Temperament aus Melbourne The Royal High Jinx begeistern in der Töpferei Niehenke

Von Alexander Heim

Großartige Musik, tolle Performance: The Royal High Jinx aus Australien in der Töpferei Niehenke.Foto: Alexander HeimGroßartige Musik, tolle Performance: The Royal High Jinx aus Australien in der Töpferei Niehenke.Foto: Alexander Heim

Hasbergen. Zwei Musikerehepaare, die sich zu einer vierköpfigen Band formieren - da werden doch Parallelen deutlich und Erinnerungen wach. „Wir sind die australischen Abbas“, räumt Terry Cole denn auch gerne, mit einem großen Augenzwinkern, ein. „Na ja, die Melbourne Abbas“, fügt er dann an. Am Freitagabend sorgten die vier Künstler aus Down Under zweifellos für ausgelassene Stimmung am Teutoburger Wald.

Es war nicht nur ihre Musik, mit der dereinst die vier Schweden in Brighton begeisterten, sondern auch ihr Äußeres. Und ganz ähnlich wie dereinst die junge Band Abba beim Grand Prix optisch ihr „Waterloo“ präsentierte, verstanden es auch The Royal High Jinx mit ihrem Kleidungsstil, der sich irgendwo zwischen Burlesk und American Vaudeville bewegt, vom Fleck weg Aufsehen zu erregen. Doch das war nur das eine.

Charme und Stimmenharmonie

Mit Charme, toller Stimmenharmonie, raffinierten Arrangements und nicht zuletzt schier unbegrenzt scheinender Energie nahmen sie die Gäste in der Töpferei Niehenke im Handumdrehen für sich ein. Und holten die Niedersachsen letztlich sogar von den Stühlen, sorgten für Partystimmung, die sich in ausgelassenem Tanzen Bahn brach.

Frech-fröhliche Eigenkompositionen

Den gesamten Juli über hatten Terry Cole (Gesang, Mandoline), Jen Hawley (Gesang, E-Gitarre, Ukulele), Sarah Busuttil-Palmer (Gesang, Violine) und Silas Palmer (Schlagzeug, Keyboard, Bass, Gesang) bei 18 Konzerten für Furore gesorgt. Nun stand, am Abend der Mondfinsternis und als vorletzter Auftritt ihrer ersten Deutschland-Tournee, Hasbergen auf dem Plan.

„High Jinx bedeutet ,feiern‘ und ,frech zu sein‘“, erläutert Sarah Busuttil-Palmer, wie es zu dem ungewöhnlichen Bandnamen kam. Und beschreibt dabei, was die Besucher am Abend erleben. Etwa, wenn The Royal High Jinx in „Sister from another Mister“ von dem jungen Mädchen erzählen, das sich mit einem Jungen aus dem falschen Stadtbezirk eingelassen hat. Oder wenn sie die Kleidung selbst - wie in „Your Dress is the Best“ – fröhlich, frech und eingängig untermalt zum Songthema machen.

Kontakt zum Publikum gesucht

Es sind die eigenen Kompositionen ihrer inzwischen zwei CDs, aus denen sich ihr Repertoire speist. Aber auch Klassiker der unterhaltenden Musik. Und so nimmt es nicht Wunder, dass der souverän auf der Geige intonierte „Czardas“ ebenso ertönt wie „Bei mir bistu shein“.

Mal rein instrumental, mal mit Text, wissen The Royal High Jinx ihre Besucher zu bezaubern. Keine Band, deren Musiker am Platz festgehalten werden könnten. Vielmehr eine, die immer wieder aktiv den Kontakt zum Publikum sucht. Etwa, wenn Sarah Busuttil-Palmer für den jungen Gast im AC/DC-Shirt quasi ein fast persönliches Ständchen spielt; wenn sie während des Spiels die Treppe zur Empore hoch schreitet. Oder sich Terry Cole und Jen Hawley unter das Volk mischen.

Breites musikalisches Spektrum

Es ist ein breites Spektrum, aus dem die vier Australier schöpfen. Eines, bei dem „Mackie Messer“ ebenso auf dem Programm steht wie der „Ladybird Waltz“. Hier ein bisschen Gypsy Swing, da Balkan Pop, eine Prise Tango und ein Hauch von osteuropäischer Folklore: Diese Mischung kommt an.

Ausgelassene Stimmung

Fast logisch, das es bei „Beauty of the Dance“ dann kein Halten mehr gibt. Da steht die Töpferei Kopf. Da wird aufgestanden, getanzt und ausgelassen gefeiert.

Beim vorletzten Konzert ihrer Deutschland-Tour haben The Royal High Jinx noch einmal alles gegeben. Der Jahrhundertmond und das exzellente Chili, das Bernd Niehenke wieder einmal gezaubert hat, haben das Ihre dazu beigetragen. Und zumindest am Plessen war man sich nach großem Abschluss-Applaus und Standing Ovations einig: „Ihr müsst unbedingt wiederkommen.“


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