Vortrag in Hasbergen Wie man im Alter länger zu Hause leben kann

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Pflegedienstinhaber Klaus Wesenberg (rechts) informierte über Möglichkeiten, im Alter länger in den eigenen vier Wänden zu bleiben. Heiner Wagner vom Seniorenbeirat der Gemeinde Hasbergen ergänzte den Vortrag mit weiteren Tipps. Foto: Stefan BuchholzPflegedienstinhaber Klaus Wesenberg (rechts) informierte über Möglichkeiten, im Alter länger in den eigenen vier Wänden zu bleiben. Heiner Wagner vom Seniorenbeirat der Gemeinde Hasbergen ergänzte den Vortrag mit weiteren Tipps. Foto: Stefan Buchholz

Hasbergen. Der Hasberger Seniorenbeirat informierte beim Stammtischtreffen über Möglichkeiten, ambulante Pflege zu nutzen, um länger zu Hause zu bleiben.

Eingeladen hatte man Klaus Wesenberg, Inhaber eines ambulanten Pflege- und Betreuungsdienstes. Im Café „Gute Stube“ der Senioreneinrichtung Haus am Berg machte Wesenberg zunächst aber deutlich: Nicht immer ist das lange Wohnen in den eigenen vier Wänden die beste Lösung. „Ein großes Problem ist die Vereinsamung, weil im Alter eher soziale Kontakte wegbrechen können“, so Wesenberg.

Häusliche Krankenpflege

Dennoch: Mit den vor zwei Jahren reformierten Pflegebestimmungen ist man dem Wunsch der Menschen entgegengekommen, länger zu Hause bleiben zu können. Eine erste Möglichkeit dazu biete die Verordnung Häuslicher Krankenpflege, erklärte Wesenberg. Sie kann der Hausarzt ausstellen, wenn nicht mehr alle Tätigkeiten, wie die Einnahme von Tabletten oder das Anziehen der Kompressionsstrümpfe, selbstständig gelingen. 

Mit der Verordnung zur häuslichen Krankenpflege in der Hand lässt sich ein Pflegedienst beauftragen. Von ihm kommt je nach nötiger Hilfe die Unterstützung, um im Alltag weiter zu Hause bleiben zu können. Wesenberg empfahl bei weiter abnehmender Mobilität, den Medizinischen Dienst der Krankenkassen zur Festlegung eines Pflegegrades – und damit wichtiger Finanzierungsquellen – kommen zu lassen. „Oft wird dabei gefragt, ob es eine sogenannte Pflegeperson gibt. Sie ist in der Regel die Frau, der Mann oder ein Nachbar. Mit der Pflegeperson öffnet sich ein weiterer Geldtopf zur Verhinderungspflege, wenn meine Pflegeperson für kurze Zeit nicht zur Verfügung steht“, so Wesenberg.

Zweiter Pflegegrad

Positiv bewertete der Experte auch die Möglichkeit, ab dem zweiten Pflegegrad eine Tagespflege nutzen zu können. Das wirke der Vereinsamung zu Hause entgegen, weil man wieder anderen Menschen begegne.

Über den sogenannten Entlastungsbetrag lasse sich zudem eine zeitweise Betreuung ins Haus holen. Sie übernimmt keine Pflegeleistungen, sondern ist für soziale „Dienste“ da, also etwa bei einem Gesellschaftsspiel, einem Gespräch oder der Hilfe beim Einkauf. „Mittlerweile stellen wir Betreuungskräfte beinahe monatlich ein“, sagte Wesenberg.

Geld, um Barrieren zu beseitigen

Weitere Möglichkeiten, länger zu Hause leben zu können, sind zum einen die sogenannte Wohnraumanpassung (einmalig 4000 Euro), um Barrieren aus dem Weg zu räumen. Zum anderen empfahl Heiner Wagner vom Seniorenbeirat der Gemeinde Hasbergen eine Vorsorgevollmacht aufzusetzen. „Wer die nicht hat, bekommt, wenn er sich um seine Dinge nicht mehr kümmern kann, einen gesetzlichen Betreuer vom Gericht zugeteilt.“

Tipp: Vorsorgevollmacht und Patientenverfügung sind Themen beim nächsten Seniorenstammtisch am Donnerstag, 14. Februar, um 15 Uhr im Café „Gute Stube“ im Haus am Berg in der Tecklenburger Straße 54 in Hasbergen.


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