferlinge aus Russland, Mangos aus Israel, Bananen aus Martinique, Melonen aus Spanien, Orangen aus Marokko, Ananas aus Costa Rica, Birnen aus der Türkei und Südafrika. 

Möglichst regional

Doch das ist nur die eine Seite, sagt der Verkäufer. „Wir versuchen so wie viel wie möglich regional zu kaufen“, sagt er. Das sei zwar auch für ihn mehr Aufwand als alles beim Großmarkt zu holen, doch die regionalen Produkte hätten ebenfalls eine hohe Qualität, hinzu komme die Nachhaltigkeit. „Derzeit kann die erweiterte Region ganz gut liefern“, findet er trotz des schwierigen Sommers für viele Landwirte. Als Beschicker komme für ihn noch ein weiterer hinzu: „Das macht die Wochenmärkte aus.“

Foto: Niklas Golitschek

Und so reihen sich in die gesunde Weltauswahl unter anderem Tomaten und Hokaido-Kürbisse aus Glandorf oder Blumenkohl, Kohlrabi und Salate aus Hagen ein. „Ich hole auch viel aus Haltern am See oder Obst aus preußisch Oldendorf“, zählt Chef Schmieding auf. Nur bei den Möhren setzt der Fachmann auf die belgischen – die deutschen seien einfach nicht so gut, findet er.

Zum Großmarkt nach Dortmund

Um diese Vielzahl an Produkten auf die Wochenmärkte in der Region zu bringen, nimmt der Händler auch einiges auf sich. Schmieding versichert nämlich: „Ich kenne alle Produkte persönlich und bestelle nichts am Telefon.“ Um seine vier Wochenmärkte zu bedienen, fährt er in der Regel zweimal pro Woche nach Dortmund zum Großmarkt und sucht die Produkte selbst aus, der Markt in Dortmund sei der beste in der Region. „Da fahre ich um 23.30 Uhr los und habe nur eine Stunde Pause, das ist dann circa ein 22-Stunden-Tag“, überschlägt er. Übermüdet wirkt Schmieding dabei nicht, für einen Spaß mit seinen Kunden ist er immer zu haben. Eine Kundin empfängt er nach sechswöchiger Abwesenheit mit: „Ich habe Sie schmerzlich vermisst!“ Beim Bezahlen heißt es dann: „Ein toller Einstand, genau 25 Euro.“

Ich bin unter dem Ladentresen groß geworden.Frank Schmieding

Die Markttätigkeit ist auch bei Schmieding auf das Elternhaus zurückzuführen, das bereits Obst und Gemüse verkaufte. „Wir hatten immer schon ein Geschäft, ich bin unter dem Ladentresen groß geworden“, sagt er. Nach einer Lehre bei einem Bremer Importeur als Groß- und Außenhandelskaufmann arbeitete er allerdings zunächst in leitender Position bei einem Mineralöl-Unternehmen. Wie er von dort dann auf den Wochenmarkt kam? „Andere Umstände, es hat mir nicht mehr gefallen“, begründet Schmieding die Rückkehr zum Lebensmittelhandel. Irgendwann habe sich die Möglichkeit geboten, einen Betrieb zu übernehmen - und Wochenmärkte habe er schon immer gemocht. „Vor zwölf Jahren bin ich dann zu den Wurzeln zurückgekehrt“, erzählt er.

Nichts für junge Unternehmer

Bei Null habe Schmieding also nicht anfangen müssen, ein gewisser Kundenstamm sei vorhanden gewesen. „Das ist auch heute kaum noch möglich“, sagt er. Deswegen zeigt er auch Verständnis, dass sich der Fleisch- und der Fischhändler ersatzlos vom Wochenmarkt in Hasbergen zurückgezogen haben: „Berufseinsteiger können sich das oft nicht leisten, das sind große Investitionen.“ Er hoffe, dass sich der Wochenmarkt in Hasbergen bei einem Umzug in die neue Mitte wieder mehr fülle.


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