Ein Wintermärchen am Frühlingstag Puppenspiel beim Pottbäcker am Hüggel

Von Niklas Golitscheck

Das Objekt der Begierde ist weg: Die Nase des Schneemanns, die der Hase zum Fressen gerne hat, war schon stibitzt. Doch mit Improvisationstalent und Liebe zum Puppenspiel wusste Tina Birgitta Laufer ihr junges Publikum zu begeistern. Foto: Niklas GolitschekDas Objekt der Begierde ist weg: Die Nase des Schneemanns, die der Hase zum Fressen gerne hat, war schon stibitzt. Doch mit Improvisationstalent und Liebe zum Puppenspiel wusste Tina Birgitta Laufer ihr junges Publikum zu begeistern. Foto: Niklas Golitschek

Hasbergen. Für einen Wintertag war dieser Sonntag mit seinen mehr als zehn Grad Celsius erstaunlich warm. In der Töpferei Niehenke in Hasbergen ging es zunächst dennoch winterlich zu, als Puppenspielerin und Autorin Tina Birgitta Lauffer ihren Puppentisch aufbaute.

Für die Osnabrückerin war das auch gleichzeitig ein kleines Jubiläum: Es war ihr fünfter Auftritt in der mit 90 Besuchern nahezu voll besetzten Töpferei.

Dieses Mal zeigte sie mit „Der Schneemann und der Hase“ ein Stück über die Jahreszeiten und Freundschaft. Während durch die Fenster die Sonnenstrahlen den Raum erhellten, zierten auf der Bühne Schneedecken den Boden, den Baum und die Hütte. An diesem kalten Tag wacht ein Hase mit großem Hunger auf und findet bei einem Schneemann eine Karotte. Als er diese stibitzen will, spricht der Schneemann plötzlich zu ihm. Von dieser Überraschung erschrocken, versteckt sich der Hase zunächst. Kurze Zeit später verstehen sich die beiden jedoch immer besser und freunden sich an.

Den Kindern gefiel sichtlich, was ihnen an diesem Nachmittag geboten wurde. Von Beginn an waren sie begeistert dabei, pusteten den Schnee weg oder weckten den Hasen lautstark auf. Auch kleinere Patzer der Puppenspielerin lachten sie einfach bei Seite, etwa als sie zu Beginn vergessen hatte, dem Schneemann seine Nase aufzustecken. „Das ist eben Livekino“, improvisierte Tina Birgitta Lauffer gekonnt. Sie ließ sich auch nicht aus dem Konzept bringen, als für das zweite Lied nicht sofort das gewünschte Stück abgespielt wurde.

Angst vor der Popel-Karotte

Mit verschiedenen Stimmlagen ließ sie auch stets erkennbar werden, welche Figur gerade spricht: Den Hasen stellte sie mit großen Augen, hoher Stimme und leicht hibbelig dar. Den beinlosen Schneemann dagegen mit tiefer Stimme, ruhiger und bodenständiger. In die Dialoge brachte sie immer wieder kindgerechte Witze ein, mit denen sie das überwiegend junge Publikum unterhielt. Ob ein Schneemann Popel in seiner Nase habe, fragte der Hase etwa nachdenklich-ängstlich, nachdem er die Karotte essen durfte. Damit waren ihr die Lacher in der jungen Zielgruppe selbstverständlich garantiert.

Zwischen solchen belebten Abschnitten und den – mit Ausnahme des „Freunde“-Liedes, das sie beim zweiten und dritten Mal mitsangen – ruhigeren Gesangseinlagen der Puppenspielerin schalteten die Kinder allerdings nicht immer schnell genug und riefen noch weiter rein. Das waren sie schließlich gewohnt, sollten sie doch mal den Hasen wecken, mal Tiere aufzählen, die im Garten zu sehen sind, oder dem Hasen zurufen, dass er den Fliegenpilz nicht essen darf. Insgesamt gelangen Puppenspielerin Lauffer dennoch 45 unterhaltsame Minuten.

Die zeigte sich anschließend auch zufrieden. „Ich dachte, bei dem schönen Wetter kommen nicht so viele“, verriet die Osnabrückerin. In diesem Jahr wird sie noch zwei weitere Male in der Töpferei Niehenke zu Gast sein: Im Mai zeigt die Puppenspielerin, die auch alle Stücke selber schreibt, „Nilas und die Piraten“, im Herbst wird "Klappers Reise oder Wo bitte geht's nach Afrika“ zu sehen sein.


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