Zum Abschied ein Horrido Schützengesellschaft Hasbergen feiert letztes Fest

Von Michael Pohl

Ihren Schießstand an der Osnabrücker Straße müssen die Schützen zum Ende des Jahres verlassen.Ihren Schießstand an der Osnabrücker Straße müssen die Schützen zum Ende des Jahres verlassen.

Hasbergen. Am Samstag lädt nach 132 Jahren die Hasberger Schützengesellschaft zum letzten Mal zum Schützenfest auf den Platz neben dem Vereinsheim der ehemaligen Gaststätte Riga ein. Wie es mit dem Verein in Zukunft weiter geht bleibt ungewiss.

Mit den Worten „Wir sind immer noch auf der Suche nach einem geeigneten Gebäude für ein neues Vereinsheim“, skizzierte die Präsidentin des Vereins, Birgit Bracht, die aktuelle Lage des Vereins. Den Schießbetrieb wollen die Hasberger Schützen mit Hilfe der Kameraden aus Gaste und Ohrbeck aufrecht erhalten. Auf deren Unterstützung habe man laut Bracht bereits in der Vergangenheit stets zählen können.

Bereits seit 2016 befindet sich die Gesellschaft in ständig wechselnden Krisen. Mit der Übernahme der Amtsgeschäfte im August 2016, sah sich Bracht nach eigenen Angaben einer Vielzahl juristischer Probleme gegenüber. Daneben musste das neue Präsidium ersten aufkommenden Gerüchten über das bevorstehende Ende des Vereins entgegentreten.

Mitgliederzahl um die Hälfte gesunken

Gleichzeitig musste der Verein in den letzten drei Jahren einen erheblichen Mitgliederrückgang verkraften. Waren 2015 noch 50 Schützenbrüder und -schwestern im Hasberger Schützenwesen aktiv, so waren ein Jahr später bereits zehn Mitglieder ausgetreten. Aktuell verfügt der Verein laut Bracht noch über einen Kern von 25 Schützen.

Trotz dieser zuletzt schwierigen Bedingungen freue sie sich, dass es den verbliebenen gelungen sei, das letzte Schützenfest an alter Stelle zu organisieren, betonte Bracht. Dazu lade der Verein alle Bürger der Hüggelgemeinde herzlich ein. 

Der Startschuss dafür fällt am kommenden Samstag ab 19.30 Uhr. Nach dem Eintreffen der befreundeten Vereine sowie einer kurzen Begrüßung wird Monika Kramer die musikalische Regie des Abends übernehmen. Dabei wird die Künstlerin neben bekannten Hits vom Plattenteller auch eigene Songs an der Gitarre präsentieren.

Mit Spannung erwarten die Schützen den Ausgang des letzten Königsschießens an alter Stätte. Ab 14 Uhr wird er Kampf um den aktuellen Thron auf der vereinseigenen Anlage zum letzten Mal eröffnet. Gesucht wird dabei der Nachfolger des amtierenden Königs Axel Bracht.

Ende einer langen Geschichte

Wenn zu später Stunde die letzten Gäste den Festplatz verlassen, geht eine 132-jährige Geschichte in Hasbergen zu Ende. Eines ihrer historischen Highlights ist den Aufzeichnungen der Gesellschaft zu entnehmen. Danach ging sie 1972 aus dem Zusammenschluss zweier Vereine hervor.

Von 1886 bis 1943 hatte der Schützenverein Hasbergen seinen Festplatz am heutigen Platz der Schützengesellschaft. Damals war die Gastwirtschaft noch unter dem Namen „Schierke“ bekannt. Den Betrieb des Vereins konnten die Schützen nach dem Krieg erst 1952 wiederaufnehmen. Trotz dieses geschichtlichen Bruchs blieb den Mitgliedern der Bestand des Vereins bis 1972 gesichert. Als letzter Präsident führte 1972 Erich Berkemeyer die Geschäfte.

Den zweiten Teil der heutigen Gesellschaft bildete beim Zusammenschluss der Schützenbund Hasbergen. Dieser residierte seit 1909 am heute noch in Hasbergen erhaltenen „Wulfskotten“. Auch der Schützenbund musste während der Kriegsjahre und danach zunächst seine Vereinstätigkeit einstellen. Schließlich führte der letzte Präsident des Bundes, Ludwig Averbeck, die Verhandlungen beim Zusammenschluss.

Verein stellt viele Majästen

Nach der Gründung der Schützengesellschaft übernahm als deren 1. Präsident Erich Berkemeyer die Geschäfte. Wegen zahlreicher Verdienste um den Verein wurde er nach der Übergabe an seinen Nachfolger Willi Klingspohn zum Ehrenpräsidenten ernannt. Im Laufe der Jahre konnten die Schützen der Gesellschaft während diverser Feste bei befreundeten Vereinen zahlreiche Erfolge feiern. 

Aktuell stellt die Schützengesellschaft mit ihrem derzeitigen Regenten auch den König des Schützenkreises. Daneben wartet die Schützengesellschaft mit einer weiteren Majestät auf. Ihr Mitglied Wilhelm Kaiser ist der amtierende Gemeindekaiser der Hüggelgemeinde.


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