"Keine Substanz" CDU-Antrag für mehr Baugebiete in Hasbergen zurückgewiesen

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Die CDU-Fraktion fordert mehr Baugebiete für Familien in Hasbergen. Derzeit besteht lediglich die Möglichkeit, in Gaste zu bauen. Foto: Gert WestdörpDie CDU-Fraktion fordert mehr Baugebiete für Familien in Hasbergen. Derzeit besteht lediglich die Möglichkeit, in Gaste zu bauen. Foto: Gert Westdörp

Hasbergen. Die CDU fordert mehr Baugebiete für Familien in Hasbergen – und legt einen entsprechenden Antrag im Bauausschuss vor.

Doch der wird von den anderen Fraktionen ausnahmslos zurückgewiesen, obwohl eigentlich Konsens in der Sache besteht.

Mit ihrer unmittelbaren Nähe zu Osnabrück rückt die Gemeinde Hasbergen fast schon zwangsläufig in den Fokus bauwilliger Familien. Dass die Grundstückspreise im Speckgürtel obendrein oft billiger als im angrenzenden Stadtgebiet sind und auch das Leben auf dem Land einen gewissen Charme versprüht, macht das Bauen in der Hüggelgemeinde nicht weniger verlockend. 

Bevölkerungszahl seit 20 Jahren konstant

Dem demografischen Wandel zum Trotz ist die Bevölkerungszahl "seit etwa zwei Dekaden konstant", wie Bürgermeister Holger Elixmann (CDU) erklärt. "Es ist seit langem Strategie in der Gemeinde Hasbergen, zunächst geplante Baugebiete abzuarbeiten und entsprechend zu füllen, bevor anderswo in der Gemeinde ein weiteres Gebiet bespielt wird." Mit dieser Vorgehensweise sei man in den vergangenen Jahrzehnten durchaus sehr gut gefahren, so Elixmann. 

Wer aktuell bauen will, muss nach Gaste

Wer aktuell in der Gemeinde Hasbergen ein Haus bauen möchte, muss nach Gaste. So sind die notwendigen Beschlüsse und die Vorbereitungen bei dem Gebiet "Östlich kleiner Berg" abgeschlossen. Der Auftrag der schnellen Vermarktung liegt nun die Niedersächsische Landesgesellschaft (NLG). 

Außerdem sind bereits Beschlüsse gefasst worden, Baugebiete im Gebiet Westlich "Am Ehrenhain" auszuweisen. "Dort sind noch einige Fragen durch den Eigentümer zu klären", sagt Elixmann. Die Politik unterstütze das geplante Baugebiet mit großer Unterstützung, so der Verwaltungschef. 

CDU will Baugrund in Hasbergen

Das gilt auch für die CDU-Fraktion im Rat. Doch die will nicht, dass lediglich im Ortsteil Gaste, sondern auch in Hasbergen gebaut wird. "Es gibt in Hasbergen viele junge Familien, die in Hasbergen bauen wollen", sagte CDU-Chefin Susanne Breiwe im Bauausschuss. Der Wunsch nach Baugebieten für Familien sei entsprechend groß. "Die CDU hat in einem Treffen mit Grundstücksbesitzern feststellen können, dass viele von ihnen bereit sind, diese zu veräußern." Die Grundstückseigentümer hätten den Christdemokraten mitgeteilt, dass ihr Vorhaben allerdings bereits in der Verwaltung mit dem Hinweis auf das vorrangige Bauen in Gaste scheitere. 

Erhaltenswerte Infrastruktur in allen Ortsteilen

"Wir sind der Meinung, dass nicht nur in Gaste gebaut werden soll, sondern in allen Ortsteilen", erklärte Breiwe. "Es gibt auch in Hasbergen und in Ohrbeck erhaltenswerte Infrastruktur, beispielsweise Kindergärten und Geschäfte." Diese dürften nicht vernachlässigt werden, meint die Fraktionsvorsitzende. Sie stellte im Namen der Partei den Antrag, "neue Baugebiete, insbesondere für Familien, auszuweisen". 

Keine konkreten Vorschläge im Antrag

Heiko Dölling (SPD) kritisierte den Antrag als "substanzlos". Es stünde nicht drin, was der Bauauschuss beschließen solle. "Weder Baugebiete noch damit verbundene Kosten werden in der Beschlussvorlage von der CDU genannt", führte Dölling aus. "In der jetzigen Form ist das ein reiner Schaufensterantrag".

Dem stimmte auch Sönke Siegmann (CDW) zu: "Dieser Antrag ist weder Fisch noch Fleisch, sondern Populismus." Die CDU habe eine reine Willenserklärung vorlegt, sagte Siegmann. "Was wir brauchen sind konkrete Vorschläge. Es wird niemanden geholfen, wenn die CDU durch Hasbergen marschiert und sagt: 'Schaut mal, wir haben etwas für Familien getan.'"

Klaus Eckert von den Grünen lehne zum aktuellen Zeitpunkt weitere Baugebiete ab: Er sehe die Gefahr, dass Hasbergen weiter und weiter zugebaut wird. Man müsse das Ländliche der Gemeinde bewahren, so Eckert. Der Antrag wurde in der Folge mit zwei zu sieben Stimmen abgelehnt. 

Gespräche über Baugrundangebote

Gänzlich verpufft ist der Antrag allerdings nicht. Ein Bürger stellte sich in der Fragestunde als Sprecher einer Gemeinschaft vor, die Baugrund anbieten könnte. Er wandte sich an die SPD-Fraktion mit der Frage, ob diese bereit sei, Gespräche zu führen. Die CDU kritisierte zuvor, dass die Sozialdemokraten zu diesen bislang nicht bereit gewesen seien. Das ist nun nicht mehr der Fall. Heiko Dölling antwortete dem Fragesteller knapp: "Wir sind jederzeit zu Gesprächen bereit."  

   

     


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