Europäische Zukunft gemeinsam gestalten Erster internationaler Begegnungsabend im Kreishaus Osnabrück

Selfies im Kreishaus-Restaurant: Unter dem Motto " Europäische Zukunft gemeinsam gestalten" fand der erste internationale Begegnungsabend statt. Foto: David EbenerSelfies im Kreishaus-Restaurant: Unter dem Motto " Europäische Zukunft gemeinsam gestalten" fand der erste internationale Begegnungsabend statt. Foto: David Ebener

Osnabrück/Hasbergen. Zum ersten Internationalen Begegnungsabend hatte der Verein "Drei Stufen" ins Restaurant des Kreishauses am Schölerberg eingeladen. Rund 90 Gäste kamen, um ein Zeichen zu setzen für Frieden und Versöhnung.

"Ich freue mich, dass so viele Menschen aus verschiedenen Ländern erschienen sind", begrüßte der Vereinsvorsitzende Aloys Lögering die Gäste. Gekommen waren Mitglieder der jüdischen Gemeinde Osnabrück sowie eine Delegation des Landkreises Daugavpils aus Lettland und die Teilnehmer des Hasberger Sommerlagers, die aus Deutschland, Russland, Weißrussland, Litauen und der Ukraine stammen. 

Zusammenführung von Religionen

Am Mikrofon: Vereinsvorsitzender Aloys Lögering. Foto: David Ebener

Seit vielen Jahren schon engagiert sich Lögering dafür, die Mitglieder unterschiedlicher Religionen zusammenzuführen. Wichtig war es ihm zudem, zu erwähnen, dass seine Eltern keine Nazis waren und er sich niemals von antisemitischen Stimmen hat einwickeln lassen. Mit der Gründung des Vereins "Drei Stufen" und dem Internationalen Begegnungsabend sei es ihm ein wichtiges Anliegen, sich vor allem um junge Menschen zu kümmern, Friedens- und Aufklärungsarbeit zu leisten und unter anderem das Judentum begreifbar zu machen.

Vertreter aus Lettland in Osnabrück

So standen an dem Abend vor allem die 16- bis 34-jährigen Teilnehmer des Hasberger Sommerlagers im Fokus, die unter der Leitung von Michael Gander eine archäologische Ausgrabung an der Gedenkstätte Augustaschacht durchgeführt haben. Vier Vertreter aus Lettland waren nach Osnabrück gekommen, weil dort in einem weiteren Sommerlager verschiedene Projekte realisiert werden sollen. "Was viele gar nicht wissen, ist, dass etliche Menschen nach Lettland deportiert wurden und dort gestorben sind", so Aloys Lögering.

Projekte im lettischen Viski geplant

Die Teilnehmer des Hasberger Sommerlagers stellten deshalb vor, welche Projekte in der lettischen Gemeinde Viski realisiert werden sollen. So soll unter anderem an der Stelle, an der früher eine Synagoge stand, ein Denkmal errichtet werden, für das die Gruppe erste Entwürfe präsentierte. Außerdem soll der jüdische Friedhof renoviert werden. "Die Gräber müssen gepflegt, die Grabsteine gereinigt und die Inschriften nachgemalt werden", so die Teilnehmer des Sommerlagers. Bei einer Ausgrabung sollen außerdem die Funde sortiert, fotografiert und einem neuen Archiv zugeführt werden.

Während des anschließenden Buffets fand ein reger Austausch zwischen den Anwesenden statt, worüber sich Aloys Lögering freute und anmerkte: "Wir können die europäische Zukunft nur gestalten, wenn wir sie gemeinsam gestalten."


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