Zwei Gründungen begleitet Wirtschafts-Senioren beraten Unternehmer aus Hasbergen

Thomas Deppen (l.) und Walter Tembrink vor dem Rathaus in Hasbergen. Foto: Friedrich NiemeyerThomas Deppen (l.) und Walter Tembrink vor dem Rathaus in Hasbergen. Foto: Friedrich Niemeyer

Hasbergen/Osnabrück. Insgesamt fünf Unternehmer aus Hasbergen haben die Senioren in den letzten 14 Monaten beraten. Sie loben die Zusammenarbeit mit der Gemeinde und haben auch ein eigenes Büro im Rathaus. Wichtig sei, dass die Unternehmen in ihren Heimatgemeinden bleiben.

Im Jahr 2018 wurden in der Region Osnabrück - Emsland - Grafschaft Bentheim 6809 Gewerbe angemeldet, wie die Industrie- und Handelskammer (IHK) in ihrem aktuellen Gründungsbarometer schreibt. Sie fügt hinzu, dass die meisten Gründungen in den ersten fünf Jahren scheitern. Wer ein Unternehmen gründen und auch im Markt bestehen möchte, muss im Vorfeld also viele wichtige Fragen klären. Gibt es einen ausreichend großen Markt für meine Idee? Habe ich die unternehmerische Kompetenz ein Unternehmen zu leiten? Steht mir genügend Startkapital zu Verfügung? Um diese und weitere Fragen zu beantworten, bieten die Wirtschafts-Senioren aus Osnabrück jungen Unternehmern eine kostenlose Beratung an. "Unsere Beratung ist ehrenamtlich und langfristig", erklärt Walter Tembrink. Er ist studierter Ingenieur und arbeitete nach eigenen Angaben 22 Jahre lang in der Geschäftsführung von Coca-Cola. In den Beratungen versuchen die Wirtschafts-Senioren zunächst einmal, den Menschen hinter der Idee kennenzulernen.

Dabei geht es vor allem um die Frage, ob er die unternehmerische Kompetenz hat, ein Unternehmen zu leiten. "Es gibt Menschen, die als Angestellte einfach besser aufgehoben sind", sagt Tembrink. "Wenn wir merken, dass jemand möglicherweise seine Existenz gefährdet, dann raten wir ihm von einer Unternehmensgründung ab." "Wir vermitteln oft auch die grundlegenden Dinge des kaufmännischen Verhaltens", sagt Thomas Deppen. Deppen ist der Pressesprecher der Wirtschaftssenioren. Er war Geschäftsführer eines Industriebetriebs und hat die letzten 15 Jahre seines Arbeitslebens Unternehmen in Fragen der Öffentlichkeitsarbeit und des Marketings beraten.

Gute Zusammenarbeit mit Hasbergen

Die Wirtschaftsförderung Osnabrück hat die Wirtschafts-Senioren vor 31 Jahren gegründet. Aktuell besteht das Team aus 15 Senioren, die alle früher in der Führungsebene gearbeitet haben. Darunter sind Kaufleute, Betriebswirte, Ingenieure, Handwerks-Meister und Wirtschaftsprüfer. Ziel ist es, Menschen und Unternehmen zu beraten, die sich eine klassische Unternehmensberatung nicht leisten können. "Wir nehmen nur die ganz kleinen Unternehmen", sagt Tembrink. Besonders in Hasbergen laufe die Arbeit der Wirtschafts-Senioren sehr gut. "Herr Tembrink ist vor 14 Monaten auf uns zugekommen", sagt Bürgermeister Holger Elixmann (CDU). "Wir haben festgestellt, dass die Arbeit der Wirtschafts-Senioren eine gute und vor allem unbürokratische Sache ist." Daraufhin wurde in der Hasberger Rundschau dafür geworben. Auch ein Büro hat die Gemeinde zur Verfügung gestellt.

In und um Hasbergen haben die Wirtschafts-Senioren seitdem fünf Unternehmer sowie Gründer beraten. "Einen konnten wir vor einer Firmenübernahme bewahren, einen anderen wiederum darin unterstützen, sich zu vergrößern", erklärt Walter Tembrink. "Zwei weitere haben wir darin bestärkt, ein Unternehmen zu gründen." 

Wirtschaft in den Gemeinden halten

Es sei wichtig, die Leute vor Ort zu unterstützen. Außerdem müsse man versuchen, die Wirtschaftskraft in den Gemeinden zu halten – das sei auch für die Unternehmen sehr vorteilhaft. "Die Leute sollen wenn möglich ihre Unternehmen in ihren Gemeinden gründen", erklärt Tembrink. "Dort haben sie schon ein Netzwerk und kennen die Leute."

Unternehmensgründer seien meistens zwischen Ende 20 und Ende 30, so der Ingenieur. Die Arbeit mit den jungen Menschen habe auch Vorteile für ihn. "In den Gesprächen lerne ich die Sprache der jungen Leute kennen", erklärt er. Zu Konflikten komme es selten. Letztlich geben die Wirtschaftssenioren aber nur Vorschläge. "Die Entscheidungen müssen unsere Klienten schon selber treffen", sagt Tembrink. "Wir sehen uns nur als Tutoren."


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