Lieder aus dem Norden Otto Groote Ensemble füllte die Töpferei Niehenke

Das Otto Groote Ensemble, Ralf Strotmann, Otto Groote und Matthias Malcher (von links) sorgte in der Töpferei Niehenke bereits zum vierten Mal für zahlreiche Besucher. Foto: Ullrich SchellhaasDas Otto Groote Ensemble, Ralf Strotmann, Otto Groote und Matthias Malcher (von links) sorgte in der Töpferei Niehenke bereits zum vierten Mal für zahlreiche Besucher. Foto: Ullrich Schellhaas

Hasbergen. Bereits zum vierten Mal trat nun das Otto Groote Ensemble in der Töpferei Niehenke auf. Das Trio mit den Liedern aus dem Norden sorgte wie stets für zahlreiche Besucher.

Es mag ja als mutig gelten, mitten in den Sommerferien einen unter anderem plattdeutschen Liederabend zu veranstalten. Doch schon im Vorfeld war sich Bernd Niehenke, der Töpfer mit den Musikabenden am Kamin, sicher: „Otto Groote geht immer.“ Auch in den Sommerferien, wie die gute gefüllten Reihen der Zuschauer in der Hüggel-Töpferei erkennen ließen.

Abgeklärte Musiker

Dabei macht Poet und Komponist Groote nach ersten Auftritten als Jungspund und zwischenzeitlicher Tätigkeit als Bildhauer erst wieder seit 13 Jahren Musik. Damals fand er Matthias Malcher und Ralf Strotmann. Die Drei ergänzen sich beinahe wie ein altes Ehepaar auf der Bühne. Das ist nicht nur in der Musik des Trios spürbar, sondern auch in den eigentlich von Otto Groote geführten Moderationen. Denn immer wenn ihm Bassist Strotmann oder Gitarrist und Texter Malcher mit Erinnerungen oder Kommentaren ins Wort fallen wusste das Publikum: Jetzt kommen die besonderen Dönekes zur Sprache.

Auch musikalisch ergänzte sich das Trio: Matthias Malcher und Otto Groote sind beide formidable Gitarrenspieler, Ralf Strotmann arrangiert die Kompositionen zu dreistimmigem Gesang. Und jeder ist in der Lage, den jeweils anderen den notwendigen Raum zu lassen. Abgeklärte Musiker eben, ältere Herren, die die Liebe zur Musik teilen und wunderbar zusammen passen.

Lieder voller Melancholie

Thematisch siedeln die von Blue Gras und American Folk deutlich hörbar inspirierten Stücke oftmals in melancholisch-verträumten Bereichen, beschreiben etwa die Liebe zur norddeutschen Heimat, schildern Situationen an besonderen Orten, besingen die langjährige Liebe zu Menschen und beschäftigen sich auch mit schwierigen Themen, etwa der Erkrankung eines geliebten Partners an Demenz. „Wir sind alle über 50“, erklärte Otto Groote diese Themenwahl auf Nachfrage. Sturm und Drang wolle man doch lieber den Jüngeren überlassen.

„Kannst Du nicht was von Dylon?“, berichtete Otto Groote in einer seiner Moderationen, habe er sich früher immer fragen lassen müssen. Und deshalb spielten die Liedermacher heute lieber direkt etwas von Dylon, um die Frage zu vermeiden. Aber auch Stücke etwa von Si Kahn oder aus dem norwegischen hat Otto Groote ins plattdeutsche übertragen, da wechselten die Musiker dann zwischen englisch und platt. Musik ist eben universell, so eine Botschaft der Musiker.

Spontane Stückauswahl

Plattdeutsch war der Abend allerdings nur über weite Teile, auch hochdeutsche Lieder gelangen dem Ensemble gut. „Nur lassen wir Euch heute nicht entscheiden, das machen wir schon selbst“, moderierte Otto Groote ein Missverständnis der Konzert-Ankündigung weg. Dennoch gingen er und seine Mitstreiter auf beispielsweise in der Pause spontan geäußerte Musikwünsche ein und ließen sich zudem zu zahlreichen, auch spontanen Zugaben durch den Applaus des Publikums überreden. 


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