Mitreißende Glaubensfreude Konzert zum Abschluss des Gospel-Workshops

Von Petra Ropers

Ein eindrucksvolles Bild bot der Chor beim Abschlusskonzert des Gospelworkshops mit Ulrike Wahren und Peter Stolle in der Christuskirche Hasbergen. Foto: Petra RopersEin eindrucksvolles Bild bot der Chor beim Abschlusskonzert des Gospelworkshops mit Ulrike Wahren und Peter Stolle in der Christuskirche Hasbergen. Foto: Petra Ropers

Hasbergen. Ein eindrucksvolles Zeugnis der Musikbegeisterung und Glaubensfreude bot am Sonntag das Gospelkonzert in der Christuskirche. Weit über hundert Sänger rissen zum Abschluss ihres dreitägigen Workshops mit Ulrike Wahren und Peter Stolle die Musikfreunde in der vollbesetzten Kirche von den Bänken.

Mitklatschen, tanzen, Flickflack im Gang: Alles sei erlaubt, betonte Ulrike Wahren gut gelaunt. Zum Flickflack kam es zwar nicht, aber nach gut anderthalb Stunden gab es niemanden mehr, der noch ruhig an seinem Platz saß. Denn Gospel steckt an – vor allem dann, wenn er mit so viel Leidenschaft und musikalischem Können dargeboten wird wie in der Christuskirche. Dabei belegte die drangvolle Enge im Altarraum nachdrücklich, dass der Chorgesang insbesondere im Bereich des Gospels seine Anziehungskraft nicht verloren hat.

Weites musikalisches Spektrum

„Singen gibt Kraft und vermittelt ein Gefühl der Gemeinschaft“, erklärte die Sängerin und Gesangslehrerin Ulrike Wahren, die gemeinsam mit dem Pianisten, Vocal Coach und Chortrainer Peter Stolle innerhalb von nur drei Tagen aus vielen begeisterten Sängern einen überzeugenden Klangkörper formte. Und der machte zur groovigen Klavierbegleitung von Peter Stolle und mit Soloeinlagen von Ulrike Wahren das weite Spektrum der Gospelmusik hörbar. Schon der Auftakt ließ mit „Come Into This House“ die Füße wippen.

Aus einem andächtigen Solo von Ulrike Stolle erhob sich dann die warme Klangfülle des Chores zur gefühlvoll intonierten Bitte „Take Me As I Am“. Einen echten Gospel-Klassiker präsentierten Solistin und Chor mit „Wade In The Water“. Der vieldeutige Song, der einst als geheime Botschaft unter den Sklaven kursierte, stieg aus zartestem Pianissimo zu gänsehauterzeugender Intensität an, um sich schließlich in einen alles mitreißenden Aufruf zu verwandeln.

Zug fährt durch die Kirche

Mit einem inneren „Leuchten“ wollten sie anstecken, verriet Ulrike Wahren die Intention des Konzertes, das wirkungsvoll zwischen empfindsamer Andacht und peppig in Szene gesetzter Glaubensfreude wechselte. Und von letzterer ließen sich die Besucher nur zu gerne anstecken, die zur Einfahrt des „Gospel Trains“ in die Christuskirche bereitwillig für die nötigen Zuggeräusche sorgten.

Immer wieder bereicherte zudem Ulrike Wahren als Solistin zur Klavierbegleitung von Peter Stolle das Programm, das sich keineswegs auf Gospels und Spirituals im engeren Sinne beschränkte. So verwandelte das Duo mit sensibel geführtem Klavier und seelenvollem Gesang Stings unvergessene „Fields Of Gold“ in eine eindringliche Ode voller Emotionen. Gleich mehrfach waren auch die Besucher selbst eingeladen, gemeinsam mit dem Chor einzustimmen – etwa in das von schlichter Intensität geprägte „Halleluja“.

Afrikanisches Flair, mitreißender Pep und bewegende Innerlichkeit: Der Workshop-Chor fächerte gekonnt ein breites Klangspektrum auf. Der Dank des Leiter-Duos galt zum Abschluss der Kirchengemeinde Hasbergen und ihrem Organisationsteam: „Wir sind sehr liebevoll aufgenommen und betreut worden. Das ist nicht selbstverständlich.“