Gaste hat eine neue Königin Stephanie Meyer regiert das Schützenvolk

Von Christian Hehemann

Mit dem Ausgang des Königsschießen waren alle zufrieden (v. l.): das amtierende Königspaar Gudrun und Udo Bröcker, die neue Ehrendame Marlies Meyer, Prinzgemahl Michael und die neue Königin Stephanie Meyer, die neue Ehrendame Michaela Gritzka und die amtierenden Adjutanten Rainer und Helga Kusserow. Foto: Daniela LückeMit dem Ausgang des Königsschießen waren alle zufrieden (v. l.): das amtierende Königspaar Gudrun und Udo Bröcker, die neue Ehrendame Marlies Meyer, Prinzgemahl Michael und die neue Königin Stephanie Meyer, die neue Ehrendame Michaela Gritzka und die amtierenden Adjutanten Rainer und Helga Kusserow. Foto: Daniela Lücke

cheh Hasbergen. Ganz im Zeichen der Tradition stand das Königsschießen des Schützenvereins Gaste. Seit 170 Jahren wird hier bereits ein König ermittelt. In diesem Jahr gewann Stephanie Meyer.

„Ich bin erleichtert, dass ich die Krone erlangen konnte und sehr stolz, die lange Tradition weiterführen zu können“, freute sich die 136. Majestät des Vereins. „Früher wurde nur alle zwei Jahre ein König ausgeschossen. Doch seit 1949 findet das Königsschießen jedes Jahr statt“, erklärte Vorsitzender Fred-Günter Müller.

Schieben- statt Adlerschießen

Auf einen hölzernen Adler wird jedoch nicht mehr geschossen. „Wir haben uns vor ein paar Jahren darauf geeinigt, auf eine Sportscheibe zu schießen und die Ringe zu zählen. Das ist einfach ein ehrlicher Wettbewerb“, so Müller. Dabei scheiden im Laufe mehrerer Runden immer mehr Schützen aus, bis am Ende zwischen drei Schützen die Entscheidung fällt. Maximal 30 Punkte sind pro Runde möglich. „Da sich die Schützen ein Gewehr teilen, manche es verstellen und es auch keine Probe gibt, ist auch Glück dabei. Es geht heute auch nicht um hohe Punkte, sondern um die Wahrung der Tradition“, sagt Müller.

Nachwuchsprobleme

Doch den Schützenverein Gaste plagen auch Probleme: „Viele Mitglieder, die vor einigen Jahren noch unsere Jugend gestellt haben, sind inzwischen auch schon über 30. Dieses Problem teilen wir aber mit vielen anderen Vereinen. Egal, wo man im Ehrenamt hinschaut, leidet die Arbeit, weil der Nachwuchs nicht mehr da ist. Das ist bei uns auch so. Es gibt nur ganz wenige Vereine, die da funktionieren. Die kann man nur beglückwünschen“, so Müller.

Frauen erringen viele Titel

Umso größer sei die Bedeutung der Frauen für den Verein. Bereits vor 40 Jahren hatte der Schützenverein seine erste Schützenkönigin; auch beim Sportschießen erringen die weiblichen Mitglieder viele Titel. „Der Verein hat sich da sehr frühzeitig geöffnet. Wenn wir die Frauen nicht hätten, sähe es heute sehr traurig aus. Sie leisten wertvolle Arbeit für den Verein“, betont der Vorsitzende und wirbt für seinen Sport: „Der Reiz liegt in der Balance zwischen sportlichen Wettkämpfen und der Wahrung der Tradition.“

Schützenfest vom 25. bis 27. Mai

Weiter geht es für die Schützenkönigin und die anderen Mitglieder und Freunde des Vereins vom 25. bis 27. Mai bei den 16. Gaster Festtagen. Dabei werden unterschiedlichste Aktivitäten geboten, von einem Eltern-Fußballturnier über das Kinderkönigsschießen bis hin zu einem musikalischen Frühschoppen. „Das ist für Gaste das einzige große Fest im Jahr“, betont Müller.