zuletzt aktualisiert vor

Modulhäuser in Hasbergen So leben Flüchtlinge in der neuen Unterkunft am Eisenbahnweg

Von Andre Partmann

Hasbergens Flüchtlingsbetreuerin Marita Tolksdorf-Krüwel hilft den Flüchtlingen bei ihrem Umzug in die neue Unterkunft am Eisenbahnweg.  Foto: Michael GründelHasbergens Flüchtlingsbetreuerin Marita Tolksdorf-Krüwel hilft den Flüchtlingen bei ihrem Umzug in die neue Unterkunft am Eisenbahnweg. Foto: Michael Gründel

Hasbergen. Die einst aufgrund ihres Zustandes als "Schandfleck von Hasbergen" titulierte Flüchtlingsbaracke am Eisenbahnweg ist im März dieses Jahres abgerissen worden. An gleicher Stelle hat die Gemeinde zwei Modulhäuser errichten lassen. Die Arbeiten für eines der Gebäude stehen vor dem Abschluss, in den kommenden Tagen sollen die ersten Flüchtlinge einziehen. Wie werden sie dort leben?

Marita Tolksdorf-Krüwel kennt die Männer. Sie leben schon länger hier, in einem Wohncontainer am Eisenbahnweg. Die Flüchtlingsbetreuerin der Gemeinde Hasbergen hat sie nach der Ankunft in der Hüggelgemeinde unter ihre Fittiche genommen, ihnen die Unterkünfte organisiert und sie im Alltag unterstützt. 

Demnächst bekommen die Männer neue Nachbarn. Sie werden in eines der zwei neuen Modulhäuser auf dem Gelände einziehen. Und auch ihnen wird Tolksdorf-Krüwel mit ihrer Hilfe den Einzug erleichtern. 


Die neue Flüchtlingsunterkunft (links) am Eisenbahnweg in Hasbergen. In den Wohncontainern (rechts) sind derzeit sieben Männer untergebracht. Foto: Michael Gründel



Die Neuen? Das sind fünf geflüchtete Männer aus dem Irak, Syrien und Iran. Sie alle sind zwischen 22 und 28 Jahre alt. In Hasbergen leben sie seit mindestens zwei Jahren, sie sind keine Unbekannten mehr. Bislang waren sie im ehemaligen "Hotel Rothenburg" an der Osnabrücker Straße untergebracht. Weil das allerdings zu einem Seniorenheim umgebaut werden soll, steht nun der Umzug zum Eisenbahnweg an.


Gasthaus zur Rotenburg dient in Hasbergen als Flüchtlingsunterkunft. Foto: Michael Gründel


Vor wenigen Monaten war daran noch nicht zu denken: Erst im März hatte die Gemeinde Hasbergen die dortige, alte Flüchtlingsunterkunft abreißen lassen. Über 25 Jahre vegetierte sie vor sich hin, die Zustände waren zum Schluss katastrophal. Ein menschenwürdiges Leben konnten Flüchtlinge hier zuletzt kaum mehr führen. Also entschied sich die Gemeinde für einen Neubau zweier Wohngebäude. 


Die Flüchtlingsbaracke am Eisenbahnweg in Hasbergen wurde im März dieses Jahres abgerissen. Foto: David Ebener



In den zwei Modulhäusern sollen maximal 18 Personen unterkommen. Marita Tolksdorf-Krüwel, Flüchtlingsbetreuerin Gemeinde Hasbergen

Eines von ihnen ist nun fast fertig. "Die Arbeiten stehen vor dem Abschluss. Bis zum Ende der nächsten Woche werden noch einzelne Haushaltsgeräte montiert", sagt Tolksdorf-Krüwel. Ein Einzug könne zum jetzigen Zeitpunkt schon erfolgen, daran hätten die Handwerker mit Hochdruck gearbeitet. Im bereits bezugsfertigen Modulhaus sollen maximal acht Personen unterkommen, das andere Gebäude bietet Platz für weitere zehn Flüchtlinge.



Vorerst soll es allerdings bei den fünf Flüchtlingen aus der Rothenburg bleiben. Mit ihnen wohnen auf dem Gelände dann insgesamt zehn männliche Asylbewerber sowie zwei Wohnungslose. "Die Flüchtlinge freuen sich darauf, ihre neue Unterkunft beziehen zu können", sagt Tolksdorf-Krüwel. Vor einigen Tagen seien sie bereits vor Ort gewesen, um die Räume zu putzen. Die Motivation ist groß, das neue Heim sauber zu halten. "Es gibt sogar schon einen Putzplan", erklärt die Flüchtlingsbetreuerin. Die Flüchtlinge hätten auch eigene Ideen eingebracht, unter anderem hängen bereits Haushaltsregeln in den Wänden. 


Hausregeln sollen in der neuen Flüchtlingsunterkunft das Zusammenleben erleichtern. Foto: Michael Gründel



Die Unterkunft sei nicht luxuriös, aber es reicht für die Grundbedürfnisse, so die Gemeindemitarbeiterin. Ein Vorteil ist die dezentrale Unterbringung, zudem ist der AWO Hüttenbahnhof mit dem Café International in unmittelbarer Nähe.


Der AWO Hüttenbahnhof mit dem Café International liegt in unmittelbarer Nähe zur neuen Unterkunft. Foto: Michael Gründel


 

In der bezugsfertigen Unterkunft gibt es vier Schlafzimmer mit einer Größe von 22 Quadratmeter. Ein weiteres Zimmer wird dem Hausmeister zur Verfügung gestellt. Neben einer Küche und einem Gemeinschaftsbad gibt es auch einen Aufenthaltsraum. Dieser wird mit Sitzmöglichkeiten, Tischen sowie einem Bücher- und Spieleregal ausgestattet. Die Flüchtlinge haben zudem die Möglichkeit, in einer Nische im Baderaum ihre Kleidung zu waschen. Der Boden ist mit PVC ausgelegt. Für die kalten Monate wurde eine Heizungsanlage installiert. 


22 Quadratmeter ist ein Zimmer groß. Es ist für zwei Flüchtlinge vorgesehen. Foto: Michael Gründel


Bis auf die Haushalts- und Küchengeräte steht die Wohnung derzeit noch leer. Die Flüchtlinge wollen ihre Möbel aus der Rothenburg mit in die neue Unterkunft nehmen. "Sie hatten Wert darauf gelegt, dass sie nicht einfach ein Bett hingestellt bekommen, sondern das eigene Mobiliar nutzen können", berichtet Tolksdorf-Krüwel.


Die Haushaltsgeräte müssen noch montiert werden. Foto: Michael Gründel


Neben den fünf Flüchtlingen lebt derzeit noch eine weitere Familie im alten Hotel Rothenburg. Diese wird nicht auf dem Gelände einziehen, sondern eine Wohnung in Hasbergen beziehen. Für Familien sei das Gelände am Eisenbahnweg nicht ausgelegt. 



Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN