Natascha Wodin liest Erinnerungen eines Zwangsarbeiterkinds in Hasbergen

Ihre Erinnerungen prägen ihr Leben und Schreiben: Am Sonntag liest Natascha Wodin an der Gedenkstätte Augustaschacht aus ihrem Werk. Foto: RowoltIhre Erinnerungen prägen ihr Leben und Schreiben: Am Sonntag liest Natascha Wodin an der Gedenkstätte Augustaschacht aus ihrem Werk. Foto: Rowolt

Hasbergen. 1945 wurde sie als Kind sowjetischer Zwangsarbeiter im fränkisches Fürth geboren. Jetzt kommt Natascha Wodin nach Hasbergen. Bei der Gedenkfeier zur Befreiung des Arbeitserziehungslagers Ohrbeck wird die Autorin aus ihrem Werk lesen.

In Erinnerung an den Jahrestag der Befreiung des Arbeitserziehungslagers Ohrbeck beginnt am kommenden Sonntag, 7. April, um 15 Uhr die Gedenkfeier für die Opfer des Lagers in der Gedenkstätte Augustaschacht, Zur Hüggelschlucht 4, in Hasbergen-Ohrbeck. Im Mittelpunkt steht die Lesung.

Preisgekröntes Werk

Natascha Wodin wuchs erst in deutschen DP-Lagern, das waren Einrichtungen zur vorübergehenden Unterbringung sogenannter Displaced Persons (DPs) nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs, auf. Dann, nach dem frühen Tod der Mutter, in einem katholischen Mädchenheim. Auf ihr Romandebüt "Die gläserne Stadt", das 1983 erschien, folgten etliche Veröffentlichungen. Ihr Werk wurde unter anderem mit dem Hermann-Hesse-Preis und dem Brüder-Grimm-Preis ausgezeichnet, für "Sie kam aus Mariupol" bekam sie den Alfred-Döblin-Preis, den Preis der Leipziger Buchmesse und den August-Graf-von-Platen-Preis verliehen.

Natascha Wodin lebt in Berlin und Mecklenburg. Mit ihrer Lesung erinnern die Gedenkstätten an die Kinder sowjetischer Zwangsarbeiterinnen, die in Nachbarschaft zum Arbeitserziehungslager Ohrbeck und in der Region Osnabrück Opfer des Nationalsozialismus wurden.

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Das Arbeitserziehungslager Ohrbeck

Am 1. April 1945 endete die Herrschaft der Osnabrücker Gestapo über die meisten Häftlinge des Arbeitserziehungslagers Ohrbeck. Insgesamt fielen mindestens 101 der insgesamt 2000 Häftlinge aus 17 Nationen den katastrophalen hygienischen Verhältnissen, der organisierten Unterernährung und den Gewalttaten des Lagerpersonals zum Opfer. Das Gedenken an den 1. April 1945 eröffnet den Blick auf die Geschichte und die Nachwirkungen der nationalsozialistischen Herrschaft in der Region Osnabrück.

Die Gedenkfeier findet in Kooperation mit der Volkshochschule Osnabrück und dem Kulturgeschichtlichen Museum / Felix-Nussbaum-Haus statt. Der Eintritt ist frei.


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