Hüggelzwerg unter den Türmen Heitere Eröffnung des restaurierten Wasserturms in Hasbergen

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Mit schmucken Hüggelzwergen gratulierte (vorne von links) Bürgermeister Holger Elixmann dem KuV und seinem Vorsitzenden Gordian Niehenke zur gelungenen Restaurierung des Wasserturms. Für das Engagement dankte auch Landrat Michael Lübbersmann (hinten). Foto: Petra RopersMit schmucken Hüggelzwergen gratulierte (vorne von links) Bürgermeister Holger Elixmann dem KuV und seinem Vorsitzenden Gordian Niehenke zur gelungenen Restaurierung des Wasserturms. Für das Engagement dankte auch Landrat Michael Lübbersmann (hinten). Foto: Petra Ropers

Hasbergen. Die Sanierung des Hasberger Wasserturms ist abgeschlossen: Mit rund 80 Gästen feierte der Kultur- und Verkehrsverein (KuV) seine offizielle Eröffnung.

Mit breiter finanzieller Unterstützung vieler Sponsoren und mit großem ehrenamtlichem Engagement weckte der KuV den historischen Turm aus einem Jahrzehnte währenden Dornröschenschlaf. Nach Sanierungs- und Restaurierungsarbeiten in drei Bauabschnitten ist der wahrscheinlich kleinste Wasserturm Deutschlands nun auch offiziell für Besichtigungen, Ausstellungen und mehr freigegeben.

Als „Hüggelzwerg unter den Wassertürmen“ bezeichnete Bürgermeister Holger Elixmann humorvoll das Baudenkmal, das mit seinem zehn Kubikmeter fassenden Tank einst die Dampflokomotiven des Georgsmarienhütter Stahlwerks mit Wasser versorgte. Mit dem Ende der Dampfloks kam auch das Aus für den Turm. Er verfiel, verschwand unter einem dichten Blätterdach und damit mehr und mehr auch aus dem Bewusstsein – bis das Ehepaar Friedhold und Emmi Ludwig bei einem Besuch ihrer nahegelegenen Streuobstwiese auf ihn aufmerksam wurde.

Aus regionstypischen Hüttensteinen

Mit ihrer Fachkenntnis als Bauingenieur und Architektin erkannten sie sogleich, dass sich unter dem dichten Bewuchs ein wahrer Schatz verbarg. Denn errichtet wurde vor knapp 140 Jahren aus regionstypischen Hüttensteinen ein viereckiger Turm anstelle des üblichen runden Baukörpers mit einem ebensolchen Wassertank. Ungewöhnlich für ein reines Funktionsgebäude sind auch die Verzierungen mit Gesimsbändern, Akzenten aus Sandstein und zurückgesetzten Fenstern.

Auf Initiative des Ehepaares Ludwig machte es sich schließlich der Kultur- und Verkehrsverein zur Aufgabe, das Schmuckstück zu erhalten und einer neuen Nutzung zuzuführen. Schnell war die Gemeinde Hasbergen mit im Boot. Und auch der Landkreis ließ sich – neben vielen weiteren Spendengebern – von dem Projekt überzeugen. „Die Denkmalpflege ist sowohl kulturell als auch wirtschaftlich ein ganz wichtiger Part“, betonte Landrat Michael Lübbersmann zur Eröffnung.

Industriedenkmal und Ausstellungsraum

Denn zeit-, geschichts- und kulturprägende Baudenkmäler seien ein nicht zu unterschätzender Anziehungspunkt für den Tourismus. Insofern sei der kleine Wasserturm für Hasbergen fast wie die blaue Mauritius, scherzte Lübbersmann. „Und wenn man die Gelder betrachtet, die hier investiert wurden, kommt das sogar ungefähr hin.“ Dabei hatte das Ehepaar Ludwig anfangs Zweifel, ob sich der sichtlich mitgenommene Turm überhaupt restaurieren ließe.

Doch das breite Engagement hat sich gelohnt. Denn heute ist der Turm nicht nur ein liebevoll wieder hergerichtetes Industriedenkmal, sondern auch ein ganz besonderer Ausstellungsraum, in dem bereits mehrere Kunstausstellungen präsentiert wurden. Vielleicht könnte er künftig sogar als Konzertraum dienen. Die „Plattmakers“, die mit mundartlichem Schwung die Eröffnung umrahmten, machten zur Feier des Tages jedenfalls gleich die Probe aufs musikalische Exempel.

Ein besonderer Dank galt zum Fest dem Ehepaar Ludwig: „Ohne ihre Idee, Begeisterung und Fachkompetenz würden wir heute hier nicht stehen“, betonte der KuV-Vorsitzende Gordian Niehenke. Bürgermeister Elixmann regte mit einem Augenzwinkern gar eine Namensänderung an: „Möglicherweise ist der Turm in einigen Jahren im Volksmund als Ludwigsturm bekannt.“


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