Europathemen in Hasbergen SPD-Bürgermeisterkandidatin Bahlo stellt sich vor

Von Olaf Wienbrack

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Die Ortsvereinsvorsitzende Katja Mittelberg-Hinxlage (mit Mikrofon) begrüßt Frank Stiller, Dagmar Bahlo und Tiemo Wölken (von links) zum politischen Abend des SPD-Ortsvereins Hasbergen. Foto: Olaf WienbrackDie Ortsvereinsvorsitzende Katja Mittelberg-Hinxlage (mit Mikrofon) begrüßt Frank Stiller, Dagmar Bahlo und Tiemo Wölken (von links) zum politischen Abend des SPD-Ortsvereins Hasbergen. Foto: Olaf Wienbrack

owie Hasbergen. „Wir haben seit 73 Jahren echten Frieden in Europa. Das macht Europa aus. Es ist mehr als Wertschöpfung. Europa ist unser Zukunftsversprechen.“

Mit diesem Appell rüttelte am Mittwoch der SPD-Europaabgeordnete Tiemo Wölken die Teilnehmer des politischen Abends im Gasthaus Thies auf, um sie auf die aktive Teilnahme an der Europawahl am 26. Mai einzustimmen. Neben Thiemo Wölken konnte die SPD-Ortsvereinsvorsitzende Katja Mittelberg-Hinxlage auch die SPD- Bürgermeisterkandidatin für Georgsmarienhütte, Dagmar Bahlo, und den Kreistagsabgeordneten Frank Stiller begrüßen, der als Moderator fungierte. Mittelberg-Hinxlage freute sich über die zahlreichen Gäste aus den Nachbar-Ortsvereinen Hagen, Georgsmarienhütte, Atter, Sutthausen und Hellern. Rund 50 Zuhörer nahmen an dem politischen Abend teil.

Rechtsanwältin und Vize-Bürgermeisterin

Eröffnet wurde er mit einer kurzen Selbstvorstellung der Bürgermeisterkandidatin des Mittelzentrums des Südkreises, wie Frank Stiller Georgsmarienhütte bezeichnete. Dagmar Bahlo ist seit 24 Jahren als Rechtsanwältin freiberuflich tätig. Sie ist 53 Jahre alt und hat eine 16-jährige Tochter. Seit 2011 ist Bahlo Mitglied des Stadtrates und stellvertretende Bürgermeisterin. Nun setzt sie nach eigenen Worten „zum Sprung ins Hauptamt als Bürgermeisterin an“. Stiller stellte heraus, dass Georgsmarienhütte stets in CDU-Hand war. „Sozialdemokratin und Frau, das ist das, was Hütte guttun würde“, meinte er.

Für Umwelt- und Verbraucherschutz

Auch Wölken stellte sich zunächst vor. Seit 2016 ist er Abgeordneter im Europaparlament. Als Nachrücker kam er nach Brüssel, als Matthias Groote als Landrat nach Leer wechselte. Wölken engagiert sich im Umwelt- und im Rechtsausschuss. Und mit der Funktionsbeschreibung war der junge 33-jährige Rechtsanwalt schon in seinem Vortrag: „Der Rechtsausschuss ist für mich im Moment der spannendste Ausschuss, weil wir uns mit der Sammelklage beschäftigen, womit die Verbraucherrechte gegenüber den Großkonzernen gestärkt werden sollen.“ Wölken kritisierte, dass die Europäische Union keine eigenen Geldmittel hat. Der EU-Haushalt habe ein Volumen von 155 Milliarden Euro, was im Vergleich zu Niedersachsen mit rund 30 Milliarden oder Nordrhein-Westfalen mit 77 Milliarden für ganz Europa eher bescheiden sei. Deshalb nannte Wölken seinen größten Weihnachtswunsch: „Eigene Geldmittel für die Europäische Union.“ Aber nach seinen Worten wollen die Nationalstaaten immer noch den „Daumen drauf halten“, weshalb alles wohl nur ein frommer Wunsch bleibe.

Fünf Brexit-Optionen

Reges Interesse herrschte bei den Zuhörern, als der Parlamentarier auf den Brexit zu sprechen kam. Hierbei sah er fünf Optionen: geregelter Austritt nach Zustimmung im Unterhaus, Ablehnung bei erster Abstimmung mit wirtschaftlichen Folgen und anschließender Zustimmung im zweiten Anlauf, Verschiebung der Abstimmung bis zur Europawahl, ungeregelter Austritt und schließlich ein neues Referendum. Die letzte Option befürwortete er persönlich mit dem Argument, dass das Referendum mittlerweile über zwei Jahre zurückliege und eine Umentscheidung durchaus vertreten könne. Er hielt diese allerdings für wenig wahrscheinlich.

Arzneimittelzulassung im Visier

In der anschließenden Diskussion fragte Stiller nach, ob denn nicht auch andere Staaten dem Beispiel Englands folgen könnten. Dazu meinte Wölken, dass diese Gefahr gebannt sei, und begründete dies mir dem Einlenken Italiens. Damit habe Europa Stärke bewiesen. Klare Positionen bezog Wölken auch bei den Themen Natur und Umwelt, die Katja Mittelberg-Hinxlage besonders am Herzen lagen. Schärferes Augenmerk muss dabei nach Wölkens Worten auf die Zulassung von Arzneimitteln gelegt werden. Mikroplastik, Müllverwertung, Entwicklung der Mobilität – ob mittels Verbrennungsmotoren, Hybridantrieb, Wasserstoff oder Elektroantrieb – waren Themen, die teils kontrovers diskutiert wurden.

Zum Schluss lenkte Wölken mit dem Thema Jugendarbeitslosigkeit zu einem Bereich, der ihm sehr am Herzen liegt. Europa müsse dafür mehr Geld in die Hand nehmen: „Die Jugend in Europa soll eine Zukunft haben, damit Europa eine Zukunft hat!“


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