Sicherer Hafen Hasbergen? Evangelische Kirche lädt zur Diskussion über Flüchtlingsrettung ein

Laden alle Hasberger zum Gespräch über einen sicheren Hafen für Flüchtlinge in Hasbergen ein (von links): Pastor Guido Schwegmann-Beisel, Peter Schröder, Andreas Günther, Christian Vogt.  Foto: Stefan BuchholzLaden alle Hasberger zum Gespräch über einen sicheren Hafen für Flüchtlinge in Hasbergen ein (von links): Pastor Guido Schwegmann-Beisel, Peter Schröder, Andreas Günther, Christian Vogt. Foto: Stefan Buchholz

Hasbergen. Hasbergen soll zum sicheren Hafen für Flüchtlinge erklärt werden: Das ist Thema einer Veranstaltung, zu der die evangelisch-lutherische Christus-Gemeinde alle Bürger am 3. September (19 Uhr) in ihre Räume einlädt.

14.500 Menschen seien in den letzten fünf Jahren bei der Flucht über das Mittelmeer ertrunken, sagt Peter Schröder. „Und das ist nur die offizielle Zählung, das heißt: Es gibt auch eine Dunkelziffer“, meint das Mitglied im Kirchenvorstand der Christusgemeinde.

Über den Kirchturm hinaus

Das Schicksal der Flüchtlinge müsse man wahrnehmen, heißt es in dem Gremium unisono. „Kirchliches Kerngeschäft ist nicht nur Gottesdienst und Bildung, sondern wir gucken auch über den Kirchturm hinaus und lassen uns vom Leid der Welt anrühren“, beschreibt es Pastor Guido Schwegmnann-Beisel.

Kapitänin Carola Rackete. Foto: dpa/Till M. Egen

Symbolische Zeichen

Noch bevor es die Medienberichte um die Kapitänin Carola Rackete und ihre Rettungsaktion vor einigen Wochen gegeben habe, habe man von Seiten der Kirchengemeinde schon ein Zeichen gesetzt, so Peter Schröder. Am Kirchturm hängt bis jetzt eine orangefarbene Rettungsweste und es wurde zu Pfingsten ein Banner des Bündnisses Seebrücke ausgeliehen.

Diskussionsabend

Über diese symbolischen Zeichen hinaus, sollen mit der Veranstaltung am 3. September im Gemeindehaus der Kirche auch die Hasberger Politiker und Bürger mit ins Boot geholt werden. Ziel des Abends könnte es sein, die lokale Politik zu bewegen, Hasbergen zu einem sicheren Hafen für Flüchtlinge zu erklären. „Damit ein italienischer Innenminister nicht sagen kann: Ich weiß nicht wohin mit den in Seenot Geretteten.“, so Peter Schröder zur weiteren Motivationsgrundlage der Aktion.

Mehrere tausend Menschen protestieren in Berlin unter dem Motto "Seebrücke – Schafft sichere Häfen" gegen die Verschärfung der Asylpolitik in ganz Europa. Die Demonstranten fordern sichere Fluchtwege, ein Ende der Abschottungspolitk und ein Ende der Kriminalisierung von Seenotrettungsorganisationen, um das Sterben im Mittelmeer zu beenden. Foto: Archiv/Christian Mang

Um die 60 deutsche Kommunen hätten sich bereits zu solchen sicheren Häfen erklärt, wissen die Kirchenvorstände. Einsetzen wolle man sich zudem dafür, die Helfer der Seenotrettungsaktionen zu entkriminalisieren, ergänzt Andreas Günther, ebenfalls vom Kirchenvorstand.

Seebrücke-Aktivistin spricht

Am 3. September soll im Gemeindehaus in der Martin-Luther-Straße zunächst Anke Neelen von der Osnabrücker Seebrücke zur aktuellen Situation auf dem Mittelmeer berichten. Auf einem Podium geben dann einige Vertreter der Ratsparteien Statements zum Vorhaben ab. „Anschließend gehen wir noch mit einem Mikro durch den Saal, um den Bürgern Gelegenheit zu geben, sich zu positionieren“, beschreibt Schröder den Ablauf des Abends. Wichtig sei dabei: Auch das was an den Stammtischen und Privat besprochen werde, solle formuliert werden können, um den Bürgerwillen zu dokumentieren.

Ziel der Veranstaltung ist zum einen, dass die Hasberger politischen Parteien in einer Ratssitzung den Beschluss fassen, die Hüggelgemeinde zum sicheren Port für Flüchtlinge zu erklärt. Darüber hinaus sollen die Hasberger Politiker dann auch im Kreistag für einen, landkreisweit deklamierten, geschützten Hafen Menschen auf der Flucht werben.


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