Gemeinsam für Berufsorientierung Kooperation zwischen Amazone und Gymnasium in der Wüste

Von Andreas Wenk

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Haben gut Lachen: Bettina Dreyer, Mitglied der Eigentümerfamilie, Nils Fischer, Schulleiter des Gymnasiums in der Wüste, Personalchef René Hüggelmeier und Eckhard Lammers, Stellvertretender Hauptgeschäftsführer der IHK Osnabrück-Emsland-Grafschaft Bentheim (von links) in der Ausstellungshalle der Amazonen-Werke in Hasbergen-Gaste. Foto: Andreas WenkHaben gut Lachen: Bettina Dreyer, Mitglied der Eigentümerfamilie, Nils Fischer, Schulleiter des Gymnasiums in der Wüste, Personalchef René Hüggelmeier und Eckhard Lammers, Stellvertretender Hauptgeschäftsführer der IHK Osnabrück-Emsland-Grafschaft Bentheim (von links) in der Ausstellungshalle der Amazonen-Werke in Hasbergen-Gaste. Foto: Andreas Wenk

Hasbergen/Osnabrück. Der Landmaschinenhersteller Amazone in Hasbergen und das Osnabrücker Gymnasium in der Wüste haben Ende vergangener Woche einen Kooperationsvertrag unterzeichnet.

„Ausbildung ist für mich eine Reise“, sagte Bettina Dreyer anlässlich der Unterzeichnung eines Kooperationsvertrages zwischen den Amazonen-Werken in Hasbergen und dem Gymnasium in der Wüste. Um den für sie richtigen Weg zu einzuschlagen, müssten Jugendliche frühzeitig einen Überblick über die vielen Optionen erhalten, sagte Dreyer als Vertreterin der Eigentümerfamilie. Genau darum geht es bei der von der Industrie- und Handelskammer (IHK) Osnabrück-Emsland-Grafschaft Bentheim vermittelten Partnerschaft. Beide Partner stehen schon seit geraumer Zeit durch gemeinsame Aktionen wie das „Management Information Game“ und anderer Berufsorientierungsaktivitäten miteinander in Kontakt.

Beispiele aus der Praxis

Wie zum Beweis hatte Personalchef René Hüggelmeier drei ehemalige Schülerinnen und Schüler zur Vertragsunterzeichnung eingeladen, die bei Amazon eine Ausbildung oder ein duales Studium absolvieren. Erwartungsgemäß äußerten sich alle drei äußerst zufrieden. Hannah Graf gab zu, anfangs Vorbehalte gehabt zu haben. Die hätten sich aber zerstreut. Sie wurde mit fünf Jahren eingeschult, hat mit 17 Abitur gemacht und dann gleich bei Amazone angefangen. Jetzt macht sie dort eine Ausbildung zur Industriekauffrau und studiert zeitversetzt in Lingen Betriebswirtschaft. Selbst Hüggelmeier muss eingestehen, „das erfordert viel Selbstdisziplin.“ Doch Graf berichtet nach einem Jahr habe sie die Erfahrung gemacht, dass es nicht so anstrengend sei, wie zunächst befürchtet. Und danach? Hüggelmeier verwies gleich auf die Möglichkeit, bei Amazone weiterzuarbeiten, vielleicht mit reduzierter Stundenzahl, um noch ihren Master zu machen.

Anders Sarah Pelke und Paul Schinderle. Sie kamen von der Wüste als normale Azubis zu Amazone. Pelke lernt dort Produkt-Designerin, ehemals technische Zeichnerin genannt. Sie lobt vor allem den Zusammenhalt unter den Auszubildenden und die Azubi-Fahrten. In diesem Jahr geht es nach Bremen zu Airbus. Auf dem Weg dorthin werden weitere Amazone-Werke wie das in Bramsche besichtigt. Damit Weihnachtsmarkt und Spaß-Faktor nicht zu kurz kommen, ist sogar eine Übernachtung eingeplant. Schindele ist bald mit seiner Ausbildung zum Fachinformatiker für Systemintegration fertig. Er hatte zuvor ein Praktikum bei Amazone gemacht. Für ihn ist besonders interessant, dass dort – bis in die Fertigung hinein – mit unterschiedlichen Computersystemen gearbeitet wird. Zu seinem Aufgabenbereich gehört es, Anwendern bei Bedarf zu helfen. 

Ziel der jetzt beschlossenen Kooperation ist es laut Schulleiter Nils Fischer, die Rolle der Berufsorientierung am Gymnasium in der Wüste weiter zu stärken. Um den Schülern die Chancen zu eröffnen, bedürfe es starker Partner. Die Entscheidung, ob Ausbildung, Studium oder duales Studium, müsse am Ende jeder selbst treffen, so Stefan Salzbrunn, dem zuständigen Koordinator der Schule. Vorher gelte es aber, die verschiedenen Wege aufzuzeigen.

Auf Expansionskurs

Hüggelmeier gab unumwunden zu, dem Familienunternehmen gehe es nicht zuletzt darum, bei steigendem Fachkräftebedarf frühzeitig Kontakt zu vielversprechendem Nachwuchs zu bekommen. Schließlich sei man auf Expansionskurs und trete deshalb schon seit einiger Zeit an Schulen heran. Die Kooperation mit dem Gymnasium in der Wüste sei deshalb auch nicht die erste dieser Art für Amazone. Beide Seiten erhielt so Informationen aus erster Hand.

Eckhard Lammers, stellvertretender Hauptgeschäftsführer der IHK verwies in seiner Begrüßung auf zwei Trends. Zum einen würden 40% der Ausbildungsverträge mittlerweile von Abiturienten unterschrieben. Zum anderen sei das Thema Digitalisierung eine Megathema. Der Landmaschinenhersteller Amazone sei dafür ein gutes Beispiel.


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