Rekordverdächtiger Sommer Hitze stellt Freibäder rund um Osnabrück vor besondere Herausforderungen

Von Greta Lenzing


Hasbergen/Georgsmarienhütte/Bissendorf. Die anhaltende Hitzewelle lockt viele Besucher in die Freibäder rund um Osnabrück. Sie stellt die Badleiter und Schwimmmeister aber auch vor ungewöhnliche Herausforderungen, denn die hohen Wassertemperaturen freuen nicht nur badende Kinder, sondern befördern auch das Algenwachstum im Wasser.

Besonders das Naturbad in Hasbergen, das sein Wasser nur mithilfe eines Filterteichs, Kies und Pflanzen reinigt, bekommt die Auswirkungen der hohen Temperaturen zu spüren. Jörg Viere, zweiter stellvertretender Vorsitzender des Vereins Naturbad Hasbergen, berichtet: „Unser Blick geht schon mal nach oben“, denn das Badewasser darf nicht längere Zeit über 30 Grad warm sein, sonst droht es umzukippen. Das hätte die Einstellung des Badebetriebs zur Folge, weil das Wasser dann zu trüb wäre, um Schwimmer sehen und im Notfall retten zu können.

Sensibles Ökosystem in Hasbergen

Momentan gebe es aber keinen Grund zur Sorge, so Viere. Das Wasser habe eine konstante Temperatur von etwa 26 Grad. Diese wird durch die ständige Zufuhr von 14 Grad kaltem Frischwasser erreicht. Die Zuständigen des Bades nehmen dafür eine hohe Menge Wasser ab, sodass eine enge Zusammenarbeit mit der Gemeinde erforderlich ist, damit der Badespaß in Hasbergen unbeeinträchtigt bleibt. Hinter der Wasserqualität des Naturbades stecke ein sensibles Ökosystem, weshalb es nicht möglich sei, den Algen mit Chlor oder anderen chemischen Stoffen zu begegnen. Diese würden den sensiblen Kreislauf unwiderruflich schädigen, sagt Viere. Der Rasen im Naturbad wird diesen Sommer allerdings wohl nicht überstehen. Lediglich die jungen Bäume auf der Wiese werden noch bewässert, damit sie in den kommenden heißen Sommern weiterhin ausgiebig Schatten spenden können.

Auch im Waldbad in Schledehausen ist die Wasserqualität ungetrübt, sagt Schwimmmeister Jerome Rowold. Das Wetter hat allerdings nicht nur Auswirkungen auf das Wasser, auch die Besucher müssen besonders auf sich achten. Es sei deshalb wichtig, einen Liegeplatz im Schatten der Bäume zu wählen, sich einzucremen und viel zu trinken, rät Rowold. Er ist sich sicher, dass in diesem Jahrhundertsommer Besucherrekorde geknackt werden können.

Zusätzlicher Reinigungsaufwand in GMHütte

Um die Sicherheit der Besucher stets zu gewährleisten, hat auch das Panoramabad in Georgsmarienhütte Vorkehrungen getroffen. Damit alle lange Zeit im Außenbereich verweilen können, spenden Sonnensegel beispielsweise über dem Kinderplanschbecken Schatten. Die Standorte der Beckenaufsichten sind ebenfalls geschützt, denn dem Personal verlangt dieser Sommer Höchstleistungen ab.

Eine neue Herausforderung stellt ein dünner Grünfilm dar, der sich in den vergangenen Wochen am Boden einiger Teilbereiche des Panoramabads gebildet hat. Dadurch werden nun zusätzlich zu automatischen Saugarbeiten manuelle Reinigungsarbeiten erforderlich. Auswirkungen auf die Wasserqualität habe der Grünfilm jedoch nicht, teilt Nicole Bartke, Assistentin der Geschäftsleitung der Stadtwerke Georgsmarienhütte, auf Anfrage mit. Regelmäßige Untersuchungen bestätigten, dass die Wasserqualität weiterhin gut sei.


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