Nachnutzung sorgt für Diskussionen Wie geht es weiter mit der alten Feuerwache in Hasbergen?

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Soll hier ein neues Zentrum für die Jugendlichen in Hasbergen entstehen? Wenn es nach der FDP geht, dann schon. Foto: Archiv/Philipp Hülsmann.Soll hier ein neues Zentrum für die Jugendlichen in Hasbergen entstehen? Wenn es nach der FDP geht, dann schon. Foto: Archiv/Philipp Hülsmann.

Hasbergen. Die Gemeinde Hasbergen plant den Bau eines neuen Feuerwehrgerätehauses. Das Gebäude soll am Hüggelzwergekreisel errichtet werden, da sind sich die Politiker im Rat weitestgehend einig. Die Frage nach der Nachnutzung des alten Feuerwehrgebäudes ist da komplizierter: Hier besteht aktuell kein Konsens. Ein Meinungsquerschnitt der Fraktionen.

Es ist das zweite Mammutprojekt neben dem Bau der Neuen Mitte. 3,2 Millionen Euro soll es kosten, wenn alles glatt läuft. Die Freiwillige Feuerwehr bekommt ein neues Gerätehaus. Und auch der Ortsverband des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) erhält, wie die Planungen vorsehen, separate Räume in einem Anbau.

Der Vorsitzende des Feuerwehrausschusses, Heiko Dölling (SPD), hatte im Februar dieses Jahres verlautbaren lassen, das Projekt bis Ende 2019 realisieren zu wollen. Seit dem Ratsbeschluss im Sommer 2015 gab es immer wieder Komplikationen: Nicht nur die unterschiedlichen Positionen der Fraktionen, etwa bei der Finanzierung und der Miteinbeziehung des DRK, warfen die Planungen zurück, sondern auch der Tod des federführenden Architekten Andreas Austmeyer verzögerten das Vorhaben. Mit der Räumung des Grundstücks am Hüggelzwegekreisel im Februar und der Vorstellung des Vergabeverfahren während einer Sitzung des Feuerwehrausschusses im März hat das Projekt wieder an Fahrt aufgenommen.

FDP fordert Diskussion

Ein Vorstoß der Freien Demokraten in Hasbergen sorgt nun für eine zusätzliche Debatte im gesamten Themenkomplex „Neubau des Feuerwehrgerätehauses“. Denn die Mitglieder der FDP fordern in der  August-Ausgabe des Gemeindeblättchens in einer geschalteten Anzeige alle Fraktionen im Rat auf, eine „Diskussion über die Nachnutzung des bisherigen Feuerwehrhauses“ zu führen.

Einen passenden Vorschlag liefern die Liberalen gleich mit: „Die alte Feuerwache könnte zu einem neuen Jugendzentrum umgewandelt werden“, heißt es in der Anzeige. Das FDP-Ratsmitglied erklärte zu diesem Vorschlag: „Mit der Integration in der Neuen Mitte könnten wir auch die Attraktivität des Jugendzentrums stärken und kommen so bestehenden Wünschen nach.“

SPD: „Sommerloch-Vorschlag der FDP“

Die SPD-Fraktion bewertet den Vorstoß der FDP, das Jugendzentrum umzusiedeln, als „etwas übereilt“. Kathrin Wahlmann, SPD-Ratsmitglied, sagte: „Bislang ist noch nicht einmal die Planung für das neue Feuerwehrgebäude abgeschlossen – von einem Auszug aus dem jetzigen Gebäude ist die Freiwillige Feuerwehr noch weit entfernt.“ Gleichwohl erklärte die Ratsfrau: „Im Zuge der Ortskernplanung wird auch die Nachnutzung sowohl des Gebäudes als auch des gesamten Grundstückes im Rat politisch beraten werden.“ Dabei würden mögliche Szenarien durchgesprochen und abgewogen werden. Hierbei würden sowohl finanzielle Aspekte als auch kommunale Anforderungen wichtige Entscheidungskriterien sein.

Die Vorfestlegung der FDP sei laut Wahlmann „unverständlich“. Die FDP habe „vermutlich ein Thema für das Sommerloch gebraucht und sich unüberlegt auf dieses gestürzt“. Aus der Ausführung der Liberalen gehe nicht hervor, weshalb ein neues Jugendzentrum erforderlich sei, zumal die Gemeinde bereits über eines am Sportplatz verfüge. „Schnellschüsse sind in diesem Zusammenhang nicht klug. Die FDP weckt bei den Jugendlichen Hoffnungen, die sie eventuell nicht erfüllen kann.“

CDU: „Befürworten Umzug in alte Feuerwache“

Die CDU-Fraktion und ihre Chefin Susanne Breiwe vertreten da eine andere Auffassung. In der August-Ausgabe der Hasberger Rundschau habe ihre Partei eine ähnliche Anzeige geschaltet, so Breiwe. Darin heißt es, dass sich die Christdemokraten "eine Unterstützung der Jugendarbeit des Jugendzentrums wünschen würden, indem man den Umzug in die frei werdenden Räume der Feuerwehr befürwortet“.

Die CDU habe die Überlegungen bereits 2016 in ihr Wahlprogramm mit aufgenommen. Ein Jugendzentrum im Ortszentrum, etwa im alten Feuerwehrhaus, sei für die Jugendlichen deutlich attraktiver: „Sie haben dort die Nähe zur Eisdiele, zum 'Döner-Lokal' und zu den Verbrauchermärkten“, erklärt Breiwe. Die CDU glaubt, die Dunkelheit im Winter und die Abgeschiedenheit würden den derzeitigen Standort des Jugendzentrums unattraktiv machen.

CDW: „Nachnutzung, die am Bedarf orientiert ist“

Die Fraktion der CDW sieht ebenfalls eine Notwendigkeit darin, sich „langsam über die Nachnutzung des bisherigen Gebäudes Gedanken zu machen“. Sönke Siegmann, Fraktionsvorsitzender der CDW, erklärte dazu: „Die CDW will eine Nachnutzung, die am Bedarf orientiert ist. Das kann das Jugendzentrum sein, dafür bietet sich die Lage in der Hasberger Mitte sicherlich an.“ Jedoch müsse auch gesehen werden, wie sich die Kinderbetreuung in Hasbergen entwickelt. Möglicherweise werden in dem Bereich ganze andere Einrichtung passend und notwendig, so Siegmann.

Grüne: „Erst ein Konzept für den Tomblaineplatz“

Der Fraktionsvorsitzende der Grünen, Frank Pfeifer, sagte: „Bevor eine Nachnutzung festgelegt wird, sollte ein Konzept für das Gesamtensemble Tomblaineplatz erörtert werden“. Der Vorschlag der FDP, das Jugendzentrum umzusiedeln, habe durchaus seinen Reiz, so Pfeifer. Dieser werde allerdings sofort wieder relativiert, wenn mögliche Umbaukosten zur Sprache kommen. Die Gemeinde stehe ohnehin bereits vor einem ambitionierten Investitionsprogramm.


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