Zehn Jahre „Gelbe Füße“ Erstklässler üben den sicheren Schulweg in Hasbergen

Von Regine Hoffmeister

Mike Reinke (vorne) ist einer der Jugendgruppenbetreuer, die mit den Kindern trainieren werden. Bürgermeister Holger Elixmann, Katrin Schmidt und Sinikka Hagen sind stolz auf das Präventionsprojekt. Foto: Michael GründelMike Reinke (vorne) ist einer der Jugendgruppenbetreuer, die mit den Kindern trainieren werden. Bürgermeister Holger Elixmann, Katrin Schmidt und Sinikka Hagen sind stolz auf das Präventionsprojekt. Foto: Michael Gründel

Hasbergen Vor Beginn des neuen Schuljahrs zieht eine Gruppe angehender Grundschulkinder durch Hasbergen, um die gelben Fußspuren auf den Gehwegen zu erneuern. Diese markieren die sichersten Wege zur Hüggelschule aus drei verschiedenen Richtungen. Die Aktion ist eingebunden in ein dreitägiges Verkehrstraining für die jüngsten Schulkinder.

Schon seit zehn Jahren gibt es das Präventionsprojekt, das maßgeblich durch die Kinder- und Jugendreferentin der Gemeinde, Katrin Schmidt, eingeführt wurde. „Ich habe damals beobachtet, wie sich ein- und ausfahrende Pkw vor der Schule geknubbelt haben und wie sich die Kinder zwischen den rangierenden Autos auf dem Parkplatz hindurchschlängelten“, erinnerte sie sich.

Wirksame Lösung

Das Projekt „Gelbe Füße“, das zu dieser Zeit im Schulverwaltungsblatt vorgestellt wurde, erschien ihr als wirksame Lösung für diese gefährliche Verkehrssituation.

Kurzerhand holte Schmidt die Polizei und die Verkehrswacht aus Hasbergen ins Boot, die zusammen die sichersten Wege zur Hüggelschule festlegten: Einer der Wege führt hinter der Schule entlang über die Berliner Straße und durch ein kleines Waldstück. Für Kinder aus Richtung Norden ist die Schulstraße mit „gelben Füßen“ markiert, bis zum Zebrastreifen vor der neuen Turnhalle, wo sie die Straße zum Schulzentrum überqueren sollen. Danach geht es für sie am Awo-Kindergarten vorbei zur Hüggelschule. Schulkinder aus der „Blumensiedlung“ überqueren den Zebrastreifen im unteren Bereich der Schulstraße und gehen dann den Fußgängerweg hinter der Schule entlang.

Schulstraße ungeeignet

Überhaupt nicht geeignet sei dagegen der direkte Weg von der Schulstraße aus über den stark frequentierten Parkplatz der Oberschule bis zur Hüggelschule. „Dennoch kann man täglich Eltern beobachten, die ihre Kinder in Stress und Hektik über den Parkplatz zerren. Die machen geradezu vor, wie man es nicht machen soll.“

„Wenn mehr Kinder zu Fuß zur Schule gehen, vermeidet das Stress für alle Beteiligten“, betonte auch Sinikka Hagen, Leiterin des Polizeikommissariats Georgsmarienhütte. Der Kampf der „Elterntaxis“ um die besten Parkplätze, das unkontrollierte Aufreißen von Fahrzeugtüren, Eile und Hektik am frühen Morgen seien nicht zu unterschätzende Gefahrenquellen. Die „gelben Füße“ eignen sich aus ihrer Sicht dagegen ebenso gut wie das Projekt „Walking Bus“, um das richtige Verhalten im Straßenverkehr einzuüben und den täglichen Schulweg selbstständig und sicher zu meistern.

Übung an drei Vormittagen

Mit 16 Kindern aus Hasbergen und Gaste werden Jugendgruppenbetreuer an drei Vormittagen den sicheren Schulweg üben: Am ersten Tag bekommen alle eine Warnweste und werden in Gruppen eingeteilt. Gemeinsam geht es auf die Suche nach den gelben Markierungen, wo besprochen wird, wozu sie da sind. Am zweiten Tag dürfen die angehenden Erstklässler mit Farbspraydosen und einer Schablone die vergilbten „gelben Füße“ erneuern. Am dritten Tag überprüft Sandra Middelberg, Präventionsbeauftragte der Polizei, mit den Kindern das Gelernte.


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