Wille der Eltern maßgeblich Info-Abend der CDU Hasbergen zum Waldkindergarten

Meine Nachrichten

Um das Thema Hasbergen Ihren Nachrichten hinzuzufügen, müssen Sie sich anmelden oder registrieren.

Über das Konzept eines Waldkindergartens berichtete die Erlebnispädagogin Wiebke Stenzel auf der von der CDU angebotenen Infoveranstaltung im Gasthaus „Wulfskotten-Diele“. Foto: Stefan BuchholzÜber das Konzept eines Waldkindergartens berichtete die Erlebnispädagogin Wiebke Stenzel auf der von der CDU angebotenen Infoveranstaltung im Gasthaus „Wulfskotten-Diele“. Foto: Stefan Buchholz

Hasbergen. Gut 20 Interessierte besuchten eine öffentliche Infoveranstaltung der CDU zum Thema Waldkindergarten. Die Partei hatte vor geraumer Zeit wegen des wohl steigenden Betreuungsbedarfs angeregt, gemeinsam über ein für Hasbergen neues Modell der Pädagogik nachzudenken. Nur ein Fazit des Abends: Ob es einen Waldkindergarten geben wird, hängt sehr vom Willen der Eltern ab.

Als Experten waren die Erlebnispädagogin Wiebke Stenzel und Franz-Josef Schwack, der ehemalige Vorsitzende des Jugendhilfeausschusses der Stadt Osnabrück, eingeladen. Schwack berichtete über die Entstehung von Osnabrücks einzigem Waldkindergarten in Sutthausen vor 20 Jahren.

Ähnlich wie in Hasbergen habe es auch von politischer Seite her Bedenken gegeben, Kinder Kälte, Krankheit und Zeckenbissen auszusetzen, erinnerte Schwack. Allerdings habe die Elterninitiative schließlich ein überzeugendes Konzept vorgelegt. „Mittlerweile glaube ich, dass die Kinder in einer solchen Einrichtung, gerade bei einem wichtigen Thema wie der Umweltbildung, sehr viel lernen können“, so Schwack.

Wichtige Selbsterfahrung

Was bringt die Entwicklung von Kindern voran?, fragte die ausgebildete Erlebnispädagogin Wiebke Stenzel. „Bewegung und Wahrnehmung sind elementar. Beide Lernarten korrespondieren miteinander und trainieren das Gehirn.“ Ohne den sogenannten Indoor-Kindergarten und Waldkindergarten gegeneinander ausspielen zu wollen, biete die Wald- und Wiesenpädagogik mehr für die wichtige Selbsterfahrung durch Sensorik und Kreativität als beispielsweise vorgegebene Materialkoffer.

Ausweichmöglichkeiten nötig

Natürlich gibt es auch Grenzen eines Waldkindergartens, schilderte Wenzel. Bei Sturm und extremen Kältetemperaturen müssten Ausweichmöglichkeiten gefunden werden. Und: Eltern müssten einen Waldkindergarten aktiv mittragen. „Einfach nur morgens die Kinder abgeben, geht nicht. Über Themen wie Hygiene, Toilette und Kleidung muss mit den Eltern gesprochen werden. Und selbstverständlich müssen sie abends ihre Kinder auf Zecken untersuchen.“ In mittlerweile 1800 deutschen Waldkindergärten seien darauf praktikable Antworten gefunden worden.

Bildungsplan auch für Waldkindergärten

Kritiker eines Waldkindergartens waren beim Infoabend nicht anwesend. Nachfragen gab es aber dennoch: Haben die Kinder nach den Jahren der Freiheit und des selbstbestimmten Lernens in den Waldkindergärten keine Anpassungsschwierigkeiten in der Schule? „Lehrkräfte haben mir geschildert, dass gerade diese Kinder das Bedürfnis nach Bewegung ausgelebt haben und sich besonders gut konzentrieren können“, antwortete Stenzel. Ergänzend betonte Franz-Josef Schwack, dass sich auch ein Waldkindergarten an den vorgeschriebenen Bildungsplan zu halten habe.

Zwei mögliche Standorte

Wie schaut es aus mit verfügbaren Flächen für einen Waldkindergarten? Die CDU-Vorsitzende Susanne Breiwe gab bekannt, dass die Verwaltung auf Anfrage zwei Flächen anvisiere, die als Standort in Betracht kommen könnten. Der Unternehmer Klaus Dreyer bot während des Abends an, eine private Fläche mit Teich und Bachlauf im Hüggel zur Verfügung zu stellen.

An Regelkindergarten andocken?

Diskutiert wurde zudem, wie die gesetzliche Beschränkung der Waldkindergärten in Niedersachsen auf nur vier bis fünf Stunden Betreuungszeit pro Tag dem Bedürfnis mancher Eltern nach Ganztagsunterbringung entgegenkommen könnte. Wäre es nicht möglich, eine Waldkindergartengruppe an einen Regelkindergarten anzudocken?, fragte eine Teilnehmerin.

Schwack regte an, dass sich interessierte Eltern untereinander treffen, um gemeinsam ihren Willen gegenüber der Politik zu demonstrieren. Ebenso bot Susanne Breiwe an, dass man sich für künftige Informationen an die Kontaktadresse auf der CDU-Webseite wenden könne.


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN