Planungen für ÖPNV im Bauausschuss vorgestellt Fahren in Hasbergen bald Busse im 20-Minuten-Takt?

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Erst vor zwei Jahren wurde  die neue Linie X492 in Betrieb genommen, die Hasbergen im 30-Minuten-Regiotakt mit Osnabrück verbindet. Jetzt stellte Nahverkehrsplaner Thomas Schniedermann neue Pläne der Planos für die Gemeinde vor. Foto: Archiv/ Robert SchäferErst vor zwei Jahren wurde die neue Linie X492 in Betrieb genommen, die Hasbergen im 30-Minuten-Regiotakt mit Osnabrück verbindet. Jetzt stellte Nahverkehrsplaner Thomas Schniedermann neue Pläne der Planos für die Gemeinde vor. Foto: Archiv/ Robert Schäfer

Hasbergen. Fahren in der Gemeinde Hasbergen womöglich bald Busse im 20-Minuten-Takt? Die Planungsgesellschaft Nahverkehr Osnabrück (Planos) hält das durchaus für möglich, wie im Bauausschuss am Dienstag deutlich wurde. Die Leidtragenden in den bestehenden Plänen wären bislang aber die Bürger der Ortsteile Ohrbeck und Gaste.

Thomas Schniedermann wurde nicht müde, seine Kernbotschaft gebetsmühlenartig zu wiederholen: "Wir stehen mit unseren Planungen für die Gemeinde Hasbergen erst am Anfang", sagte der Leiter Fahrplan von der Planungsgesellschaft Nahverkehr Osnabrück (Planos) den Mitgliedern des Bauausschusses. "Es ist noch nichts in Stein gemeißelt. Dies (die Vorstellung der neuen Pläne für den ÖPNV im Bauausschuss, Anm. d. Red.) soll erst der Beginn eines Austausches sein." 

Eine finale Lösung, wie und in welchem Maße die Gemeinde Hasbergen nun zukünftig an den ÖPNV angebunden sein wird, gibt es also noch nicht. Schniedermann war dennoch um Beschwichtigungsversuche bemüht, denn die ersten Pläne sind bei den Ratsmitgliedern im Bauausschuss nur auf wenig Gegenliebe gestoßen.

Derzeit drei Linien in Hasbergen

In Hasbergen ist der ÖPNV aktuell wie folgt organisiert: Die drei Ortsteile Hasbergen, Ohrbeck und Gaste werden derzeit von drei bestehenden Linien 491, X492 und X493 bedient. Die Linie 491 bindet dabei den Ortsteil Gaste an das Busnetz. Sie beginnt und endet jeweils an der Haltestelle Hellern Nord (Ikea), es handelt sich dabei um eine Verlängerung der Stadtbuslinie. "Die 491 fährt im Stundentakt, zu den Stoßzeiten sogar häufiger", so Schniedermann. 

Evaluierungsergebnisse im Oktober

Die Linie X493 aus Hagen kommend bindet den Bereich Ohrbeck an und fährt über das Hasberger Zentrum in Richtung Osnabrück Innenstadt. Vor zwei Jahren wurde zudem die Linie X492 eingeführt, die dazu führte, dass "in dem Bereich Hasbergen/Ohrbeck ein abgestimmter 30-Minuten-Takt verkehrt, der weiter nach Osnabrück führt", sagte Schniedermann. Die Einführung dieser Linie wurde 2016 vom Gemeinderat mehrheitlich beschlossen. In die finalen Pläne sollen dann auch die Wünsche der Verwaltung und Ratsmitglieder sowie die Evaluierungsergebnisse für den 30-Minuten-Takt mit einfließen. Letztere sollen im Oktober vorgestellt werden. Derzeit werden die Fahrgastbefragungen durchgeführt.

Bald 20-Minuten-Takt?

Wie sehen nun die neuen Überlegungen für Hasbergen aus? Die Stadtwerke planen, fünf Metrobus-Linien zu etablieren. Eine dieser Linien soll von Osnabrück bis Hellern in einem 10-Minuten-Takt verkehren. Eine Möglichkeit sei, die Linie ab dem Bereich Große Schulstraße im 20-Minuten-Takt in Richtung Hellern (Ikea) sowie in das Zentrum von Hasbergen zu führen", berichtet der Leiter Planung. Diese Möglichkeit wäre für das Hasberger Zentrum grundsätzlich zu begrüßen. Die Gemeinde bekäme dadurch dieselbe Taktung wie die Gemeinde Hagen – allerdings vorrangig für das Zentrum. 

Noch viele Fragezeichen

"Es hängen noch viele Fragezeichen an den Planungen. Auch wenn das Netz bis 2019 umgestellt werden soll, haben wir in der Gemeinde Hasbergen nicht den Entscheidungsdruck mitziehen zu müssen", erklärte Schniedermann. Einen realistischen Termin für die (Teil-)Umsetzung sieht er im Jahre 2020 beziehungsweise 2021. 

Bislang keine Lösung für Ohrbeck und Gaste

Worauf die Pläne der Planos zum heutigen Tage noch keine konkrete Antwort geben: Wie Ohrbeck und Gaste künftig an das Busnetz angebunden werden sollen. Schniedermann räumte ein, dass eine Überplanung der Anbindung des hinteren Bereichs von Ohrbeck zwar notwendig sei und perspektivisch auch ein neues Konzept für die Anbindung in Gaste erarbeitet werden müsse, Lösungen nannte er allerdings keine: "Wir müssen uns jetzt mit der Politik gemeinsam auf den Weg machen, neue Varianten zu finden, wie man die jeweiligen Ortsteile zukünftig erreichen kann." Gleichwohl könne auch ein Festhalten am Status Quo eine Möglichkeit sein.

"Nicht auf Kosten der Bürger"

Bürgermeister Holger Elixmann (CDU) begrüßte die Pläne der Planos, womöglich einen 20-Minuten-Takt für Hasbergen einführen zu wollen. Gleichwohl brach der Verwaltungschef eine Lanze für die Ortsteilen Gaste und Ohrbeck: Die neuen Pläne dürften nicht auf Kosten der Bürgerinnen und Bürger in den jeweiligen Bereichen gehen, die sich in unzähligen Umstiegen bemerkbar machen würden.

"Hausarbeiten müssen noch gemacht werden"

Heiko Dölling von der SPD bemerkte, die Planos habe vor Jahren bereits zugesagt, die Verbindungen nach Gaste stärken zu wollen. "Die SPD wünscht sich, dass auch die Einwohner in Gaste künftig in den Stadtlinienverkehr mit eingebunden werden, wie es bei den Linien X492 und X493 der Fall ist." Sönke Siegmann (CDW) erklärte in Richtung Schniedermann: "Die Pläne sind schön und gut – aber nicht, wenn die anderen hinten runterfallen." Die Planos habe "ihre Hausarbeiten noch zu machen". Die Begründung, "da werden wir schon Lösungen finden", sei da viel zu wenig.   

 

 




 


Das neue Busnetz für Osnabrück

Derzeit befinden sich die Stadtwerke Osnabrück in einem Planungsprozess. Sie wollen das Busnetz für Osnabrück bis zum Herbst 2019 umstrukturieren und sukzessive auf moderne Füße stellen. Das ist seit rund 20 Jahren nicht mehr passiert. Attraktiver für Fahrgäste solle es werden, so der Leitgedanke. Auch die Umweltbelastung könne dadurch in Osnabrück erheblich reduzieren, versprechen sich die Planer.

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