Nachtwanderung im Hüggel Hasberger Leserattennacht zog 70 Kinder ins Gemeindehaus

Von Horst Troiza

Was machen 70 aufgekratzte Kinder mit Schlafsäcken und Luftmatratzen? Richtig, im katholischen Gemeindezentrum findet wieder die Leserattennacht statt. Foto: Horst TroizaWas machen 70 aufgekratzte Kinder mit Schlafsäcken und Luftmatratzen? Richtig, im katholischen Gemeindezentrum findet wieder die Leserattennacht statt. Foto: Horst Troiza

Hasbergen. Mit Schlafsäcken, Decken und Luftmatratzen bepackt zogen am Wochenende 70 Kinder für eine Nacht ins Gemeindehaus der katholischen Kirche St. Josef ein. Seit mehr als 20 Jahren findet dort die Leserattennacht statt – auch wenn heute Lesen nicht mehr fester Teil des Programms ist.

„Nein, nein, gelesen wird kaum noch, vielleicht ein paar Zeilen vor dem Einschlafen. Die Jungen und Mädchen kommen heute wegen anderer Sachen zu uns“. Gemeindereferentin Jutta von Heine schüttelt den Kopf auf die Frage, wo denn die Bücher seien und was gelesen wird. Dass jemand von den Gruppenleitern der KJG in einem Sessel Platz nimmt und spannende Literatur vorliest, während die Kinder mucksmäuschenstill zuhören, das hat es früher einmal gegeben, heute sind Bücher nicht mehr die Nummer 1 der Jugendunterhaltung.

Konzept begeistert noch immer

Aber spannend ist die Leserattennacht noch immer. „Es würden nicht 70 Kinder kommen, wenn hier Langeweile herrschen würde“, sagt die Gemeindereferentin. Denn was sie und die etwa 20 Gruppenleiter für die Kinder vorbereitet haben, verspricht allerhand Abwechslung. Wie immer gibt es ein Thema, das die Spiele des Abends klammert. Dieses Mal war „Märchen“ angesagt. Es wurde gebastelt und gemalt, dazu mussten alle einen Parcours mit sechs Stationen bewältigen, an denen Fragen zu beantworten waren.

Highlight Nachtwanderung

Im Verlauf des späteren Abends wurde ein Film gezeigt – die Einstimmung auf den Höhepunkt der Leserattennacht. Denn wenn es dunkel wird, zieht die ganze Rasselbande in den Hüggel. „Die Nachtwanderung ist das Allerbeste, da freue ich mich schon jetzt drauf“, verrät die neunjährige Sophie, Stammgast der Leserattennacht. Der Gang durch den Hüggel ist der reinste Nervenkitzel, da sich hier und da Gruppenleiter verstecken und die Vorüberziehenden erschrecken.„Das war schon für uns früher das Tollste“, sagen Chantal Benek und Pia Köllner, die einst als Leserattenkinder begonnen haben und jetzt den Bogen als Gruppenleiter rund machen. Ihnen macht das Programm noch heute Riesenspaß, selbst wenn, was sich jeder mühelos vorstellen kann, eine Nacht mit 70 aufgekratzten Kindern einen nicht jede Sekunde wunschlos glücklich macht.