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Nach Petersens Wechsel zur Linken: „Wir haben keine Leute mehr“ UWG tritt in Hasbergen nicht an

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Leise Servus sagte die UWG beim Festumzug am Sonntag. Nach zehn Jahren im Rat tritt die Wählergemeinschaft nicht mehr zur Kommunalwahl an. Foto: Thomas OsterfeldLeise Servus sagte die UWG beim Festumzug am Sonntag. Nach zehn Jahren im Rat tritt die Wählergemeinschaft nicht mehr zur Kommunalwahl an. Foto: Thomas Osterfeld

Hasbergen. Die Unabhängige Wählergemeinschaft UWG tritt zur Kommunalwahl im September nicht mehr an. Dies bestätigte der Sprecher Uwe Schmidt jetzt auf Nachfrage unserer Zeitung.

„Wir haben die Leute nicht mehr“, sagt Schmidt, der nach dem angekündigten Wechsel von Peter Petersen zur Partei Die Linke die letzten Sitzungen der Wahlperiode für die UWG bestreiten wird. Vier bis fünf Aktive habe die UWG noch. Solche, die sich in den Ausschüssen und im Rat engagieren wollen bzw. können, seien aber nicht mehr darunter. Aktivitäten zur Mitgliederwerbung blieben erfolglos. Schmidt: „Wir haben unsere Treffen immer veröffentlicht, aber gekommen ist nie jemand.“

Damit endet, was vor zehn Jahren fast aus einer Laune heraus entstanden ist. Keimzelle waren die Bürgergemeinschaften Ohrbeck und Gaste. Vor allem in Ohrbeck fühlten sich viele von den etablierten Parteien nicht ausreichend vertreten. „Ursprünglich wollten wir gar nicht antreten“, erinnert sich Schmidt. „Aber die Parteien haben uns nicht ernst genommen.“

Am 3. August dann erschien die Pressemitteilung in der Neuen Osnabrücker Zeitung: Die UWG nominierte zwei Kandidaten für die Kommunalwahl. Andreas Hettwer zog schließlich in den Hasberger Rat ein. Aus dem Stand hatten die Unabhängigen 5,6 Prozent der Stimmen eingefahren.

Nur ein Sitz. Aber bei den engen Mehrheitsverhältnissen im Hasberger Rat konnte die UWG einiges mitgestalten. Schmidt ist überzeugt: „Das hat dem Rat gutgetan.“ Sie bildeten eine Zählgemeinschaft mit den Grünen, gemeinsam fühlte man sich der CDU näher als der SPD. Doch Schmidt betont, dass Parteipolitik keine Rolle gespielt habe. Er wertet das als Vorteil. „Wir mussten keine übergeordneten Parteiinteressen vertreten.“ Es sei immer nur um Hasbergen gegangen.

Allerdings meist im Kleinen. Die UWG wurde zum Ohr und zur Stimme der kleinen Leute und der kleinen Probleme. Vieles drehte sich um Laternen, Einbuchtungen, Vermüllung.

Viele Vorstöße scheitern

„Wir haben viele Anrufe bekommen.“ Die Schwelle zur UWG kam manchem Bürger wohl nicht so hoch vor wie die zu den Parteien. Mit ihren großen Ideen, etwa einem Radwegbau von Gaste in Richtung Ikea, bissen die UWGler allerdings bei ihren Ratskollegen auf Granit. Und auch die angeregte Bürgerbefragung zum Rathausumzug fiel durch.

Einen bleibenden Erfolg erzielten die Unabhängigen mit ihrer Forderung, vor jeder öffentlichen Sitzung eine Einwohnerfragestunde zu etablieren. Auch die Veröffentlichung der Sitzungs-Termine und -Protokolle auf der Internetseite der Gemeinde geht laut Schmidt auf die UWG zurück.

Das bisherige Ratsmitglied Peter Petersen ist vom Ende der UWG negativ überrascht. Er habe die Hoffnung, dass sich aufgrund der Veröffentlichung des Endes der UWG vielleicht doch noch Bürger melden, die die Arbeit fortsetzen wollen. „Bis Mitte Juli ist ja noch Zeit.“ Petersen selbst hat sich der Linken angeschlossen, um auch über Hasbergen hinaus Politik zu machen. Im Groll geht er nicht.

Auch Rolf Steenhusen, UWGler der ersten Stunde, sagt, dass Petersen die UWG gut vertreten habe. Ärger über die Situation empfindet er nicht, eher Enttäuschung, dass kein Kandidat gefunden wurde. „Die Wahl kommt anderthalb Jahre zu früh“, sagt er. Dann hätte es mit seiner eigenen Kandidatur zeitlich gepasst. Und in fünf Jahren? Steenhusen hält es für möglich. „Es macht Spaß, weil man immer wieder sieht, was man bewegen kann.“


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