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Busfahrer verschläft Hasberger Schulbus lässt Erstklässlerin sitzen

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Hasbergen. Bereits in der ersten Unterrichtswoche für die i-Dötzchen hat ein Schulbus die Kinder in Hasbergen morgens an der Bushaltestelle sitzen lassen. Für den Schülertransport war in diesem Fall die Firma Teutobus, ein Tochterunternehmen der Stadtwerke Osnabrück, beauftragt. Als die Firma von einem Vater der betroffenen Hasberger Schüler mit dem Vorfall konfrontiert wurde, hieß es: „Tut mir leid, der Fahrer hat verschlafen.“

Ein Ersatzfahrer konnte nicht einspringen. „Aufgrund Urlaubszeit und Krankheit des Aufsichtspersonals ist der Ausfall erst zu spät bemerkt worden. Dieses ist der Schule und den Eltern auch so dargestellt worden“, teilte Landkreis-Sprecher Henning Müller-Detert im Auftrag der Verkehrsgesellschaft Landkreis Osnabrück (VLO) mit.

Warum hatte das Busunternehmen keinen Plan B?

Besonders ärgerlich war der Vorfall jedoch für die Erstklässler, die in der ersten Schulwoche das Busfahren noch erlernen müssen. An den ersten Schultagen war Vater Stefan Wortmann von der Hasberger Haltestelle Gudenusweg noch zusammen mit seiner Tochter Mona zum Schulzentrum Hasbergen gefahren, doch an den Folgetagen ließ er sie alleine fahren. Doch genau am Freitag der ersten Schulwoche passierte es und die kleine Mona musste um 7.40 Uhr wieder nach Hause gehen, als der Schulbus einfach nicht kam. Glücklicherweise war ihr Vater noch zu Hause, als sie kurz danach wieder an der Haustür klingelte: „Ich war sprachlos, dass die Kinder einfach auf sich alleine gestellt sind, sobald der Busfahrer ausfällt.“ Die Reaktion des Busunternehmens ärgerte Wortmann sehr: „Es kann doch nicht sein, dass so ein Busunternehmen keinen Plan B hat, wenn ein Fahrer ausfällt.“ Seine Nachbarin, deren Kinder schon seit Jahren mit dem Schulbus zum Hasberger Schulzentrum fahren, habe ihm berichtet, dass der Schulbus im vergangenen Schuljahr morgens mindestens sechs Mal nicht gefahren sei. „Das darf doch am fünften Schultag des neuen Schuljahres nicht schon wieder passieren. Wir müssen uns doch darauf verlassen können, dass der Schulbus fährt“, berichtet der in Osnabrück berufstätige Wortmann.

„Unerfahrene Schüler sind quasi hilflos“

Bei der Gemeinde und bei der Grundschule Hüggelschule Hasbergen stand das Telefon an diesem Morgen wegen der Elternbeschwerden nicht mehr still. „Besonders problematisch ist es natürlich, wenn es sich wie geschehen um Erstklässler handelt, die quasi erstmals alleine mit dem Bus fahren wollen“, beklagt Bürgermeister Holger Elixmann. „Unverrichteter Dinge kommen sie nach Hause - falls die Eltern dann schon das Haus verlassen haben, sind die unerfahrenen Schülerinnen und Schüler quasi hilflos.“ Bereits im vergangenen Jahr seien einige Busse ausgefallen. Elixmann habe daraufhin den Busunternehmen und jeweiligen Planern einen ausführlichen Brief geschrieben und dabei die konkreten Busse genannt, die ausgefallen sind. Daher bittet er die Eltern, aber auch die Buskunden im Regelverkehr, Busausfälle per Email unter info@gemeinde-hasbergen.de zu melden, damit die Gemeinde die Probleme ansprechen kann. “Wir nehmen jeden einzelnen Vorfall sehr ernst“, versichert Elixmann. Auch im vorliegenden Fall sei die Gemeinde aufgrund der Anrufe umgehend tätig geworden und habe die Beschwerden weitergeleitet, da der Landkreis Osnabrück für die Schülerbeförderung zuständig sei.

„Für die Kinder und Eltern unangenehm und verunsichernd“

Die Leiterin der Hüggelschule, Felicitas Dölling, sagte, die Schule habe natürlich als Erste bemerkt, dass die Kinder nicht pünktlich zum Unterricht erschienen und habe daher die Eltern der betroffenen Schüler angerufen, um festzustellen, wo sich die Kinder befinden. „Dies ist zusätzliche Verwaltungsarbeit und bündelt sehr viel Zeit. In erster Linie ist es aber für die Kinder und Eltern unangenehm und verunsichernd“, kritisiert Dölling. Die Probleme mit dem Bustransport seien daraufhin unverzüglich an den Schulträger, den Träger der Schülerbeförderung und an Weser-Ems-Bus weiter gegeben worden. Mehr könne die Schule nicht tun, da sie nicht Vertragspartner des Busunternehmens sei. Dölling sagt: „Unsere Forderung ist eine ganz selbstverständliche: Die zuverlässige Beförderung unserer Schulkinder.“

Verkehrsgemeinschaft Osnabrück entschuldigt sich

Die Sprecherin der Verkehrsgemeinschaft Osnabrück (VOS), Kathrin Witte, bedauert den Ausfall sehr: „Wir können uns nur dafür entschuldigen.“ Sie nennt als Grund für den Ausfall „den Nichtantritt des Fahrers, den wir klären konnten.“ Sie verspricht nun: „Wir werden dafür Sorge tragen, dass sich der Vorfall nicht noch einmal wiederholt.“ Mittlerweile habe es dazu auch bereits ein Gespräch mit der betroffenen Schule gegeben.

Tochterunternehmen der Stadtwerke Osnabrück zur Abstellung der Mängel aufgefordert

Müller-Detert fügt im Auftrag des VLO hinzu, dass an dem betroffenen Tag zeitnah kein Ersatzfahrer einspringen konnte. Im genannten Fall hätten die Stadtwerke Osnabrück das eigene Tochterunternehmen Teutobus mit der Durchführung der Fahrt beauftragt. Der Landkreis oder die VLO hätten „keinen direkten Zugriff auf den Subunternehmer — vielmehr erfolgt der Zugriff über die Verkehrsgemeinschaft, die zur ordnungsgemäßen Durchführung der beauftragten Fahrten oder zur Abstellung der Mängel aufgefordert wird“. Falls diese Mängel weiterhin auftreten und die Verkehrsgemeinschaft diese nicht abstellen kann, habe der Landkreis die Möglichkeit, die Absetzung des Subunternehmers zu fordern. Eine solche Forderung sei seitens Landkreises bisher aber nur ausgesprochen worden, wenn ein Subunternehmer gegen Gesetze oder Sozialvorschriften verstoßen hat und die Sicherheit der Fahrgäste dadurch gefährdet wurde.

Kreiselternrat bittet um Hinweise bei Problemen der Schülerbeförderung

Die Vorsitzende des Kreiselternrats, Bärbel Bosse, weist die Eltern im Landkreis Osnabrück darauf hin, dass auch der Kreiselternrat sich um Probleme mit der Schülerbeförderung kümmert und erklärt: „Sollte sich ein solcher Fall wie in Hasbergen wiederholen, freuen wir uns über eine zeitnahe Rückmeldung an vorstand@kreiselternrat-osnabrueck.de.“


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