Museumsverein erarbeitet Konzept Bekommt Hasbergen ein neues Museum?

In der Nähe des Wanderparkplatzes am Roten Berg möchte der Museumsverein ein neues Museum bauen. Der Bauplatz befindet sich in einem Naturschutzgebiet. Foto: Friedrich NiemeyerIn der Nähe des Wanderparkplatzes am Roten Berg möchte der Museumsverein ein neues Museum bauen. Der Bauplatz befindet sich in einem Naturschutzgebiet. Foto: Friedrich Niemeyer

Hasbergen. Der Museumsverein Hasbergen möchte ein neues Museum bauen. Das Vorhaben stößt in der Gemeinde allerdings auf Skepsis. Es bleibt die Frage, woher das Geld kommen soll und ob der Bauplatz überhaupt geeignet ist. Der Vorsitzende des Museumsvereins spricht von einem "touristischen Highlight".

Hasbergen hat eine bewegte Vergangenheit. Vor 252 Millionen Jahren bewohnten die Vorfahren der Dinosaurier die Gemeinde. Sie lebten in flachem Wasser, das den damals Hüggel umgab. Das beweisen zahlreiche Fossilien, die Wissenschaftler bei Ausgrabungen fanden. Sie fanden unter anderem Fossilien des echsenartigen Reptils Protorosaurus speneri, der eigens für das alte Museum nachgebildet wurde.

Foto: David Ebener

Doch zurzeit gibt es in Hasbergen kein Museum, das die Fundstücke ausstellt. Nachdem das alte Museum "Geozentrum Hüggel" im vergangenen Jahr schließen musste, liegen die Fossilien heute zum Teil in privaten Kellern. Ein weiter Teil ist auch im Bergbaumuseum in Ibbenbüren eingelagert. Der Museumsverein Hasbergen möchte deshalb in der Nähe des Wanderparkplatzes am Roten Berg ein neues Museum bauen. Das vorgesehene Grundstück gehört der Gemeinde. Es liegt in einem Naturschutzgebiet und grenzt an einem geologischen Lehrpfad. 

Foto: Friedrich Niemeyer

Die CDU brachte in der vergangenen Gemeinderatssitzung eigens für den Neubau eines Museums einen Ratsantrag ein. Doch der Gemeinderat äußerte Bedenken über die Finanzierung des Museums. Sönke Siegmann (CDW) sagte etwa, dass ihm ein schlüssiges Konzept fehle. Ähnlich äußerten sich auch Bürgermeister Holger Elixmann (CDU) und Hardy Fischer (SPD). Die CDU zog den Antrag infolgedessen wieder zurück.

Braucht der Museumsverein finanzielle Unterstützung?

Der Vorsitzende des Museumsvereins, Johannes Haunert, erklärt auf Nachfrage unserer Redaktion, dass der Verein nun ein Konzept erarbeiten wolle, das im kommenden Kulturausschuss dann diskutiert werden könne. Wie hoch die Kosten des Neubaus werden, konnte er noch nicht sagen. Um den Betrieb zu gewährleisten, würden aber drei Mitglieder des Vereins ehrenamtlich in einem möglichen neuen Museum arbeiten. Auch finanziell würden eigene Mittel verwendet. "Für den Betrieb des Museums werden wir Vereinsmittel aufwenden", sagt Haunert. Er schränkte aber ein, dass ein solches Museum wohl nicht in der Lage sein werde, einen Gewinn zu erwirtschaften. "Wir wünschen uns von der Gemeinde, dass sie ein mögliches Defizit ausgleicht", so der Vorsitzende des Museumsvereins. Das jedoch widerspricht dem Antrag, den die CDU im Gemeinderat einbrachte. Dort heißt es: 

"Uns liegt eine Mail vom März 2019 vom Museumsverein Hasbergen vor, in dem dieser darstellt, dass er die „ideelle" Unterstützung der Gemeinde Hasbergen, aber keine finanzielle Unterstützung benötigt"

Hardy Fischer (SPD) hob auf Nachfrage unserer Redaktion hervor, dass das neue Konzept die Fixkosten sowie die laufenden Kosten genau darstellen müsse. Auch, wie hoch mögliche Defizite sein könnten, müsse aus dem Konzept hervorgehen. "Die Gemeinde kann bei allem Wohlwollen ohne Daten keine Finanzzusagen geben", stellt er klar. "Wir brauchen belastbares Zahlenmaterial". Das Konzept müsse auch die Nachhaltigkeit des Museums sicherstellen.

Stiftungen als mögliche Geldgeber

Susanne Breiwe (CDU) zeigt sich zuversichtlicher. Unserer Redaktion sagte sie, es gebe eine Reihe von Stiftungen, die das Museum fördern könnten. So fördere die Sparkassenstiftung etwa das Museum Industriekultur am Piesberg. "Wir haben als Bergbaugemeinde eine Verpflichtung, uns um ein Museum zu kümmern", macht sie deutlich. Der Museumsverein solle sich nicht entmutigen lassen. Sie gibt außerdem zu Bedenken, dass einige Vereine offenbar eine gute Lobby in der Gemeinde hätten, andere wiederum nicht. 

Holger Elixmann (CDU) verweist auf den Antrag der CDU, in dem es heißt, dass die Gemeinde lediglich das Grundstück zur Verfügung stellen muss und ansonsten keine Kosten entstehen. Zudem müsse sichergestellt sein, dass in dem Landschaftsschutzgebiet auch gebaut werden dürfe. Er unterstreicht, dass wenn das machbar sei, ein Museum sehr begrüßenswert sei. Er sagt aber auch:

"Wir sollten uns nicht in ein unkontrolliertes Abenteuer stürzen"

Johannes Haunert sagt, dass das Museum nicht für den Verein, sondern für die Gemeinde Hasbergen und deren Bewohner gebaut werden soll. "Wir wollen etwas ganz Besonderes für Hasbergen schaffen", betont er. Er spricht zudem von einem möglichen "Prestigeobjekt" und ein "touristisches Highlight" für Hasbergen. Der Museumsverein möchte in dem Museum neben den Fossilien auch Stücke des ehemaligen Bergbaus in Hasbergen sowie Flora und Fauna des angrenzenden FFH-Gebiet (Fauna-Flora-Habitat-Gebiet) ausstellen. 

Der Museumsverein meint es ernst mit seinen Bemühungen um ein neues Museum. "Wir werden ein geotechnisches Gutachten für das Baugrundstück erstellen lassen", sagt Haunert. Nach dem Gespräch wollte erst sich außerdem mit einem Architekten über den möglichen Neubau austauschen. Genaueres wird sich letztlich im Kulturausschuss ergeben, für den allerdings noch kein Termin feststeht.


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