Austausch auf Augenhöhe Senioren im Austausch mit Hasbergens Bürgermeister

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Stellte sich dem öffentlichen Diskurs über aktuelle Themen in der Hüggelgemeinde: Bürgermeister Holger Elixmann sprach auf Einladung des Seniorenbeirats im Café Gute Stube. Foto: André PartmannStellte sich dem öffentlichen Diskurs über aktuelle Themen in der Hüggelgemeinde: Bürgermeister Holger Elixmann sprach auf Einladung des Seniorenbeirats im Café Gute Stube. Foto: André Partmann

Hasbergen. Kaffee, Kuchen und politischer Diskurs: Auf Einladung des Hasberger Seniorenbeirates hat Bürgermeister Holger Elixmann (CDU) im Café „Gute Stube“ ausführlich Stellung zu aktuellen Themen in der Hüggelgemeinde bezogen.

Am Ende des Gespräches wandte sich Elixmann im Café im Haus am Berg nochmals an seine Zuhörer. Ob die Fragen nun zur Zufriedenheit aller beantwortet wurden, wollte der Verwaltungschef wissen. Ein zustimmendes Nicken als Antwort. Die zwei Dutzend Zuhörer waren zufrieden. Und auch der Bürgermeister resümierte: „Ein schönes Format, das gerne Schule machen darf.“

Lebendiger Diskurs

Mehr als zwei Stunden hatte Elixmann zuvor ausführlich Stellung bezogen zu „Themen, die Hasbergen bewegen“. Der Austausch wurde vom Seniorenbeirat der Gemeinde initiiert – und er sollte in politisch schwierigen Zeiten für Deutschland ein schönes Beispiel sein dafür, wie ein Diskurs auf kommunaler Ebene zwischen Bürgern und Verwaltung auch sein kann: lebendig, auf Augenhöhe und geprägt von gegenseitigem Verständnis für Sorgen unterschiedlicher Art.

„Die Herausforderungen, die wir heute haben, sind ganz andere als noch vor 20 Jahren“, erklärte Elixmann zu Beginn des Austausches. Die Menschen trieben viele Sorgen um, wobei der Themenkomplex Flüchtlinge und die damit verbundene Unsicherheit zuletzt am häufigsten in den Schlagzeilen gestanden hätten, so Elixmann. In der Gemeinde Hasbergen stelle sich die Situation allerdings als „unproblematisch“ dar: Zum 31. Juli ist der Mietvertrag für das alte Hotel „Zur Rothenburg“ ausgelaufen. Die Flüchtlinge wurden mittlerweile in der neuen Unterkunft am Eisenbahnweg untergebracht. „Wir sind als Gemeinde sehr gut aufgestellt“, erklärte Elixmann. Er sei stolz auf das Engagement der Hasberger Bürger, die sich als mondän präsentieren und sich nicht von Hass treiben lassen.

„Meilenstein“ für die Jugendarbeit

Von einem „Meilenstein“ sprach Elixmann, als er das neue Konzept für die Jugendarbeit anriss, das kürzlich einstimmig im Familienausschuss auf Zustimmung stieß: „Die Betreuungsform ist in den letzten zwei bis drei Jahrzehnten nicht optimal gewesen.“ Die Gemeinde habe versäumt, die Jugendarbeit auf zeitgemäße Füße zu stellen. Mit der Einstellung einer zusätzlichen jungen Fachkraft mit modernen Vorstellungen wolle die Kommune Fortschritte erzielen. Ein Ziel der Jugendarbeit sei, die Identifikation mit Hasbergen zu fördern. „Da haben wir noch viel Potenzial“, so der Bürgermeister.

Kritik wurde seitens der Senioren laut, als es um die Entwicklung an der Osnabrücker Straße (L89) ging: Die von Elixmann vorgestellten Pläne für das neue Seniorenzentrum am Standort der alten Rothenburg und die Sanierung der Straße seien zwar positiv, die Nahversorgung hingegen verbesserungswürdig: „Der Nettomarkt ist wenig gepflegt“, monierte eine Zuhörerin. Dort gehe sie nur „im Notfall“ einkaufen. Man wünsche sich einen Einzelhandel, „der nicht nur abgepackte Lebensmittel anbietet“.

Eine Lösung könnte sich allerdings auftun, wie Elixmann erklärte: „Ich habe die Hoffnung, dass sich da bald etwas tut“, sagte Elixmann über den ehemaligen Jibi-Markt. Das Gebäude ist für einen Nahversorger vorgesehen. Eine mögliche Option könne sein, den Bebauungsplan zu ändern, sodass das Gebäude von 800 Quadratmeter Nutzfläche auf 1100 erweitert wird.

„Im Kostenrahmen für die Neue Mitte“

Auch in puncto Neue Mitte gibt es neue Nachrichten: Der Abriss der ehemaligen Volksbankfiliale wurde vollzogen, nun stehe die Räumung der Holzheide bevor. „Viele Bürger denken, wir würden bloß drei Gebäude in die Mitte setzen“, meinte Elixmann. Vergessen werde allerdings, dass die gesamte Infrastruktur überdacht werden müsse. Die Tecklenburger Straße etwa solle saniert werden. „Wir sind mit dem Landkreis in Gesprächen, ob in diesem Zuge auch ein Überweg installiert wird.“ Dieser fehlt bislang. An der Niedersachsenstraße wird außerdem geprüft, ob „ein kleiner oder ein großer Kreisel“ installiert werde. Dennoch: „Wir sind im Kostenrahmen für die Mitte.“

Ein Blick wurde auch auf die Themen Bahnverkehr, Baugebiete und ÖPNV geworfen. Die Bahn wolle bis 2021 eine Brücke mit zwei Aufzügen bauen trotz der Tatsache, dass täglich nur etwa 600 Passagiere in Hasbergen abfahren. Außerdem warnte Elixmann davor, dass zusätzliche Baugebiete zu einer „Kannibalisierung“ führen würden. Zudem setzte der Bürgermeister alles daran, dass Gaste keine Verschlechterung der Busanbindung nach Osnabrück widerfährt.

Unterstützung für Senioren

Die Senioren in Hasbergen werden weitere Unterstützung von der Verwaltung erhalten. Die Geschicke des Seniorenbeirates leiten derzeit Angelika Müller und Heinrich Wagner. Sie sollen künftig als Schnittstelle zu einer Mitarbeiterin der Gemeinde dienen, die sich fünf Stunden pro Woche explizit mit den Anliegen der Senioren beschäftigt und auch Veranstaltungen plant.


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