„Das Pferd von hinten aufgezäumt“ Diskussion über Hasberger Waldkindergarten auf November vertagt

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Bis die Hasberger Kinder ihre Vormittage beim Spielen und Lernen im Wald verbringen können, wie es im Waldkindergarten Hörner Bruch in Sutthausen möglich ist, dauert es noch: Der Rat beschloss, das Thema in der übernächsten Ausschusssitzung für Familie und Soziales im November weiter zu besprechen. Archivfoto: Carolin HlawatschBis die Hasberger Kinder ihre Vormittage beim Spielen und Lernen im Wald verbringen können, wie es im Waldkindergarten Hörner Bruch in Sutthausen möglich ist, dauert es noch: Der Rat beschloss, das Thema in der übernächsten Ausschusssitzung für Familie und Soziales im November weiter zu besprechen. Archivfoto: Carolin Hlawatsch

Hasbergen. Der Rat hat bei seiner Sitzung am Donnerstagabend das von der CDU vorgeschlagene Konzept des Waldkindergartens diskutiert. Es wurde einstimmig beschlossen, dass bei der übernächsten Ausschusssitzung für Familie und Soziales im November über die Kosten eines solchen Kindergartens, den Bedarf danach und ein mögliches Grundstück dafür gesprochen werden soll.

Das Konzept des Waldkindergartens wurde in Hasbergen zunächst mit Skepsis und Spott aufgenommen. Dies ist inzwischen jedoch in Sympathie umgeschlagen: Viele Ratsmitglieder, darunter Frank Pfeifer von den Grünen oder Sönke Siegmann von der CDW, sagten, sie seien der Idee gegenüber anfangs eher skeptisch gewesen, finden sie jetzt aber „faszinierend“ (Pfeifer) und „charmant“ (Siegmann). Axel Geselbracht von der CDU sieht im Waldkindergarten eine Chance, „Stubenhockern“ die Natur näherzubringen und sagt, er hätte sein eigenes Kind auch in einem Waldkindergarten angemeldet. Winfried Bußmann von der Linken bekundete ebenfalls seine „Sympathie für die Idee“.

Lob und Tadel kamen in deutlicher Ausführung von Hardy Fischer von der SPD. Fischer sieht im Konzept des Waldkindergartens eine reizvolle Idee, sie sei eine Alternative in der Kinderbetreuung. „Stören tut jedoch das Prozedere“, sagte er. Er bezog sich dabei auf die Formulierung des Ratsantrages, den die CDU gestellt hat: „Die Gemeinde Hasbergen unterstützt und fördert die Einrichtung eines Waldkindergartens in Hasbergen als zusätzliches Betreuungsangebot für Kinder ab 3 Jahren“, heißt es darin. Damit, so Fischer, zäume man das Pferd von hinten auf. Diesen Eindruck teilten viele Ratsmitglieder. Bürgermeister Holger Elixmann bezeichnet im Gespräch mit unserer Redaktion den Antrag als „Blankoscheck“, der so nicht ausgestellt werden kann, da zunächst seitens der Verwaltung geprüft werden müsse, ob wirklich ein Bedarf in der Hasberger Bevölkerung an so einem Kindergarten bestünde, welche Kosten dabei auf die Gemeinde zukämen und welche Grundstücke dafür denkbar wären.

Diskussion im Ausschuss

Die Hasberger CDU um Susanne Breiwe hat in jüngerer Vergangenheit dahingehend zwar schon Vorarbeit geleistet – etwa das Interesse von 13 Eltern am Waldkindergarten geweckt, die Heilpädagogische Hilfe Osnabrück als möglichen Träger und ein mögliches Grundstück von Unternehmer Klaus Dreyer gefunden – dennoch sei es die Aufgabe der Verwaltung, hier die Recherche zu leisten. Deshalb beschloss der Rat einstimmig, die Diskussion über den Waldkindergarten in der übernächsten Sitzung des Ausschusses für Familie und Soziales am 19. November stattfinden zu lassen. Dort sollen die Fragen nach den Kosten, dem Bedarf beziehungsweise Interesse innerhalb der Bevölkerung und dem Standort auf Basis der Faktenrecherche der Verwaltung geklärt werden.

„Bekenntniskindergarten“

Susanne Breiwe sagte auf Nachfrage, dass sie mit dem Ergebnis der Ratssitzung zufrieden sei. Sie vermutet, dass sich die Vorbereitung der CDU ausgezahlt habe, da viel der anfänglichen Skepsis Aufgeschlossenheit gewichen sei. Breiwe wies in der Sitzung darauf hin, dass ein Waldkindergarten ein „Bekenntniskindergarten“ sei, zu dessen Konzept man stehen müsse. Ein Nachteil wäre, dass dort lediglich eine Halbtagsbetreuung möglich sei. Es bestehe aber die Überlegung, mit anderen Kindergärten zu kooperieren, die die Kinder nachmittags betreuen könnten. Laut Elixmann könne ein Waldkindergarten keine Lösung dafür sein, den Bedarf nach neuen Kindergartenplätzen zu decken. „Ein Waldkindergarten ist kein Regelkindergarten“, sagte der Bürgermeister. Er könne nicht verpflichtend sein. Widerstreben die Eltern also der Idee eines Waldkindergartens, können ihre Kinder dort nicht untergebracht werden. „Besteht jedoch das Interesse der Eltern, machen diese Kinder natürlich einen Platz in einem regulären Kindergarten frei“, sagte Elixmann. „Bis zu einer Entscheidung wird es aber noch lange dauern.“

Betreuungsbedarf

In der Gemeinde Hasbergen herrscht ein wachsender Kinderbetreuungsbedarf. Laut Elixmann haben zum kommenden August zwar alle Hasberger Kinder einen Kindergartenplatz bekommen, es werde aber unumgänglich sein, mittelfristig eine neue Einrichtung zu errichten. Für die geplante Großtagespflege im ehemaligen Mütterzentrum mangele es darüber hinaus nach wie vor an Tagesmüttern.


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